Home   /   Games  /   Far Cry 4 im Test

Far Cry 4 im Test

Far Cry 4 im Test

Tja, über Ubisoft kann man ja sagen, was man will. Ziemlich geiler Spielepublisher, eigentlich. Eigentlich! So sind sie ja unter anderem für grandiose Titel wie Assassin’s Creed, Prince Of Persia, Watch Dogs und auch für Far Cry verantwortlich. Schön, schön, schön. Nur wenn man dann unfertige Spiele bekommt, macht das dann nicht so viel Spaß. Siehe den Shitstorm wegen Assassin’s Creed Unity. Far Cry 4 ist zwar nicht so bugverseucht, hat aber trotz grandiosem Spielerlebnis so seine Macken. Deshalb wird diese Kritik jetzt aus zwei Ansichten geschrieben. Nämlich für Leute, die Far Cry 3 gespielt haben und für Neueinsteiger. Aber zunächst mal die…

Story

Der Amerikaner mit nepalesischen Wurzeln Ajay Ghale reist zurück in seine fiktive Heimat, Kyrat, die er als Kleinkind verlassen hatte. Der Grund für dieses Unterfangen ist, dass Ajay die Asche seiner verstorbenen Mutter verstreuen möchte, damit diese ihre Ruhe findet. Die Reise wird jedoch kurz nach unserer Ankunft von dem selbsternannten König von Kyrat, Pagan Min unterbrochen. Der charmante und seltsam gekleidete Diktator hat schon sehnsüchtigst auf die Ankunft Ajays gewartet und lädt den Protagonisten und unseren Begleiter in seinen Palast ein, um mit uns zu dinieren. Schnell stellt sich heraus, dass unser Begleiter nicht so gerne gesehen wird und durch die Hilfe einer Rebellenorganisation „Der goldene Pfad“ gelingt uns die Flucht. Nun lautet das Ziel von Ajay, den König zu stürzen, um Frieden nach Kyrat zu bringen.

Review für Far Cry Neulinge

Der Open-World Shooter überzeugt gleich von der ersten Sekunde mit wunderschöner Grafik und einer grandios und lebendig gestalteten Umgebung. In den kleinen Dörfern tummeln sich die Bewohner, von denen einige immer wieder interessante Nebenmissionen für uns bereithalten und in der Wildnis werden wir ständig mit zahmen, aber auch gefährlichen Tieren konfrontiert. Auf der Straße begegnet man Rebellen, Händler, Feinden und Touristen, die aus welchen Gründen auch immer in ein Gebiet reisen, in dem ein Bürgerkrieg wütet. Abenteuerurlaub mal anders.

Als Spieler hat man auch Entscheidungen, die (mäßig) die Story beeinflussen. Es gibt zwei Anführer der Rebellen: Den konservativen Sabal, der die Kultur Kyrats wiederherstellen möchte und die junge Amita, die genug von den alten Traditionen hat und ein neues Kyrat aufbauen möchte. Beide schlagen dir neue Hauptmissionen vor, die sich mal mehr und mal weniger voneinander unterscheiden. Man kann sich nur eine Mission wählen und diese Entscheidung trägt dazu bei, wer beim Goldenen Pfad höher angesehen wird.

Die Rhinos attackieren sowohl Feinde als auch dich. Da wäre die Flucht äußert ratsam. ©Ubisoft

Die Rhinos attackieren sowohl Feinde als auch dich. Da wäre die Flucht äußert ratsam. ©Ubisoft

Um seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln braucht man Erfahrungspunkte, die man durch Haupt- und Nebenmissionen sammeln kann. Sehr interessant ist dabei die Festung- bzw. Außenpostenbefreiung. Die sind insofern wichtig, weil man dadurch abgesehen von den EPs mehr Missionen, Speicherplätze, Marktplätze und ähnliches freischaltet. Entweder man stürzt sich als Rambo ins Getümmel und schießt wild um sich, was vor allem bei den Festungen relativ bald ins Auge geht, oder man schleicht durch die Außenposten und knöpft sich einen nach dem anderen vor. Wie man sich auch entscheidet, der Spaß ist garantiert. Es kann euch auch passieren, dass euer Außenposten wieder angegriffen wird und ihr könnt ihn dann verteidigen. Die Motivation dafür ist jedoch gering, denn es gibt keine Konsequenzen, wenn man den Angriff ignoriert. Ungefähr so, wie bei Assassin’s Creed Revelations.

