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Dallas Buyers Club – Filmkritik

Dallas Buyers Club – Filmkritik

Regisseur Jean-Marc Vallée bringt mit Dallas Buyers Club die wahre Geschichte des außergewöhnlichen Ron Woodroof auf die Großbildleinwand. Woodroof hat durch seinen eigenen Überlebenswillen dafür gesorgt, dass viele AIDS-kranke Menschen mit wirkenden Medikamenten gegen die damals noch sehr gefürchtete und noch nicht wirklich erforschte Krankheit versorgt wurden.

Dallas, Mitte der 80er Jahre war jener Ort und Zeitpunkt, in dem sich das Leben des Ron Woodroof (Matthew McConaughey) schlagartig ändern sollte. Der homophobe Cowboy steht auf Koks, Glücksspiel, Alkohol und Rodeos – egal ob mit Stieren oder Frauen. Nach einem Arbeitsunfall wird bei ihm jedoch HIV-positiv diagnostiziert und die Ärzte schätzen, dass Ron nur noch 30 Tage übrig bleiben. Durch das von Ärztin Dr. Eve Saks (Jennifer Garner) verschriebene, einzige legale Medikament AZT verschlechtert sich jedoch der Zustand des AIDS-Kranken und deshalb sucht er nach Alternativen. Also beginnt er Medikamente, die in den U.S.A. illegal sind, von Mexico nach Texas zu schmuggeln. Um diese zu verkaufen, benötigt der Cowboy allerdings Hilfe, die er bei dem schwulen, transsexuellen Rayon (Jared Leto) findet. Gemeinsam gründen sie den „Dallas Buyers Club“, durch dessen kostenpflichtige Mitgliedschaft man unbegrenzten Zugang zu den Präparaten bekommt. Mit dem Geschäft ihres Lebens entsteht nach und nach eine besondere Beziehung zwischen dem ehemals rücksichtslosen Hedonisten, der von seinen Freunden verstoßen wurde und dem sensiblen Homosexuellen. Mit dem Erfolg gerät die Organisation allerdings schnell ins Visier der FDA (Food and Drug Administration) und der Pharmaindustrie, die sich das rentable Geschäft mit den Kranken nicht aus den Händen nehmen lassen wollen. Ron stellt sich gegen das System und kämpft nicht nur um das Recht der Kranken, sondern auch um sein Leben.

Dallas Buyers Club hatte eine lange und schwierige Entstehungsgeschichte: Es dauerte 20 Jahre, von der ersten Begegnung des Drehbuchautors Craig Borton mit dem echten Ron Woodroof im Jahre 1992 bis hin zur ersten Klappe 2012. Die Studios waren der Meinung, dass AIDS kein heißes Thema mehr wäre. Doch als Produzentin Robbie Brenner Matthew McConaughey das Drehbuch schickte, kam der Stein ins Rollen.

Der noch weitgehend unbekannte kanadische Regisseur Jean-Marc Vallée (The Young Vicoria, C.R.A.Z.Y) hat spätestens mit Dallas Buyers Club nun die Aufmerksamkeit Hollywoods auf sich gezogen. Vor allem durch seine faszinierende Art zu drehen: Vallée verzichtete – unter anderem auch aus Zeit- und Budgetmangel (5,5 Millionen US-Dollar) auf sämtliche Belichtung und nutzte nur das Tageslicht. Auch auf Stative wurden weggelassen, damit dem Film mehr Authentizität verliehen wird.

Dieses Drama, welches auf einer wahren Begebenheit basiert, handelt von einem verzweifelten Mann, der alles daran setzt weiter zu leben und lernt dadurch Toleranz und Menschlichkeit. Matthew McConaughey präsentiert sich absolut glaubhaft als rüpelhafter Rodeo-Cowboy und schwulenhassendes Arschloch, sowie später als mutiger Lebensretter. Auch Jared Leto, in der Rolle des transsexuellen Rayons ist absolut zu Recht als bester Nebendarsteller für den Oscar nominiert. Beide Darsteller nahmen für diese Rollen so dramatisch ab, dass Leto sogar gesundheitliche Schäden davon trug. Das ist Hingebung… oder Idiotie. Jedenfalls ist der starbesetzte Indipendentstreifen auf jeden Fall einen Besuch im Kino wert. Für den Oscar als bester Film wird es aber wahrscheinlich nicht reichen.

Dallas Buyers Club

Kinostart: 7. Februar 2014
Genre: Drama, Biografie
Regisseur: Jean-Marc Vallée
Cast: Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner
Land: USA
Dauer: 117 Minuten
Filmverleih: Thimfilm
Film Website
Für Fans von: Blow, Inside WikiLeaks

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