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Kraftklub im Interview

Kraftklub im Interview

Kraftklub (Homepage) machten im Rahmen ihrer Konvoi Tour Station in Wien. Wir trafen uns mit Steffen Israel und „Problembär“ Till Brummer zum Frühstück, der mit einem schicken Pflaster auf der Birne zum Plauschen antanzte. Der schmale Nightliner war Schuld…

Seit Kurzem ist euer zweites Album am Start – das Erste ist ja schon einige Zeit lang. Wieso hat das so lang gedauert?
Steffen:
Weil wir die Zeit hatten und die dann dementsprechend genutzt haben. Hätten wir noch mehr Zeit gehabt, wären wir noch länger im Studio geblieben.

Hat dann die Plattenfirma Druck gemacht?
Till:
Nö, wir selber haben uns ein Zeitlimit gesetzt. Wenn man keinen Termin hat, würde man ewig daran herumdoktern. Deswegen haben wir uns selber gesagt: ‚So, jetzt muss es mal fertig sein.‘

Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis oder würdet ihr nachträglich noch irgendetwas ändern?
Till:
 Wir sind sehr zufrieden.
Steffen: Ich wüsste nicht, was man ändern könnte. Wir haben jeden Song, den wir wollten, drauf gekriegt.

Gab es Querelen, welcher Song es auf das Album schafft?
Steffen:
Das war sehr schwer. Wir hatten 15 Songs und es sollten ja nur 12 auf die normale Platte.
Till: Jeder hatte verschiedene Lieder, die er drauf haben oder nicht drauf haben wollte. Aber wir haben uns dann zum Glück einigen können.
Steffen: Deswegen posten wir nur die Deluxe-Version, wo alle Songs oben sind.

Mehr: Kraftklub – In Schwarz – CD Review

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Hat sich beim Songwriting für das zweite Album etwas geändert? Haben sich bestimme Leute mehr eingebracht?
Steffen:
Ich durfte ein bisschen mehr mitschreiben. Die Texte kommen nach wie vor von Felix und Karl hat als Mastermind auch wieder seinen Beitrag geleistet. Irgendwann hatten wir einfach keine Lust mehr die alten Songs zu proben und haben dann neue gemacht.

Wie darf man sich das Songwriting bei Kraftklub vorstellen? Passiert das klassisch im Proberaum, wo jemand mit einem Riff oder einer Basslinie auftaucht?
Till:
Ja, so in etwa. Jemand kommt mit einer Idee und dann basteln wir drum herum. Manchmal dauert das ewig, manchmal geht das ganz schnell.

Es gibt also keinen „Band-Hitler“ der bestimmt, wer was spielt?
Till: 
Es kommt sehr viel von Karl. Der macht schon am meisten und weiß wie das alles zusammen funktioniert. (lacht)
Steffen: Meistens kommen die Texte erst, wenn der Song fertig ist.

Der Text kommt ausschließlich von Felix. Seid ihr damit glücklich?
Till:
Ja. Ich glaub nicht, dass ich Texte schreiben könnte, die gut klingen. Felix macht das sehr gut, meistens sind es ja Momentaufnahmen von Sachen, die uns passieren oder die uns beschäftigten. Die hält er sehr gut fest.
Steffen: Er kann besser mit Wörtern.
Till: Dafür kann er nicht singen!
Steffen: Und kein Instrument spielen! Wir hatten früher eine Band die war so wie Kraftklub, nur ohne Felix. Und da mussten wir natürlich selber Texte schreiben. Wir haben zum Glück Englisch gesungen, da kannst du ja jeden Mist singen. Deshalb waren wir sehr froh, dass wir dann jemand hatten, der wirklich gute Texte schreiben kann.

Hattet ihr beim Schreiben des zweiten Albums mehr Mühe als beim Ersten? Bei der zweiten Platte gibt es ja oft Einwirkungen von außen. Die Einen sagen macht exakt dasselbe, die Anderen raten zum exakten Gegenteil…
Till:
Ja, diese zwei Parteien gibt es, und da eine Partei sowieso enttäuscht sein wird, haben wir einfach das gemacht, wozu wir Lust haben und fertig.
Steffen: Wir waren nie in der Situation, dass wir uns dachten, das zweite Album müsse so oder so klingen. Wir wollten weiter die Musik machen, auf die wir Lust hatten. Der Druck kam erst, als das Album fertig war. Da war es aber schon fertig!

Druck von außen?
Till:
Nö, von uns selber. Wir waren ja anfangs nur mit Aufnehmen beschäftigt und erst als wir fertig waren haben wir darüber nachgedacht, ob das jetzt cool ist oder nicht, und haben uns selber Druck gemacht. Aber zum Glück zu spät!

Habt ihr im selben Studio mit demselben Team aufgenommen?
Steffen:
Ja. Das stand gar nicht zur Debatte, dass wir einen neuen Produzenten brauchen.
Till: Wir sind treue Seelen.

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Mir persönlich fällt es schwerer in In Schwarz hineinzufinden, als es bei Mit K der Fall war. Mir kommt es etwas sperriger vor.
Till:
Es gibt auf jeden Fall ein paar Lieder, die ein bisschen tiefgründiger sind. Gerade beim Song Schüsse in die Luft hat Felix sehr lange gebraucht für den Text und hat sich viele Gedanken gemacht.
Steffen: Beim ersten Album hatte man noch den Vorteil, dass man 15 Jahre Input hatte, den man da raus lassen konnte. Jetzt, beim zweiten Album, waren ja eigentlich nur zwei Jahre dazwischen, wo man irgendwie draus zehren musste. Aber deswegen kam viel aus dem Umfeld.

