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We Invented Paris – Rocket Spaceship Thing

We Invented Paris – Rocket Spaceship Thing

Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass We Invented Paris (Homepage) mit ihrem gleichnamigen Debütalbum die Indie-Szene aufmischten. Das Schweizer Künstlerkollektiv um Sänger Flavian Graber, das neben den Musikern auch Fotografen, Grafiker, Designer und andere Künstler umfasst, ist vor allem auch durch ungewöhnliche Aktionen bekannt. So veranstalteten sie zum Beispiel für ihr erstes Album eine Couchsurfing-Tour, bei der sie durch Europa tourten, um Auftritte in privaten Wohnzimmern zu spielen. Am 14. Februar brachten sie nun mit Rocket Spaceship Thing ihr zweites Album heraus.

Die CD erschien auf dem bandeigenen Label Spectacular Spectacular. Mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne konnte das Kollektiv alles in Eigenregie produzieren. Auch wenn Rocket Spaceship Thing musikalisch seinem Vorgänger überwiegend treu bleibt, merkt man, dass die Gruppe sich weiterentwickeln konnte: Die Platte ist clever und feinfühlig mit viel Liebe zum Detail arrangiert. Irgendwo zwischen Pop, Folk und einem Hauch von Elektronik können Indie-Fans bei Grabers Gesang ins Träumen kommen. Der Sound ist hoffnungsvoll mit einer leicht melancholischen Untermalung. Die Message: Mut haben, dem Herzen folgen, weiter machen!

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It’s time to move on. It’s time to climb the mountain.

– Das Bezwingen von Herausforderungen des Lebens wird von Flavian Graber auch gleich im ersten Song Mont Blanc besungen. Auch die erste Single des Albums Auguste Piccard reiht sich da problemlos mit ein. Der Schweizer Wissenschaftler Piccard, der 1932 mit einem Gasballon einen neuen Höhenrekord aufstellte, ist hier Sinnbild dafür, Neues zu wagen. Der Song ist ein gut gelaunter Popsong der zum Mitwippen animiert. Zu den ruhigeren Liedern zählt Dance On Water, ein akustischer Popsong, der von der Hoffnung auf einen Neuanfang einer gescheiterten Liebesbeziehung handelt. „Won’t you come and dance on water with me?“, singt Graber sanft.

Zeppelins ist eines der Highlights der Platte. Auch hier geht es darum, seinem Herzen zu folgen. Dabei werden We Invented Paris aber etwas kritischer und beziehen die Gesellschaft mit ein, die es einem manchmal schwer macht seinen Träumen zu folgen. „Cut yourself loose from the wishes in their heads. Forget what you knew!”, fordert Graber seine Fans auf. Farmer fällt musikalisch als einziger Song etwas aus der Reihe. Düster, elektronisch, unruhig kommt er daher und ist gerade deshalb ein zweites Highlight des Albums.

Mit Polar Bears folgt ein gut gelaunter leichter Popsong über Umweltaktivismus und die Liebe – inklusive clapping hands. Interessantere Töne werden in Requiem, dem vorletzten Song des Albums, angespielt. Größtenteils von einem Harmonium begleitet, verbreitet das langsame Lied eine melancholische Abschiedsstimmung. Mit Sleepwalker lässt das Kollektiv ihren fast 40 minütigen Longplayer dann verträumt ausklingen und fordert die Fans ein letztes Mal auf: „If you’re not asleep, at least you should be dreaming.“

Fazit

Wer sich bei dem Albumtitel Rocket Spaceship Thing abgefahrene Neuheiten erhofft hat wird zwar enttäuscht, für Fans von träumerischem Indie-Pop ist dieses Album aber genau richtig! We Invented Paris bleiben sich und ihrem Sound durchgehend treu – und das ist größtenteils auch gut so. Die eingängigen Songs laden an vielen Stellen zum Mitsingen ein und verbreiten das Gefühl von warmen Sommernächten und „alles ist möglich“. Schön!

We Invented Paris – Rocket Spaceship Thing

Für Fans von: Editors, The Fray, Coldplay
Spectacular (Cargo Records)
VÖ: 14.02.2014
Gesehen um €19,98

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