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Chuck Ragan – Arena Wien

Chuck Ragan – Arena Wien

Kein Wunder, dass man sich bereits um 19:30 Uhr in der Arena kaum mehr frei bewegen kann – Chuck Ragan (Facebook) und seine Freunde sind in der Stadt! Und das Wetter passte perfekt. Im Arena Innenhof schlossen sich die Menschenmassen zu kleinen Kommunen zusammen, quatschten, tranken kühle Gerstensäfte und die Stimmung war gut. Und das alles, bevor noch irgendwer gespielt hat. Nun gut, Donnerstagabend in Wien. Wer erst um neun oder zehn kommt, der hat bereits die Hälfte verpasst. Und bei diesem Konzert hätte man sich so einiges entgehen lassen!

Billy The Kid - © Yavuz Odabas

Billy The Kid – © Yavuz Odabas

Bereits um 20:00 dimmte sich das Licht in der großen Halle der Arena Wien und Billy the Kid (Facebook), eine sympathische und hübsche Kanadierin, betrat die Bühne. Es wird gleich klar – heute steht alles im Namen der Akustikgitarre. Sonst wäre es auch ein ziemlich exotisches Singer-Songwriter-Folk-Konzert gewesen. Billy Pettinger, die sich Billy the Kid nennt, hat eine bezaubernde und beruhigende Stimme. Das Publikum war auf jeden Fall angetan, schunkelte mit und die Kanadierin kassierte für ihre Balladen regen Applaus. Dazu gab es dann natürlich noch Unterstützung von Northcote und Chuck Ragan bei jeweils einem Lied.

Northcote - © Yavuz Odabas

Northcote – © Yavuz Odabas

Nach kurzer Umbaupause ging es weiter mit dem Singer-Songwriter Northcote (Homepage), ebenfalls aus Kanada. Der sympathische Herr mit seiner kräftigen und doch hellen Stimme begeisterte die mittlerweile fast randvolle Arena. Mit dabei hatte er einen Mann fürs Grobe an der E-Gitarre, der über seine Akustikmusik Solos und Begleitmelodien spielte. Neben guter Musik gab es dann ab und an auch ein paar Scherze und gekonnte Wortwechsel mit dem Publikum. Man merkte, dass sich Northcote wahrlich geehrt fühlte, heute die Bühne mit Chuck Ragan und Billy the Kid teilen zu dürfen. Abermals gab ein kurzes Gastspiel bei jeweils einem Song von Chuck Ragan und Billy the Kid.

Chuck Ragan - © Yavuz Odabas

Chuck Ragan – © Yavuz Odabas

Kurz Luft schnappen und wieder rein in die Arena, vielleicht ist es ja noch nicht so voll und man könnte einen guten Platz ergattern – falsch gedacht. Es gab zwar Abendkassa-Tickets vorm Konzert, aber es waren vielleicht drei bis vier Leute, die fehlten, um die Arena als „ausverkauft“ zu titulieren. Um 21:50 Uhr war es dann auch soweit, und die fünfköpfige Band um Chuck Ragan brachte die Menge zum Jubeln. Abgesehen von Chuck Ragan, der an der Akustikgitarre spielte, sang und manchmal graziös an der Mundharmonika blies, bestand die Band aus weiteren bekannten Gesichtern. Joe Ginsberg sorgte sich gekonnt am Kontrabass um die richtige Portion Vibration und Jon Gaunt, der Mann mit dem mächtigen Bart, fiedelte an der Geige, wie wenn er niemals etwas anderes gemacht hätte. Und natürlich dürfen die Slide Gitarre und das Schlagzeug nicht fehlen – denn jetzt ist Schluss mit der Romantik und es gibt Folk!

Chuck Ragan - © Yavuz Odabas

Chuck Ragan – © Yavuz Odabas

Das Set war ein buntes Gemisch aus sieben Jahren Chuck Ragan, wobei er gleich mit Something May Catch Fire, die erste Single des neuen Albums, begann. Neben ein paar schnelleren Nummern, die fast schon einen kleinen Irish Folk Einfluss hatten, gab es aber auch genügend Countryballaden zum Schunkeln und Schmusen. Und wie es sich gehört, dürfen natürlich auch nicht Nummer von Feast Or Famine, seinem ersten Soloalbum, fehlen. Für Fans der ersten Stunde sicher eine Genugtuung, denn immerhin spielte er drei Songs seiner ersten Platte. Musikalisch gibt es nichts zu meckern – alle fünf Herren sind Meister ihres Handwerks und Chuck Ragan könnte mit seiner kräftigen Stimme wohl jeden an die Wand singen.

Chuck Ragan - © Yavuz Odabas

Chuck Ragan – © Yavuz Odabas

Mit The Boat machte Chuck Ragan Schluss und bedankte sich ausgiebig beim Publikum und der Arena, die er seit den späten 90ern regelmäßig besucht. Geizig ist er aber natürlich auch nicht – deswegen spielte er auch noch drei Zugaben, alles Nummern von Feast and Famine. Beruhigt, berührt und mit guter Laune verließen die Massen die große Halle und fanden sich im Innenhof, in der Dreiraumbar und im Beisl wieder – denn immerhin ist es warm genug und Donnerstag – Freitag der Studenten.

Chuck Ragan lieferte eine gute Show, geballt mit Power, einer guten Ladung Folk und Schunkelnummern. Sympathiepunkte gibt es für den Texaner auch noch, denn ich habe selten einen Musiker gesehen, der dankbarer war hier zu spielen, als Chuck Ragan. Und das soll natürlich auch belohnt werden – nämlich mit einer (fast) ausverkauften Arena!

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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