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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand – Filmkritik

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand – Filmkritik

Ein Roadtrip, ein Koffer voll Geld, Ganoven, eine Verfolgungsjagd und ein Elefant – Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand bietet all das auf einmal. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die Verfilmung des gleichnamigen Bestseller-Romans von Jonas Jonasson. Der schwedische Regisseur Felix Herngren bringt die teils skurrile, teils aberwitzige Odyssee des kauzigen Allan Karlsson auf die Leinwand. Die Geschichte des Hundertjährigen lässt einen dabei staunend zurück. Nur Forrest Gump hat wohl mehr in seinem Leben erlebt, als Allan Karlsson.

Von Schweden bis Indonesien, von Josef Stalin zu Ronald Reagan: Allan Karlsson (Robert Gustafsson) wird 100 Jahre alt und möchte diesen Tag auf keinen Fall im Altersheim verbringen. Kurz entschlossen steigt er aus dem Fenster und macht sich auf den Weg zum nächstgelegenen Busbahnhof in Malmköpping. Durch eine Verkettung mehrerer Umstände kommt er dort an einen Koffer und fährt mit dem nächsten Bus, soweit sein Geld es zulässt. Er strandet in dem kleinen Ort Byringe und lernt dort Julius (Iwar Wiklander) kennen, einen Bahnwärter im Ruhestand mit einer Leidenschaft zum Diebstahl. Was die beiden nicht wissen: In dem Koffer befinden sich 50 Millionen Kronen und der Gangsterboss Prim (Alan Ford) mit seinen Handlangern und die schwedische Polizei sind Allan inzwischen auf den Fersen. Die beiden alten Herren machen sich kurzerhand aus dem Staub und gehen dabei sogar über Leichen – wenn auch eher ungewollt. Was nun folgt, ist ein skurriler Roadtrip, bei dem sich nach und nach der Imbissbudenbesitzer und Langzeitstudent Benny Ljungberg (David Wiberg) und die Einsiedlerin Gunilla Björklund (a.k.a. „die schöne Frau“, Mia Skäringer) mit Elefantendame Sonja anschließen. Auf der wilden Fahrt trifft die ungleiche Gruppe auf Schwedens Gangster, die Polizei und die Staatsanwaltschaft. Untermalt wird das Ganze mit Rückblenden auf Allans erlebnisreiches hundertjähriges Leben – ohne Rücksicht auf historische Korrektheit.

Regisseur Felix Herngren schafft es den sarkastisch aber liebevoll-witzigen Ton, den schon die Romanvorlage so beliebt gemacht hat, in seiner Verfilmung beizubehalten. Er hält sich größtenteils an das Buch, wenngleich er (gezwungenermaßen) einige Episoden aus Allans aufregendem Leben weglassen musste. Auch die Verflechtung zwischen der Handlung um den millionenschweren Koffer und den Sprüngen in Karlssons unglaubliche Vergangenheit gelingt größtenteils gut. Die historischen Figuren sind treffend besetzt und gut erkennbar: Wir sehen Allan Karlsson mit General Franco (Koldo Losado), Josef Stalin (Algirdas Romualdas), Harry S. Truman (Kerry Shale), Ronald Reagan (Keith Chanter) und dem Erfinder der Atombombe Robert Oppenheimer (Philip Rosch). Robert Gustafsson verkörpert den alten Kauz Karlsson nahezu perfekt. Der Darsteller wirkt durch und durch glaubwürdig, was nicht zuletzt der sehr guten Arbeit der Make-Up Artists geschuldet ist. Gustafsson schafft es den tölpelhaften Charme und die naive Art mit der Allan an historische Persönlichkeiten herantritt (zum Beispiel beim Abendessen mit Josef Stalin) gekonnt rüberzubringen. Und genau das ist es, was diese Figur so liebenswert macht.  Völlig unbeeindruckt von politischer Bedeutsamkeit stolpert Karlsson mit nur einem Motto durch die Weltgeschichte: Mit Dynamit geht alles besser.

Fazit: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand ist eine unglaubliche Geschichte, die von Felix Herngren passend inszeniert wurde. Die Zuschauer sollten sich auf eine gute Portion schwarzen Humor und bissige, politisch nicht immer korrekte Witze gefasst machen. Wie die meisten Buchverfilmungen kommt die Leinwandversion zwar nicht ganz an die Vorlage heran, Fans des Romans werden aber dennoch nicht enttäuscht, da Robert Gustafsson der kauzigen Figur des Allan Karlsson mehr als gerecht wird.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Kinostart: 21. März 2014
Genre: Komödie, Abenteuer
Regisseur: Felix Herngren
Cast: Robert Gustafsson, Iwar Wiklander, David Wiberg, Mia Skäringer
Land: Schweden
Dauer: 114 Minuten
Filmverleih: Concorde
Für Fans von: Forrest Gump, Jonas Jonasson, verrückten Geschichten

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