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Chronic City – Nom De guerre

Chronic City – Nom De guerre

Zwei schicke Produzenten und Soundtüftler nennen sich Chronic City, versammeln ein Panoptikum an Gastsängern um sich, stülpen ihnen ihren flockigen Retro-Elektrosound über und fertig ist ihr Debütalbum Nom De Guerre.

Im Endeffekt war’s dann wohl nicht ganz so einfach… Perfekt zu den heißen Monaten passend, fügt sich Nom De Guerre  (zu Deutsch „Pseudonym“) in den Soundtrack einer warmen Sommerparty, die noch einiges verspricht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Nom De Guerre wie eine Compilation CD erscheint. Geschuldet ist dies den unzähligen Gastsängern und -musikern – kaum eine Leadstimme findet sich auf zwei Songs des Albums.

Und die Liste der Leute, die der CD ihre Stimme liehen, kann sich durchaus sehen lassen: Reinhold Bilgeri, Florian Horwath, Sir Tralala, dem Wuschelkopf Illute aus Berlin und und und. Gemischt wurde das Erstlingswerk übrigens von Stefan Deisenberger – seines Zeichens Mitglied bei Naked Lunch, Love & Fist und Nowhere Train und ein Garant für modern klingende und doch sehr verspielte Alben.

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Das Klanggewand des Albums ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Generell präsentiert es sich mit seinen wabbernden, teilweise recht dünn klingenden Synthies, seinen unermüdlichen Arpeggiatoren und einem Haufen an Vokaleffekten in einem coolen Retrokleid. Kein Song drängt sich auf, kein Instrument fällt aus der Rolle. Der Sound des gesamten Albums ist sehr fließend, rund und gefällig. Irgendwie ertappt man sich beim Anhören ständig dabei an Urlaubserinnerungen zu denken, die sich vor das geistige Auge drängen. Lange Autofahrten den Küstenstreifen entlang, spiegelnde Sonnenbrillen und verliebt am lodernden Strandlagerfeuer  den Wellen lauschen. Delfingequietsche und Songtitel wie die der ersten Single Key Biscayne tun ihr übriges.

Der Song findet sich übrigens auch auf der letzten FM4 Soundselection und machte in der internationalen Bloggerszene seine Runde. Ein weiterer Anspieltipp wäre der treibende Song Vertigo, intoniert von der hauchigen Stimme des Reinhold Bilgeri.

Fazit

Die Vielschichtigkeit sowie die ständig wechselnde Sängerschaft auf Nom de Guerre ist gleichzeitig auch seine Achillesferse. Man erkennt nicht, dass es sich vom Ersten bis zum letzten Song um ein Bandalbum handelt. Man denkt, eine Sommerelektro-Compilation eines schicken Hippster-Beachclubs in Händen zu halten. Auch die Live Umsetzung gestaltet sich entsprechend schwierig, gilt es doch all die unterschiedlichen Leadstimmen des Albums auf eine Einzige zu reduzieren, die die positive Grundstimmung und Leichtigkeit des Albums zu transportieren vermag. Wenn dieses Künststück gelingt hat Österreich eine weitere Band im Pool, die sich hören lassen kann.

Chronic City  – Nom De Guerre

Für Fans von: HVOB, William Fitzsimmons, Mountains Lead Nowhere
Chronic City
VÖ: 07.03.2014
Gesehen um €16,99

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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