Eine weitere Möglichkeit sind die Karma-Events, die einfach so im Vorbeimarschieren passieren. Es kann passieren, dass man auf dem Weg in einen Kleinkampf zwischen Rebellen und Soldaten der Royal Army gerät. Hilft man den Rebellen schaltet man irgendwann weiter Fähigkeiten frei und auch Unterstützung durch einen KI-Verbündeten, was ähnlich wie bei Assassin’s Creed Brotherhood funktioniert.

Zum ersten Mal wagt sich Far Cry auch in eisige Höhen, anstatt nur in tropische Urlaubsparadise. ©Ubisoft

Zum ersten Mal wagt sich Far Cry auch in eisige Höhen, anstatt nur in tropische Urlaubsparadise. ©Ubisoft

Um seine Ausrüstung zu verbessern, muss man jagen gehen. Das ist eine der Besonderheiten von Far Cry, da es so viele verschiedene Tiere gibt, die unterschiedlicher nicht sein können. Da gibt es harmlose Arten, wie einen Bharal, nervige Arten, wie den verdammten Adler (der wird euch hin und wieder echt am Arsch gehen), nahezu unsterbliche Arten, wie das Rhinozeros, gefährliche Arten, wie den Leopard und ganz besonders der Honey Badger (Honigdachs). Ernsthaft! Er ist klein, flink, aggressiv, und robust. Auch im realen Leben. Echt geiles Vieh. Sehr cool sind auch die Elefanten, die man mit der richtigen Fähigkeit domestizieren, reiten und auf Gegner hetzen kann.

Auch die Kleinigkeiten nebenbei sind grandios. Es gibt immer wieder was zu entdecken. Dazu muss man auch Funktürme erklimmen, was man auch schon von der gesamten Assassin’s Creed Reihe kennt. Manche Missionen finden in den eisigen Höhen des Himalayas oder in der mystischen Geisterwelt Shangri-La statt. Diese Missionen machen eigentlich am meisten Spaß. Unter der riesigen Auswahl an Nebenmission kann man auch nach exotischen Tierarten suchen, oder bei Rennen teilnehmen, oder im Online-Koop Modus den ganzen Spaß mit einem Freund genießen. Auf jeden Fall hat man 30 Stunden lang Spaß, obwohl man sich gelegentlich und trotz Patches mit ein paar Bugs herumärgern muss. Gelegentlich bewegen sich Gegner nicht so, wie sie sollten oder andere Dinge machen nicht das, was sie sollten, wie zum Beispiel brennen. Aber wie gesagt: Weit nicht so wie bei Assassin’s Creed Unity.

Der supersympathische Antagonist Pagan Min begrüßt uns herzlichst in Kyrat. ©Ubisoft

Der supersympathische Antagonist Pagan Min begrüßt uns herzlichst in Kyrat. ©Ubisoft

Review für Far Cry 3 Kenner

Das Spiel ist exakt das gleiche wie der Vorgänger! Lediglich die Umgebung und die Story sind anders. Physik-Engine, Missionsaufbau, Nebenmissionen, Außenposteneroberung, Funktürme, Jagen um die Ausrüstung zu verbessern… alles gleich, wie im dritten Teil. Da ich genau weiß, dass auch die Nicht-Kenner noch weitergelesen haben, möchte ich nun um euretwillen darum bitten, dies zu unterlassen und gleich zum Fazit vorzuspringen. Keine Sorge, es folgen keine Spoiler, aber ich könnte euch schon was versauen.

