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The Evil Within im Test

The Evil Within im Test

Die Erwartungshaltungen waren gigantisch. Shinji Mikami, der geistige Vater der Resident Evil Reihe entwickelte mit dem Team von Tango Gameworks einen neuen Horrorschocker, mit dem Titel The Evil Within. Die Fans von Resident Evil flippten über diese Nachricht völlig aus. Ist auch verständlich, denn nach Resident Evil 4 – dem letzten Teil der Serie, an dem Shinji Mikami aktiv mitgearbeitet hat – entwickelte sich die einstige Survival Horrorreihe in einen eher simpel gestrickten Shooter. The Evil Within geht wieder zurück zum Ursprung des Survival Genres.

In Evil Within sind die zombieartigen Gegner sehr schön gestaltet. (c) Bethesda Softworks

In Evil Within sind die zombieartigen Gegner sehr schön gestaltet. (c) Bethesda Softworks

Der erfahrene Detective Sebastion Castellanos wird zu einem Massenmord beordert und soll den Fall lösen. Während er sich die Überwachungsvideos der Nervenklinik, welche der Ort des Geschehens ist, ansieht, muss er feststellen, dass es sich bei dem Mörder um keinen normalen Menschen handelt. Bevor er überhaupt mit den Ermittlungen anfangen kann, wird er von einer Gestalt mit sehr starken Brandwunden überwältigt. Anschließend wacht der Detective kopfüber von der Decke hängend auf und muss von nun an dem Bösen direkt ins Auge blicken, um zu Überleben.

Bezüglich Horror, Splatter und Gore gibt The Evil Within gleich im Intro Vollgas. Dass man in der ersten Szene den Anblick von grausam verstümmelten Leichen ertragen muss, ist im Vergleich zum restlichen Spiel der reinste Kindergeburtstag. The Evil Within schlägt dem Spieler von Anbeginn an den puren Horror in die Fresse. Den Fans des Genres zaubert das schon ziemlich bald ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Dazu trägt auch noch die Kinoatmosphäre bei. Das Spiel ist nämlich im 21:9 Format gehalten, wodurch man zwei schwarze Balken am Fernseher hat, so wie bei einem Kinofilm. Wie man das findet, ist Geschmackssache. Denen meisten fällt das wahrscheinlich gar nicht auf.

In die Steuerung findet man sich wahnsinnig schnell ein, somit gibt es hier kein lästiges: „Ach, was muss ich da noch gleich drücken?“ Beim Gameplay macht man auch sehr schnell Fortschritte. Zwar hat man zu Beginn noch wenig Waffen und noch weniger Munition, doch der Fokus des Beginns liegt sowieso beim Schleichen. Wer glaubt, er könne hier jeden Gegner frontal attackieren, der wird schnell mit einem frühzeitigen Tod belohnt. Meistens ist es sowieso ratsam, einen Kampf aus dem Weg zu gehen, denn hat man gar keine Munition mehr, ist man völlig wehrlos. Der Nahkampfangriff gleicht nämlich in The Evil Within eher einem Kitzeln. Der Gegner ist kurz abgelenkt, aber ernsthaft verletzen kann man so keinen.

Wunderschön sind die Schauplätze. Hier wird man allerdings sehr stark an Resident Evil 4 erinnert, aber das soll ja nicht schaden. Grandios ist jedoch die Abwechslung: Kaum ist man am Ziel angekommen, wird man durch eine „höhere Macht“ komplett woanders hin geschleudert. Auch der Hauptcharakter fragt sich dann öfters: „Wo bin ich denn jetzt schon wieder?“ Zwar ist das sehr verwirrend, das ist die Story aber auch (auf die hier nicht weiter eingegangen wird, weil alles ein Spoiler ist), also passt das sehr gut zusammen. Außerdem ist die Stadt ständig im Wandel. Straßen und Gebäude verschieben sich völlig unkontrollierbar. Langeweile kommt da sicher nicht auf. Angst aber auch nicht wirklich.

Alleine die Schauplätze versprechen bereits puren Horror. (c) Bethesda

Alleine die Schauplätze versprechen bereits puren Horror. (c) Bethesda

Zwar sind die Kapitel sehr grausam (positiv gemeint) gestaltet, aber dadurch ist lediglich der Gore-Effekt gegeben, jedoch bleibt einem selten das Herz vor Furcht stehen. Man hat auch nie das Gefühl, dass man sich nicht weitergehen traut, weil man nicht weiß, was hinter der nächsten Tür lauert, so wie zum Beispiel beim Playable Teaser von Silent Hills. Durch den relativ normal gestalteten Flur und sehr subtilen Horror bekommt man es in P.T. mit wahrer Angst zu tun.

Das furchteinflößendste Level ist in The Evil Within witzigerweise das Speicherlevel. Dabei handelt es sich um einen Flügel der Nervenklinik, in dem man zusätzlich sein Munitionsrepertoire aufstocken, Storyinfos beschaffen und Waffen und Fähigkeiten mit grünem Gel verbessern kann. Besonders das Waffenupdate System macht die Gegner relativ bald eher harmlos. Hat man einmal seine Armbrust oder Schrotflinte ordentlich durch ein grünes Gel aufgelevelt, sind die zombieartigen Kreaturen mit einem gezielten Schuss keine wirkliche Bedrohung mehr. Leider fehlen in The Evil Within auch die anpruchsvollen Rätsel, die einem ein bisschen Hirnschmalz abverlangen. Meistens sind die kniffligen Passagen auch schon mit dem zweiten Versuch gelöst.

Fazit

The Evil Within macht eigentlich gar nichts neu. Muss es auch nicht, denn warum sollte man das Rad neu erfinden, wenn es funktioniert? Dafür macht das Spiel Spaß und ist ein Pflichtkauf für jeden Resident Evil Fan. Fürchten wird sich der Spieler zwar nicht unbedingt, unterhalten wird er aber auf jeden Fall.

The Evil Within

Releasedate: 14. Oktober 2014
Plattform: PS3, PS4, XBox 360, XBox One, PC
Genre: Horror, Survival
Publisher: Bethesda Softworks
Entwickler: Tango Gameworks
Ungefähre Spieldauer: 15 Stunden
Für Fans von: Resident Evil, Alan Wake
USK: 18
Preis: 59,99 EUR

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