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Die Mamba – Filmkritik

Die Mamba – Filmkritik

Regisseur Ali Samadi Ahadi spielt in seiner Verwechslungskomödie Die Mamba mit den typischen Genre-Konventionen des Agentenfilms und erzählt die Geschichte von zwei Männern, die unterschiedlicher und doch ähnlicher nicht sein könnten.

Internationaler Top-Terrorist, tödlicher Nahkämpfer, Scharfschütze, Sprengstoffexperte, Meister der Maske und der Täuschung: Die „Mamba“ (Michael Niavarani) ist absolut tödlich, unfassbar und unbezwingbar. Sie ist das komplette Gegenteil von Hossein Sarivi (ebenfalls Michael Niavarani): Dieser ist ein braver Durchschnittsbürger, ein Pantoffelheld von einem Ehemann und Geräuschdesigner in einer Keksfabrik. Das einzige, was die beiden verbindet, ist ihr identisches Aussehen. Als Sarivi infolge einiger Tollpatschigkeiten fristlos entlassen wird und infolge dessen heimlich, damit seine dominante Ehefrau Pari (Proschat Madani) nichts merkt, einen neuen Job sucht, wird er irrtümlich für die „Mamba“ gehalten. Sarivi wird nun von russischen Auftraggebern auf eine lebensgefährliche Mission nach Casablanca geschickt, wobei ihm auch noch der CIA-Agent Bronski (Christoph Maria Herbst) im Nacken sitzt, dessen Lebenstraum es ist, endlich die berühmte „Mamba“ hinter Gitter bringen zu können. Zusätzlich wird Sarivi noch die schöne Nachwuchs-Terroristin Sherazade (Melika Foroutan) zur Seite gestellt, welche ihm helfen soll, einen Anschlag auf ein Atomkraftwerk in Frankreich vorzubereiten. Ein irrwitziges Katz-und-Maus-Spiel beginnt, in welchem alle Beteiligten erkennen müssen, was wirklich im Leben zählt – und ganz nebenbei noch eine globale Katastrophe verhindern müssen…

Mit Die Mamba nimmt Regisseur Ali Samadi Ahadi genussvoll populäre Agenten-Filme und deren Klischees aufs Korn, indem er österreichischen und deutschen Humor verschmelzen und auch aufeinanderprallen lässt.

Michael Niavarani ist in einer Doppelrolle – sowohl als knallharter Terrorist als auch als tollpatschiger „Durchschnittstrottel“ – zu sehen und spielt beide Rollen mit sichtlichem Vergnügen. In jeder Filmminute fällt auf, mit welchem Spaß Niavarani die Grenzen seiner Figuren auslotet und mit welcher Freude er die gegensätzlichen Klischees aufeinanderprallen lässt. Ebenso Christoph Maria Herbst, welcher als exzentrischer CIA-Agent jenes Berufsfeld ganz bewusst durch den Kakao zieht. In den weiblichen Hauptrollen glänzen Proschat Madani als furchteinflößende Ehefrau und Melika Foroutan als taffe Nachwuchs-Killerin.

Von der schauspielerischen Leistung her ist an Die Mamba nichts auszusetzen, alle Beteiligten hatten sichtbar Spaß beim Dreh und testen genüsslich die Grenzen des Agenten-Genres aus. Von der Story her ist Die Mamba jedoch denkbar schwach: Ihre Vorhersehbarkeit, ihre aufgelegten Witze und die teilweise schon ans Groteske grenzende Dämlichkeit der Geschichte lassen dem Publikum nur zwei Möglichkeiten. Entweder schaltet man das Hirn ab oder man verlässt fluchtartig den Saal. Natürlich ist Die Mamba nicht auf Ernst- oder Sinnhaftigkeit ausgelegt, der Film soll ja ein beliebtes Genre veralbern und gewisse Klischees lächerlich machen. Es kommt also darauf an, was man sich von Die Mamba erwartet; wer sich von vornherein auf Unfug, teilweise wirklich tiefen Humor und Blödsinn am laufenden Band freut, wird mit Die Mamba nicht enttäuscht werden.

DIE MAMBA

Kinostart: 10. April 2014
Genre: Komödie
Regisseur: Ali Samadi Ahadi
Cast: Michael Niavarani, Christoph Maria Herbst,Melika Foroutan, Proschat Madani
Land: Österreich, Deutschland
Dauer: ca. 96 Minuten
Filmverleih: Constantin Film
Für Fans von: Stromberg, Salami Aleikum

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