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Destiny im Test

Destiny im Test

Vier Jahre Entwicklungszeit, knapp eine halbe Milliarde Dollar und geschätzte 15 Million verkaufte Exemplare: Das ist Destiny (Homepage) von den Branchenkolossen Activision und Bungie. Wir haben das Spiel bis Level 29 für euch getestet und rund 110 Stunden an Spielzeit investiert – kurz gsagt, wir haben alles an Farm und Erfahrungspunkten mitgenommen, was geht, um euch umfassend berichten zu können.

Bei dem Sci-Fi Shooter schlüpfen wir in die Rolle eines so genannten „Hüters“ (die letzten Retter der Menschheit und des Lichts) im Jahre 2700.

Nach einem goldenen Zeitalter der universalen Kolonisation steht die Menschheit nun vor der absoluten Vernichtung. Kriege mit Aliens, aus Dunkelheit geboren, erschüttern die Erdlinge immer wieder. Die Erde dient als letzte Bastion des Widerstands und hier wird für einen letzten, schier aussichtlosen Kampf aufgerüstet.

Als Hüter machen wir uns also auf den Weg, mit unserem kleinen mechanischen Freund, (schlicht „Geist“ genannt) die Menschheit zu retten. In guter alter MMORPG-Manier muss zu aller erst eine Klasse gewählt werden: Der Warlock, der Hunter und Titan stehen zur Auswahl.:

Der Warlock überzeugt mit Durchschlagskraft. © 2014 Activision Blizzard

Der Warlock überzeugt mit Durchschlagskraft. © 2014 Activision Blizzard

Der Warlock ist der Magier von Destiny. Er kann mit seinem Leere-Läufer Skilltree eine Menge Flächenschaden anrichten und hat zielsuchende Granaten. Mit Level 15 schaltet man den Sonnensänger Fertigkeitsbaum frei, mit dem man die Effektivität und Durchschlagskraft seiner Fähigkeiten erhöhen kann und im Kampf etwas robuster wird. Er kann sich durch seine Spezialfähigkeit wiederbeleben.

Der Hunter teilt gezielt aus. © 2014 Activision Blizzard

Der Hunter teilt gezielt aus. © 2014 Activision Blizzard

Beim Hunter handelt es sich um einen agilen Scharfschützen. Als Spezialfähigkeit hat er eine Art goldbrennende Pistole, mit der er einem einzelnen Ziel beträchtlichen Schaden zufügen kann. Ab Stufe 15 gibt es die Möglichkeit, den Klingentänzer-Skilltree auszubauen und sich mit einer aufgeladenen Klinge durch große Gegnerhorden zu metzeln.

Als Titan stellt man sich stählern seinen Feinden entgegen. © 2014 Activision Blizzard

Als Titan stellt man sich stählern seinen Feinden entgegen. © 2014 Activision Blizzard

Der Titan ist ein schwer gepanzerter und robuster Sturmsoldat, der auf schwere Waffen und seiner Spezialattacke – einen mächtigen Bodensprung – setzt. Auch hier wird der zweite Skillbaum mit Level 15 freigeschaltet, der dem Titan die Fähigkeit gibt, ein Schild zu erzeugen, um Teammitglieder zu schützen.

Nachdem man sich für eine der drei verfügbaren Charakterklassen entschieden hat, darf man nach Belieben das Erscheinungsbild seines persönlichen Helden gestalten. Danach folgt endlich der eigentliche Spielspaß: Nach einem Tutorial kommt man bereits zum ersten sozialen Knotenpunkt des Spiels, nämlich dem Turm. Hier tummeln sich verschiedenste Spieler und Händler.

Das klingt zuerst noch ganz abenteuerlich, doch schnell macht sich ein allgemeines Problem von Destiny bemerkbar: Es werden verschiedenste NPCs und Händler zu wenig bis gar nicht erklärt. Zu wenige Informationen führen beispielsweise dazu, dass einem interessante Spielaspekte fast gänzlich entgehen. Da wäre die zum Beispiel die Möglichkeit seltene Ausrüstung bei Händlern zu ergattern, die nur an bestimmten Tagen im Turm anzutreffen sind.

Da es sich bei diesem Spiel um ein „Massive Multiplayer Online Shooter (kurz: MMO-Shooter) handelt, bleibt es einem selbst überlassen, die insgesamt zehn stündige Story alleine oder mit ein bis zwei weiteren Freunden zu spielen. Destiny kann zwar mit Atmosphäre, Level Design und Multiplayer-Spaß überzeugen, doch die 19 Story-Missionen ähneln sich leider zu sehr und zeigen zu wenig Vielfalt.

Stimmungsvoll kämpft man sich durch die Story, wie hier beispielsweise auf der Venus.

Stimmungsvoll kämpft man sich durch die Story, wie hier beispielsweise auf der Venus. ©screenshot

Nach und nach erkundet man die Planeten Erde, Mond, Venus und Mars und nach Erreichen der Maximalstufe von 20 stehen ausschließlich Raids und schlachtzugartige Missionen im Mittelpunkt des Spielgeschehens. Dazu gaben die Entwickler Bungie selbst ihren Senf dazu ab und erklärten den wahren Spielspaß in Destiny erst mit Erreichen der Maximalstufe als eröffnet.