In der ersten Single Unsere Fans geht es ja auch um die sogenannte „Indie-Polizei“, sprich wie groß darf man werden, was ist Mainstream, was ist bloß gewachsen. Treffen euch solche Vorwürfe noch? Dass ihr als Band bereits zu groß geworden seid?
Till:
Nö, wir wollten immer Shows spielen, wo viele Leute kommen. Deswegen müssen das ja viele Leute hören. Wir machen das was wir machen wollen und da kann man uns vorwerfen, was man will.
Steffen: Die Vorwürfe gab es ja schon von Anfang an, bereits nach der ersten EP ging es los. Ob wir uns verkauft haben, ob wir jetzt Mainstream sind… Als wir bei unterschrieben haben sind die Vorwürfe immer wieder aufgetaucht und Unsere Fans ist der Song dazu, der den Spieß mit sehr viel Humor umdreht. Wir trauen das auch unseren Fans zu, dass sie das auch so verstehen. Das ist eher lustig gemeint.

Im ersten Album gab es ja die Zeile „140 Shows ohne eine Nase Koks“ und im Video zu Unsere Fans gibt es diese Hatschi-Situation mit dem Tablett voller Marschierpulver.
Till: 
Verdammt! Stimmt! Wir haben uns verkauft. (lacht)

Wo wurde das Video gedreht?
Till:
In Mallorca – wo sonst?
Steffen: Wann hat man schon die Möglichkeit mit so einem Boot zu fahren? Deswegen haben wir das gemacht!
Till: Der Tank des Bootes fasst 5000 Liter. Wir waren zwei Stunden Boot fahren, wobei wir sehr viel vor Anker lagen. Und trotzdem haben wir 500 Liter Diesel ins Meer geblasen.
Steffen: Wir hatten das auch gar nicht mit einberechnet. Wir haben die Kohle zusammengekratzt fürs Boot und, kurz bevor wir losfuhren, meinte der Typ „Denkt daran – ihr müsst noch tanken! Plant mal so 500 Euro ein.“ Scheiß Boot.
Till: Stell dir mal vor du machst ’ne Bootsreise und fährst zehn Stunden und nicht nur zwei! Da kannst dir ein Auto drum kaufen was du an Diesel gezahlt hast.
Steffen: Segelboot kaufen. Ist cooler!

Ist die Klubtour jetzt eine Reminiszenz an die „Indie-Polizei“?
Till:
Nö, das machen wir, weil uns das Spaß macht. Kleine, schwitzige, enge Shows zu spielen. Und weil wir da natürlich schön die Lieder üben können für die große Show.

In Wien spielt ihr ja am 20. Oktober 2014 im Flex eure bereits längst ausverkaufte Klubshow und am 18. Februar 2015 im Gasometer die normale, große Show.
Till:
Die großen Shows machen Spaß, weil da unfassbar viele Leute sind, was total krass ist, wenn die beispielsweise alle mitsingen. Die kleinen Shows machen Spaß, weil man direkt voreinander steht und sich gegenseitig mit Wasser voll rotzt und schwitzt.

Auf welche Show freut ihr euch mehr?
Steffen:
Keine Ahnung! Zuerst freuen wir uns auf die Flex Show…
Till: …und danach freuen wir uns auf die Show im Gasometer. Das ist eine sehr schöne Location. Wir waren da schon mit Casper, Beatsteaks und mit Fettes Brot.

Fettes Brot hatten bei ihrer letzten Gasometer Show MC Fitti als Toursupport dabei.
Steffen:
Gute Wahl! Lustiger Typ. (lacht)

Der hat schon zweimal im B72 gespielt, ihr wart dort ja auch schon zu Gast.
Steffen:
Das ist auch ein geiler Schuppen. Unter diesen U-Bahnbögen.
Till: Ein Partyring von Leuten.

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Spielt ihr auch Shows im nicht deutschsprachigen Ausland?
Till:
Ja! In London und in Holland – obwohl, das ist ja so halb deutschsprachig.
Steffen: Wir spielen in Prag, zweimal in Amsterdam und einmal in London im Rahmen der Klubtour.

Wie reagieren die Leute dort?
Till:
Dadurch, dass die Klubtour so schnell ausverkauft war, werden da bestimmt auch sehr viele Deutsche sein. Billigflieger kosten 60 Euro. Nicht sehr teuer da mal hinzufliegen – Übernachtung ist aber krass teuer.

Ihr spielt ja heute in Wien im Rahmen eurer Konvoi Tour. Habt ihr ein wienerisches Lieblingswort?
Till:
Urleiwand! Und was heißt bei euch schnell noch mal Konterbier?

Reparierbier!
Steffen:
Reparaturseidel!

Gibt es einen Ort in Wien, wo ihr schon immer hin wolltet?
Till:
Ich hab noch nicht in meine App geguckt.
Steffen: Aber Till und ich, wir wollten schon immer auf den Wiener Opernball, aber wir wurden noch nicht eingeladen.

Als Gast von Richard Lugner vielleicht, im nächsten Jahr.
Steffen:
Genau!

Danke euch und wir sehen uns dann im Wiener Flex wieder!

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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