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Emil Bulls – Sacrifice To Venus

Emil Bulls – Sacrifice To Venus

Wenn sich Bands über die Jahre verändern, hinterlässt das meistens Missstimmungen bei den Fans. Nicht so bei den Emil Bulls. Als Vorreiter der deutschen Nu Metal Szene gestartet, wurden die Münchner mit jedem Album schneller, härter und auch erfolgreicher. Da soll noch einmal einer sagen, man muss Radiomusik liefern, um Erfolg ernten zu können. Nun, am 08.08.2014 erscheint das mittlerweile achte Studioalbum der Emil Bulls, Sacrifice To Venus, welches den Trend der Band lückenlos fortsetzt.

The trend is your friend

wie schon ein bekannter Wurstfabrikant, Fußballclub-Besitzer und neuerdings auch inhaftierter Steuerhinterzieher mal sagte. Der beschriebene Erfolg der Emil Bulls (Facebook) blieb zwar in Österreich bislang aus, doch dies sollte sich spätestens jetzt mit Sacrifice To Venus ändern!

Emil Bulls cover

Der Opener The Grave gibt gleich mal die Marschrichtung für die nächste Stunde an und überzeugt auf voller Linie. Mit einem ähnlichen Intro wie bei When God Was Sleeping geht die wilde Fahrt los. Fette Gitarren und brachiale Shouts entzünden ein Inferno. Dieses wird im Refrain durch den im Gegenzug fast kindlich klingenden Zwischengesang von Sänger Christoph gekonnt unterbrochen, um kurz darauf wieder richtig Öl ins Feuer zu gießen. Die Mischung stimmt einfach und macht Appetit auf mehr.

Weiter geht es mit Hearteater, der ersten Singleauskopplung. Neuer Song, gleiches Bild. Emil Bulls schaffen es trotz der steigenden Härte, ihren Songs immer genügend Melodie mit auf dem Weg zum Ohrwurm zu geben. Nach zwei Songs kann man schon das erste kleine Fazit ziehen und sagen, dass Sacrifice To Venus perfekt produziert wurde. Das ist nicht nur derber Krach, wie es meine Mutter bezeichnen würde (was eigentlich schon das größte Kompliment ist). Man kann jeden Song hundert Mal hören und findet immer wieder Neues, sei es eine Hook, ein kurzes Gitarrenintermezzo oder cleaner Hintergrundgesang, an dem man sich erfreuen kann.

Pants Down ist der Party-Kracher auf Sacrifice To Venus. Die Nummer ist textlich vielleicht keine Perle, macht aber unheimlich Bock auf’s Feiern und wird vor allem live für eine Menge Spaß sorgen. Dass das Publikum und die Bulls selbst gefallen an dem Song finden, seht ihr hier im dazu gedrehten Video. Aber bitte, lasst eure Hosen an!

Wie auf dem Vorgänger Album Oceanic wird auch Sacrifice To Venus bei Song Nummer vier zum ersten Mal etwas leiser. I Wanna Feel You, die Ballade des Albums, überzeugt nicht nur mit wunderschönen Textzeilen, die man mit voller Überzeugung in den Nachthimmel schreien möchte. Sie besitzt auch genug Power, um zum Springen einzuladen.

We dont give a shit about rainbows and butterflies

Der Anspieltipp von Sacrifice To Venus ist eindeutig Rainbows And Butterflies. Musikalisch steckt zwar nicht so viel Kraft in dem Song wie auf dem Rest der Platte, doch diese wird durch knallharte Lyrics mehr als kompensiert. Eine Ode an das Böse und gegen alles, was flauschig ist – das gefällt. Habt ihr schon mal drüber nachgedacht, ein Einhorn von hinten zu penetrieren?

Nach energetischen Wuchtbrummen wie The Way Of The Warrior und The Reckoning folgt mit The Age Of Revolution ein Song, der an alte Emil Bulls Tage erinnern lässt. Hier wird mehr Wert auf aggressive Hip-Hop-ähnliche Reime gelegt, die der Band mindestens genauso gut stehen wie brachiale Shouts. Der Titeltrack Sacrifice To Venus brilliert durch den Einsatz von leichten Dubstep Elementen und sich langsam aufbauendem Hass, der sich im Refrain entlädt. Achtet beim Hören doch mal genau auf die Lyrics im Refrain, vielleicht fällt euch ja etwas auf?

Gone By Gone ist die zweite ruhigere Nummer des Albums, die sich als gigantische Stadionhymne samt Guns N‘ Roses Solo entpuppt. Sehr puristisch gehalten und dennoch so groß wie die Sonne. Der optimale Soundtrack, um nachts auf dem Dach eine Zigarette zu rauchen und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Kurz vor Schluss wird’s mit Man Or Mouse richtig verrückt. Sänger Christoph schleudert die Textzeilen in System Of A Down Manier heraus als gebe es kein Morgen mehr. Der Song wirkt auf den Hörer, wie ein Orkan der einen drei Minuten lang durch die Luft wirbelt. Eine absolute Live Nummer.

Fazit

Emil Bulls Fans können sich in der glücklichen Lage schätzen eine Band zu haben, die sie anscheinend nie enttäuschen wird. Sacrifice To Venus gehört definitiv zu den Top Metal Alben dieses Jahres. Es ist schön zu sehen, wie die Emil Bulls mit jeder Platte besser werden und sich ein ums andere Mal selbst übertreffen. Wer jetzt Lust bekommen hat die Münchner einmal live zu erleben, kann das noch heuer im Wiener Flex (Infos gibt’s hier) tun. Wir werden dort sein!

Emil Bulls – Sacrifice To Venus

Für Fans von: 4Lyn, The Sorrow
Afm Records (Soulfood)
VÖ: 08.08.2014
Gesehen um €15,99

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