In Teil Drei wurden wir noch mit einer hammergeilen Story und interessanten Charakteren gefesselt. In Teil Vier hat gerade mal Pagan Min (Der ach so böse Diktator) ein bisschen Tiefgang. Die Anführer der Rebellen, Amita und Sabal sind nur bescheuert und streiten wie ein nerviges Ehepaar herum. Und egal, wen man bei der Missionswahl bevorzugt, anschließend macht uns die vernachlässigte Person zur Sau, weil wir dies und jenes zerstört haben. Wie man es macht, macht man es verkehrt. Das beginnt echt schnell zu nerven. Passt beim Spielen mal auf, wer als einziger nicht böse wird. Allgemein ist die Story so verdammt dünn, so als würde sie unter Bulimie leiden. Selbst die Missionen… Ich dachte, ich träume, als ich diese billige Kopie von der geilsten Mission aus Far Cry 3 gespielt habe. Dieses Mal kann man Opiumfelder abfackeln. Uh, wie toll. Dickes Plus für Kreativität. (*tanze mit Sarkasmusschild zu „Make It Bun Dem“ in brennenden Marihuanafeldern herum*)

ShangriLa ist eine wunderschöne, mystische Geisterwelt und zählt zu den Highlights aus Far Cry 4. ©Ubisoft

ShangriLa ist eine wunderschöne, mystische Geisterwelt und zählt zu den Highlights aus Far Cry 4. ©Ubisoft

Aber kommen wir mal zu Dingen, die es im dritten Teil noch nicht gab: Da hätten wir Shangri-La, was ein verbessertes Pendant zu Citra’s Drogenwelt ist. Echt geil. Ohne Scheiß. Das ist wirklich geil. Und auch die Missionen im Himalaya machen extrem viel Spaß. Leider sind diese Gebiete nur in den bestimmten Missionen zugänglich. Mit Elefanten auf Gegner losgehen ist auch ganz witzig und die Festungen sind einfach nur schwierigere Außenposten. Der Offline-Koop wurde komplett entfernt, dafür gibt’s einen Online-Koop, der ganz nett ist… der Offline-Koop war aber besser.

Fazit

Far Cry 4 ist geil. Der Ego-Shooter bietet eine wunderschöne Landschaft und viel Spaß für mindestens 30 Stunden. Wer sich aber schon den Vorgänger zu Gemüte geführt hat, der kann sich ruhig Zeit lassen, bis es das Spiel für ungefähr 20 oder 30 Euro gibt. Denn bevor man sich das Spiel zum Vollpreis besorgt, kann ich nur empfehlen den dritten Teil zur Zeitüberbrückung nochmal zu zocken. Allgemein kann Far Cry 4 seinem Vorgänger nicht das Wasser reichen. Und für alle Speedrunner: Ihr könnt das Spiel in 15 Minuten durchspielen. Man muss nur Manieren beweisen und brav und artig auf seinen Gastgeber hören. So wie es sich gehört.

Der neue Ego-Shooter aus dem Hause Ubisoft Montreal ist zwar ein großartiges Spiel. Doch es gibt eindeutig Punkteabzug für die Story und vor allem für die Tatsache, dass es eine schwächere Kopie seines Vorgängers ist. Außerdem haben sich die Entwickler einige Zusätze aus der Assassin’s Creed Reihe fast gleich übernommen. Liebes Ubisoft Team: Bitte das nächste Mal ein bisschen mehr Zeit lassen und dafür die Kreativität ein bisschen spielen lassen. Danke!

Far Cry 4

Releasedate: 18. November 2014
Plattform: PC, PS3, PS4, XBox 360, XBox One
Genre: Open World Ego Shooter
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft Montreal
Ungefähre Spieldauer: 30 Stunden
Für Fans von: Dead Island, Grand Theft Auto
USK: ab 18 Jahren
Preis: gesehen um 56,99 EUR

Home   /   Games  /   Far Cry 4 im Test

Tags

Related Article