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Crossfaith – Arena Wien

Crossfaith – Arena Wien

Am 29. Oktober 2014 brachten Crossfaith (Homepage) die kleine Halle der Arena Wien zum Brodeln. Transpirationsdunst stand sichtbar in der Luft und erhitze Gemüter und Gehörgänge waren das Produkt eines legendären Konzerts.

Doch der Brandherd des Abends entzündete sich mit Coldrain (Facebook) und einem musikalischen Auftakt, der einem gewaltigen Paukenschlag in Post-Hardcore-Manier gleichkam: Mit The Revelation nahm die Band aus Japan die gespannten Konzertbesucher sofort für sich ein. Gleichzeitig wurde dabei eine unglaubliche Energie entfesselt, die der Sänger Masato mit seiner Stimme bis in die letzten Reihen des Publikums trug.

Sänger Masato von Coldrain wusste mit Stimme und Performance zu überzeugen. © Stephanie List

Sänger Masato von Coldrain wusste mit Stimme und Performance zu überzeugen.
© Stephanie List

Nicht zuletzt seine amerikanisch-japanischen Wurzeln sind wohl dafür verantwortlich, dass englische Texte mit einzigartigen dynamischen und kontrastreichen Klangkonstrukten nicht nur eingefleischte Fans der japanischen Musikszene mit sich reißen, sondern auch die hiesige Hardcore-Gemeinschaft überzeugt. Der versierte Wechsel von sanften, melodischen und geschrienen Vocals wie bei Die Tomorrow ist wohl nicht zuletzt dafür verantwortlich, dass die Band über die Grenzen Japan hinaus bekannt wurde.

Man hätte fast annehmen können, Coldrain seien die Headliner für diesen Abend gewesen, so überzeugend legten sie ihre Performance hin und hielten das Publikum auf Trab. Mit The War Is On legten sie ein glanzvolles und starkes Finale ihres bereits zweiten Auftritts in Wien hin und ließen eine aufgeheizte Fanmenge zurück.

Silent Screams hielten das hitzige Spektakel am laufen.  © Lennart Horst

Silent Screams hielten das hitzige Spektakel am laufen.
© Lennart Horst

Aber das bedeutete keine Verschnaufpause für Fans und Moshwillige. Schnell wurde ein Zigarettchen geraucht, ein neues Bier geholt und auf ging’s in Runde zwei für den Abend: Silent Screams (Facebook) lieferten mit Hollow Heart einen soliden Einstieg dafür und gaben sich alle Mühe, das nun schon von Coldrain verwöhnte Publikum bei Stange zu halten. Was ihnen mit Liedern von ihrem neuen Album Hope For Now deutlich gelang. Immerhin waren die Briten zuletzt mit Chelsea Grin in der Arena auf den Brettern.

Sänger Ken von Crossfaith verlangte seinen Fans alles ab. © Stephanie List

Sänger Ken von Crossfaith verlangte seinen Fans alles ab.
© Stephanie List

Nun endlich war es so weit, die Stimmung in der kleinen Halle der Arena war auf ihr Maximum entflammt. Crossfaith schlugen ein wie eine Bombe und mit ihrem Songs We Are The Future entfachten die bühnenerprobten Japaner eine regelrechte Trancecore-Supernova, die nicht einen einzigen unberührt ließ.

Bereits zum dritten Mal in Österreich, hatte der japanische Import sich hier auch schon einen Namen gemacht – und wem sie noch unbekannt waren, der würde sich den Namen Crossfaith nun definitiv merken. Der Dreiraum der Arena wurde zu einem Hexenkessel, der vor lauter kraftstrotzender Beats und Electrosounds, kombiniert mit Screams und Breakdowns, regelrecht überquoll. Spätestens Tracks wie Evolution und Jägerbomb konnte sich keiner mehr halten. Sänger Ken motivierte das Publikum unerbittlich zu einem Circle Pit nach dem Anderen. Teru am Keyboard unterstütze den Leadsänger stimmkräftig und sprang im wahrsten Sinne des Wortes an die Decke.

Teru sieht nicht nur am Keyboard und Synthesizer gut aus. © Stephanie List

Teru sieht nicht nur am Keyboard und Synthesizer gut aus.
© Stephanie List

Auf einmal hing er am Gestänge der Scheinwerfer, Mikrofon in der Hand und sang lauthals seine Parts mit. Berührungsängste mit den Fans waren gleich null. Die Band und die aufgekratzte Menge wurden trotz jeglicher Jux und Tollerei zu einer eingeschworenen Einheit für den Abend. Teru sprang ins Publikum, vereinzelt durften Fans auf die Bühne, nur um selbst danach wieder in die verschwitzen Menge einzutauchen. Und erneut wurde zum Circle Pit motiviert, Fans und Band stachelten sich gegenseitig zur Höchstleistung an, der Schweiß rann in Strömen über Gesichter und freie Oberkörper.

Mit den drei Songs Madness, Eclipse und Stars Faded In Slow Motion schien der Abend seinen letztendlichen Höhepunkt zu erreichen, doch das Encore von Crossfaith hatte es doch noch deftig in sich und schien ein unaufhörliches Lauffeuer von guter Laune und noch besserer Musik zu sein. Ganz nach dem Motto, das Beste kommt zum Schluss, gaben die fünf Japaner mit Omen und Monolith nochmal alles und hinterließen ihre Anhänger und Fans zwar erschöpft und ausgebrannt, aber mit einer Erinnerung fürs Leben.

Publikum und Band verschmolzen nicht nur wegen der aufgeheizten Stimmung zu einer Einheit. © Stephanie List

Publikum und Band verschmolzen nicht nur wegen der aufgeheizten Stimmung zu einer Einheit.
© Stephanie List

Als man die Halle dann verließ, standen hintern einem noch die wabernden Transpirationsdunstwolken des Abends, Schweiß von Fans und Schweiß von Bands, gleichermaßen in der Luft. Und trotz der powergeladenen Show, ließen Crossfaith es sich nicht nehmen, den Fans noch geduldig Autogramme und Fotos als haptisches Andenken zu schenken.

Für mehr Fotos zu diesem denkwürdigen Konzertauftritt seht hier auf JM:SiXXX.

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