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Die Nonne – Filmkritik

Die Nonne – Filmkritik

Mit Die Nonne verfilmt Regisseur Guillaume Nicloux die bedrückende Geschichte einer jungen Frau, die gegen ihr vorbestimmtes Schicksal aufbegehrt und sich nur eines wünscht: Freiheit.

Suzanne Simonin (Pauline Étienne) hat alles, was sich ein Mädchen nur wünschen kann: Sie kommt aus einer gutbürgerlichen Familie, sie ist jung, hübsch und intelligent. Als ihre Familie sie jedoch dazu drängt, das klösterliche Gelübde abzulegen, erfährt sie das dunkelste Geheimnis ihrer Mutter (Martina Gedeck): Suzanne ist ein uneheliches Kind, ihre Mutter hatte eine Affäre. Nun soll Suzanne die Schuld der Mutter büßen; widerwillig beugt sich Suzanne dem Willen der Familie und legt ihr Gelübde als Nonne ab. Jedoch selbst hinter den Mauern des Klosters bleibt Suzannes Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung ungebrochen. Auch als sie unter der Herrschaft der fanatischen Mutter Oberin Christine (Louise Bourgoin) aufs Schlimmste gedemütigt, misshandelt und gepeinigt wird, bleibt ihr Willen, das Leben kennenzulernen, bestehen, Suzanne lässt sich nicht brechen und kämpft um ihre Freiheit. Der Wechsel in ein anderes Kloster verspricht zunächst Besserung, doch dann verliebt sich die Mutter Oberin (Isabelle Huppert) in sie, und Suzanne muss erneut ihren Lebenswillen beweisen.

Die Nonne ist eine Neuverfilmung des 1796 postum erschienen Romans „La religieuse“ von Denis Diderot, einem Klassiker der französischen Aufklärung. Die Klöster Bronnbach und Maulbronn sind die Hauptdrehorte für den Film gewesen und ideale Schauplätze für die belastende Stimmung des ganzen Films.

Pauline Étienne überzeugt ganz eindeutig als Frau, deren Lebenswillen und Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung auch nach zahllosen Misshandlungen und Demütigungen ungebrochen bleibt. Durch ihre Darbietung lässt einen das Schicksal von Suzanne nicht unberührt, die Ungerechtigkeit, dass ein junges Mädchen für eine „Sünde“ der Mutter büßen soll, und die darauf folgenden Torturen, die sie über sich ergehen lassen muss, lassen einen schon mal mit den Zähnen knirschen.

Die Rolle der fanatischen Mutter Oberin Christine spielt Louise Bourgoin bravourös, die grausame, tyrannische und herzlose Nonne wird perfekt verkörpert und weckt den Wunsch, dass Suzanne es doch bitte schaffen soll, sich aus ihren Fängen zu befreien.

Die Nonne ist ein bedrückender und gleichzeitig auch irgendwie lebensbejahender Film, da Suzanne nicht aufgibt und alles unternimmt, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Es ist definitiv kein locker-leichter und unterhaltender Film für einen entspannten Kinoabend, sondern die beklemmende und auch fesselnde Darstellung einer jungen Frau, die trotz aller Torturen die Kraft findet, immer weiterzumachen.

Die Nonne

Kinostart: 21. Februar 2014
Genre: Drama
Regisseur: Guillaume Nicloux
Cast: Pauline Étienne, Martina Gedeck, Louise Bourgoin, Isabelle Huppert
Land: Frankreich/Deutschland/Belgien
Dauer: 114 Minuten
Filmverleih: Polyfilm
Film Website
Für Fans von: Die unbarmherzigen Schwestern, Geschichte einer Nonne

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