Die Bezeichnung Maximalstufe ist hier etwas irreführend. Denn kann man zwar nicht anhand herkömmlicher Methoden wie Erfahrungspunkte zu sammeln oder Missionen meistern Level 20 übersteigen. Allerdings hat man die Möglichkeit durch Ausrüstung mit sogenannten Lichtattributen Stufe 30 zu erreichen.

Obgleich Destiny mit einer exzellenten Optik zu überzeugen weiß, sucht man doch vergebens nach etwaigen physikalischen Spielereien. Die meisten Oberflächendetails sind direkt in den Texturen verpackt und wenn dann doch einmal ein paar Felsen in der Gegend herum liegen, sind diese wohl mit Superkleber und einem eigenen Schutzschild befestigt, da sie sogar unserem Raketenwerfer störrisch stand halten. Dadurch wirkt das Spiel stellenweise etwas zu sehr poliert und statisch.

Nach der Story farmt udn grindet man sich durch alle bisherig erkundeten gebiete, wie dem Mars. ©enemy.at

Nach der Story farmt und grindet man sich durch alle bisherig erkundeten Gebiete, wie dem Mars. ©screenshot

Rein akustisch allerdings ist an Destiny nichts auszusetzen. Große Kämpfe werden meist mit dramatischer oder auch heroischer Musik untermalt und die Waffeneffekte pusten einem gepflegt die Gehörgänge sauber.

Doch nur Soundkulisse und Grafikblenderei machen noch lange kein Spiel: Die Shooter-Experten von Bungie beweisen einmal mehr, dass sie ein fantastisches Spiel- und Waffengefühl auf die Beine stellen können. Hier überzeugen die hervorragende Steuerung und die knackig fordernde Kämpfe.

Mit traumhafter Sicherheit versenkt man Feuerstöße in Alienschädel, freut sich tierisch über das Waffen- und Trefferfeedback, mäht anschließend ein paar einzelne Gegner mit einem Präzisionsgewehr über den Haufen und wechselt sofort auf ein alles vernichtendes schweres Maschinengewehr, um den Rest der Feinde zu durchsieben. Spaßige Waffenvielfalt gibt es genug in Destiny, insbesondere auf den höheren Levelstufen.

Clevere künstliche Intelligenz der Gegner ist ein großer Bestandteil der spannenden Kämpfe, denn oft muss man verschiedene Taktiken anwenden um seine Gegner zu bekämpfen. Beispielsweise sind präzise Schüsse in die Arme von einigen Aliens notwendig, um ihre verwundbaren Köpfe freizulegen.

Einen weiteren großen Teil des Spiels macht der Mutliplayer Modus aus. Hier treten Hüter in verschiedensten Formen und Farben gegeneinander an. So kann man im Player versus Player-Modus (PvP) in der Arena, Schmelztiegel genannt, gegen andere Spieler antreten.

Hier erwatet uns ein gut funktionierendes Matchmaking-System ohne zu lange Warteschlangen auf der Suche nach anderen Hütern. Man hat die Möglichkeit zwischen den drei Spielmodi Rumble, Team-Deathmatch und Kontrolle-Matches zu wählen und landet dann zufällig auf einer von zehn verschieden gestalteten Karten.

Da auf den Karten eine Menge Spieler gegeneinander antreten und man dank eines Schildes einige Treffer einstecken kann, machen die Schlachten besonders viel Laune. Zusätzlich werden alle Spieler mit verschiedenen Charakterstufen durcheinander gewürfelt. Somit ergibt sich kein Level Vorteil und ist dadurch relativ gut ausbalanciert.

FAZIT

Wer auf eine einwandfreie Sci-Fi-Atmosphäre steht und kein Problem damit hat, nach einer eher schwachen Story zu grinden und zu farmen, was das Zeug hält, sollte bei dem MMO-Shooter Destiny definitiv zugreifen. Allerdings sollten die Erwartungen, die man an einen sogenannten „Next-GenTitel“ hat, eher auf dem Erdboden bleiben.

Mit Geduld und Durchhaltevermögen belohnt Destiny jeden, der am Ball bleibt. Gerade tägliche Beutezüge, Events und wöchentliche Strike-Missionen gestalten den momentanen Endcontent abwechslungsreich und erhöhen das Suchtpotential. Außerdem lässt es sich mit Gleichgesinnten sowohl im Multiplayer-Modus als auch in der PvP-Arena aushalten. Daher vergeben wir 4 von 5 Punkten, weil größtenteils hält Destiny, was vorab angekündigt wurde und vorallem birgt es viel Ausbau-Potential in sich.

Denn bereits am 09. Dezember 2014 gibt es die erste Downloaderweiterung zum Spiel: The Dark Below kommt mit einer höherne Maximalstufe, neuer Ausrüstung und neuen Storyquests und Missionen. Wir sind weiterhin gespannt und schnetzeln solange kämpferisch-fröhlich Aliens jeglicher Art weiter.

Destiny

Releasedate: 09.09.2014
Plattform: PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One
Genre: Action /Sci-Fi/Shooter
Publisher: Activison Blizzard
Entwickler: Bungie
Für Fans von: Halo
USK: ab 16 Jahren
Preis: gesehen um 54,99 Euro

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