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Kommando Elefant Tourtagebuch

Kommando Elefant Tourtagebuch

Die Wiener broken-pop Band Kommando Elefant (Homepage) tourt musizierend und lesend durch die Lande und schreibt dabei für Tagebuch.

Was alles so passierte. Erlebnisse aus dem Waldviertel, vom Böllerbauer und vom Weißwurstäquator

Proberaumausflug! Kreisky und Kommando Elefant auf derselben Show! Wir schmissen sämtliche Kreisky Kabel in unser Auto und düsten los, bevor die merkten, was los war. Davor landete der wunderschöne persische Schlagzeugteppich, der zehn Minuten vorher friedlich in der Mülltonne seiner Entsorgung entgegen schlummerte, im fetten VW-Van der Bundeskanzler, damit sie auf wohligem Untergrund ihr Schlagzeug für uns Aufbauen konnten.

Luis kam, mit dem Proberaumschlüssel in der Tasche, um Stunden zu spät aufgrund einer ausgearteten Besprechung am Vortag. Das hatte zur Folge, dass alle Elefanten im türkischen Nobeltschecherl ums Eck ihre Fadesse mit Bier runterspülten und den Kreiskys dabei aufmunternd zuwinkten, während diese ihre Limousinen mit Instrumenten und unserem Müllteppich beluden.

Auf der Fahrt passierte nicht viel Erbauliches und im Waldviertel angekommen besichtigten wir den riesigen Holzschupfen, in dem wir heute auftreten durften. Es gab lecker Wurst als Catering. Auf dem Weg zur Künstlergarderobe rannte man durch die Feuerwehr-Garage am Feuerwehr-Auto vorbei und bezog dann Quartier in den Feuerwehr-Backstage-Räumlichkeiten.

Die Show verlief großartig dank unserer ausgesprochen guten Performance. Nach uns hatten die Kreiskys ähnlich schwer und beschimpften tapfer die örtliche Raiffeisenbank. Dann wurde noch über James Bond und Blutwurst philosophiert. Am nächsten Morgen verteilte der örtliche FPÖ Chef blaue Ostereier zum Frühstück. Für den Alf gab’s keines – zu unseriös.

Dann ging’s heim und eine Woche später wurde wieder ausgerückt zum lieben verrückten Böllerbauer und seinem Bauernhof, wo die Crackfelder ganzjährig in voller Blüte stehen. Da gibt es nämlich die schicke Surfschule namens Camino Surf die in Marokko und Spanien im Meer herumplanschen. Die wollten gscheit feiern und luden uns alte Surfer-Dudes ein, um sie ein wenig zu Bespaßen. Wir durften diesmal indoor spielen und waren sehr sehr gut. Bei der anschließenden Tombola haben wir leider nichts gewonnen. Um vier in der Früh stürmte ein betrunkener Bauer mit Psychopharmaka und Mistgabel das Nebenzimmer und begann unter kroatischem Gebrüll dieses zu räumen, denn er sei der Hausmeister.

Quer durch malerische Landschaft ging es Heim, die Band hatte Urlaub. Alf und Luis aber düsten mit dem ICE und den Klampfen im Gepäck nach München. Gelesen wurde, und zwar in der Buchhandlung Isarflimmern, wahrscheinlich an der Isar. Davor grauslichstest Currywurst-Schnaps Menü der östlichen Hemisphäre gefuttert.

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Die Lesung war sehr lustig, im Publikum war ein hübscher Querschnitt der Münchner an sich: Da gab’s ’ne Gruppe von Rasterkings, ein überaus kritisches Literaturprofessoren-Ehepaar, ein paar junge Münchnerinnen, die sich verlaufen haben und die süß verrückten Mädels vom Buchhandel. Wir amüsierten uns köstlich über unsere Schmähs und tummelten uns mit dem Lesen, weil wir wieder zum Bahnhof düsen mussten, um Züge in zwei verschiedene Richtungen zu erreichen…

Alf machte einen Abstecher nach Ulm, Luis – Richtung Wien im Bummelzug unterwegs – setzte mit seinem im Schlaf ausgeronnen Bier das Abteil unter Bier. Um 6 Uhr in Hütteldorf angekommen ging es für ihn fast nahtlos zum nächsten Businesstermin im Zuge dessen ihm jemand einen Bierdeckel ins Auge schoss.

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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