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A Day To Remember – Gasometer Wien

A Day To Remember – Gasometer Wien

Trotz Eiseskälte und erstem Schneefall sieht man so manchen „Hardcore“-Fan sogar in Mosh-Shorts zur Bank Austria Halle spazieren. Es laden immerhin A Day To Remember in den Gasometer, die bekannt für ihre deftigen Breakdowns sind. Aber beginnen wir mit dem Opener: The Story So Far (Homepage).

Mit enorm schlechten Sound versuchten The Story So Far die halbwegs gut gefüllte Halle zu motivieren. Leider gingen die melodischen Gitarrenparts, die Pop-Punk nun mal ausmachen, im Bassgewummere völlig unter. Zudem wirkte die Band etwas lustlos und unentspannt. Besonders hervorzuheben ist aber die gesangliche Leistung von Sänger Parker Cannon. The Story So Far sollte man unbedingt noch eine zweite Chance geben, für schlechten Sound können sie leider nichts.

Every Time I Die ©Yavuz Odabas

Every Time I Die ©Yavuz Odabas

Weiter ging’s mit Every Time I Die (Homepage) aus Buffalo, New York. Mit ihrem etwas gewöhnungsbedürftigen “Northeastern Southern Rock”, konnten Every Time I Die nur schwer die Menge begeistern. Seit 15 Jahren spielt sich die Band nun durch die Länder dieser Erde, aber richtig angekommen sind die Jungs (zumindest) in Europa noch immer nicht. Dennoch ließen sie sich bei ihrer energiegeladenen Show nichts anmerken. Gitarrist Jordan Buckley versuchte erneut den Rekord in „Wie-hoch-kann-ich-meine-Gitarre-nach-oben-werfen?“ aufzustellen. Nachdem der Versuch geglückt war und die Gitarre wieder gefangen hatte, testete er dasselbe Prinzip mit seinem Speichel – Ja, auch der fand den Weg dorthin zurück, wo er herkam. Neben der Bühnenakrobatik gab’s natürlich auch etwas für die Ohren. Mit Songs wie, We’rewolf, Wanderlust, The New Black oder Ebolarama versuchten sie, die Menge in Bewegung zu kriegen. Wenigstens ging sich bei Bored Stiff ein vollwertiger Circlepit aus.

A Day To Remember © Yavuz Odabas

A Day To Remember © Yavuz Odabas

Als dann A Day To Remember (Homepage) die Bühne betraten, war das Publikum wie ausgewechselt. Mit ohrenbetäubendem Gekreische wurden die Jungs aus Ocala, Florida empfangen. A Day to Remember starteten ihr Set mit All I Want, I’m Made Of Wax, Larry, What Are You Made Of? und Homesick. Der Sound hatte sich etwas verbessert, man konnte mittlerweile auch die Gitarren hören. Gesanglich, also Clean sowie Shouts, konnte Sänger Jeremy McKinnon auf ganzer Linie überzeugen. Hätte er aber nicht müssen, denn das Wiener Publikum war überraschend textsicher. Kaum ein Song wurde nicht lauthals mitgesungen. Die Menge, vor allem die Mädchen, fraßen dem Frontman förmlich aus der Hand. Die, die gerade nicht fraßen, filmten brav alles mit dem Smartphone mit.

In der Mitte des Sets gaben A Day To Remember zwei Songs akustisch zum Besten. Nach diesem kurzen Intermezzo wurden die Amps wieder aufgedreht und blieben auch bis zum Schluss an. Sie präsentierten ebenfalls Songs ihres aktuellen Albums Common Courtesy. Unter anderen, City Of Ocala, Sometimes You’re The Hammer, Sometimes You’re The Nail oder Violence (Enough Is Enough). Als letzte Zugabe spielten A Day To Remember ihren Hit The Downfall Of Us All. Von der Bühne wurden Klopapierrollen gworfen, mit der Bitte sie weiter durch den Raum zu schießen. Ein würdiges Ende für einen gelungenen Konzertabend.

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Alexander Blach
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