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Driveclub im Test

Driveclub im Test

Evolution Studios‘ exklusiv für die Playstation 4 erschienenes Rennspiel Driveclub (Facebook) ging dank einer massiven Medienkampagne wohl nur an den wenigsten unbemerkt vorüber. Neben fulminanter Optik verspricht es ein Online-Erlebnis der Sonderklasse. Solche Statements lassen uns natürlich aufhorchen und so haben auch wir ein paar Test-Runden für euch gedreht.

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Atmosphärisch macht das Spiel einiges her. Strecken und Umgebungen bestechen zu jeder Ingame-Tageszeit mit hohem Detailreichtum, eindrucksvolle Kameraeffekte vervollständigen das Bild. Sowohl unterschiedliche Witterungen als auch schwungvolle Kontakte mit der Konkurrenz oder der Umgebung hinterlassen ihren Eindruck auf der eigenen Karosserie.

Sollte man das eigene Auto also mal – selbstverständlich vollends beabsichtigt – mit hoher Geschwindigkeit gegen die Wand setzen, so lassen sich im Anschluss beeindruckende Dellen entdecken. Solcherlei spielerische Experimente wirken sich außerdem auch im Folgenden negativ auf Steuerung und Beschleunigung des Wagens aus.

Kontakte mit Straßenrändern und der Konkurrenz hinterlassen ihre Spuren an der Karosserie. © Sony Computer Entertainment

Kontakte mit Straßenrändern und der Konkurrenz hinterlassen ihre Spuren an der Karosserie. © Sony Computer Entertainment

Die Steuerung an sich erfordert zwar insbesondere von Gelegenheitsspielern etwas Eingewöhnung, belohnt die investierte Zeit dafür jedoch mit Präzision. Hat man erst einmal den Dreh mit dem Drift heraus, kratzt sich die Kurve wie von selbst.

Das Herzstück Driveclubs ist sein Multiplayer-Modus. Man gründet einen Club oder tritt einem bereits existenten bei, um gemeinsam mit bis zu elf Kollegen auf Trophäenjagd zu gehen. Auch ein individuelles Logo und eine repräsentative Lackierung können gewählt werden. Mit den erreichten Punkten erhöht man dann sukzessive den Clublevel, welcher zum Beispiel Zugriff auf neue Spielinhalte erlaubt.

Hat man sich an die Steuerung gewöhnt, driftet man gekonnt um jede noch so gefinkelte Kurve. © Sony Computer Entertainment

Hat man sich an die Steuerung gewöhnt, driftet man gekonnt um jede noch so gefinkelte Kurve. © Sony Computer Entertainment

Der spannendste Part des Spiels, Online zu gehen, ist momentan auch sein größtes Manko. Lief bis zum Release am 8.Oktober für die Betatester noch alles rund, werden Spieler seit der Veröffentlichung von Serverproblemen geplagt. Unabhängig davon, bis zu welchem Ladebildschirm man es schafft, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet einen am anderen Ende ein Disconnect. So fühlt man sich letzten Endes fast schon genötigt, seinen eigenen One-Man-Club („Sloth the Hero“ wird früher oder später noch die Weltherrschaft an sich reißen!) zu eröffnen.

Anschließend ist man leider als einziges Mitglied bemüht, genügend Punkte zu erwirtschaften, um den eigenen Clublevel zu erhöhen. Sofern man nicht ein enormer Autofan ist, der auch gerne fast ausschließlich gegen Computergegner Rennen fährt – oder einer, der Freude daran hat, sämtliche Statistiken der einzelnen Fahrzeuge auswendig zu kennen und schnell mal in einen Offline-Sammelrausch verfällt, wird man sich an Driveclub schnell sattgefahren haben.

Achtet man zu sehr auf die imposante Umgebung, landet man schnell im Straßengraben. © Sony Computer Entertainment

Achtet man zu sehr auf die imposante Umgebung, landet man schnell im Straßengraben. © Sony Computer Entertainment

Im Singleplayer gibt es neben der freien Levelauswahl aus 44 Strecken zwar auch Missionen, in denen bestimmte Aufgaben zu erfüllen sind, diese beschränken sich aber in der Regel auf eine möglichst gute Platzierung, eine bestimmte Distanz, die man driftend zurücklegen muss, und dergleichen. Das Ganze bietet kaum genug Unterhaltung, um einen über das massive Online-Manko hinwegsehen zu lassen, insbesondere, da man alleine verhältnismäßig lange braucht, um den Clublevel zu erhöhen, der für einige Fahrzeuge, Rennen und Herausforderungen auch im Singeplayer eine Voraussetzung darstellt.

Außerdem gibt es keinen Offline-Coop Modus, bei dem man seinen besten Kumpel, der neben einem auf der Couch sitzt, Staub fressen lassen kann. Diese Unart, anzunehmen, der typische Spieler der heutigen Zeit wolle das Multiplayer-Erlebnis nur noch online genießen, scheint sich wie ein Parasit in der Industrie eingenistet zu haben und persistiert auch hier.

Fazit

Alles in allem stellt sich Driveclub als Rennspiel mit gelungener Optik und präzisem Fahrverhalten dar, das durch Serverprobleme (noch) Unmengen an Potential seines Kernelements, dem Online-Modus, verschenkt. Wer sich bis zu einem voll funktionierendem Multiplayer noch etwas gedulden kann und kein Problem damit hat, gegen Bots ein paar Runden zu drehen, während er (vor allem wenn ordentlich demoliert) die detailreichen Autos und wunderschön inszenierten Landschaften genießt, der kann trotz einiger Macken zugreifen. Wir vergeben fünf von zehn Sternen, da die Hälfte des Rennspaßes noch auf der Strecke bleibt.

Driveclub

Releasedate: 08.10.2014
Plattform: Playstation 4
Genre: Rennspiel
Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwickler: Evolution Studios
Ungefähre Spieldauer:
Für Fans von: Need For Speed
PEGI: ab 3 Jahren
Preis: gesehen um 51,95 Euro

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