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Madame Mallory und der Duft von Curry – Filmkritik

Madame Mallory und der Duft von Curry – Filmkritik

Entschließen sich zwei Filmgrößen wie Talkshowlegende Oprah Winfrey und Starregisseur Steven Spielberg zu einer gemeinsamen Produktion und holen sich dazu Chocolat-Schöpfer Lasse Hallström ins Boot, ist großes Kino zu erwarten. Basierend auf dem Bestseller „The Hundred Foot Journey“ von Richard C. Morais, erzählt Madame Mallory und der Duft von Curry eine Geschichte von der Kunst des Kochens, kulturellen Unterschieden und gegenseitiger Akzeptanz.

Von einem tragischen Unglück heimgesucht, sieht sich Familie Kadam gezwungen Indien zu verlassen und landet, wie von Schicksalshand gebremst, in der ländlichen Idylle Südfrankreichs. Familienoberhaupt „Papa“ (Om Puri) sieht in einem verlassenen Haus, abseits des Dorfes Lumière, die Chance auf ein neues Glück und entschließt sich just ein indisches Lokal zu eröffnen. Sehr zum Missfallen von Madame Mallory (Helen Mirren), der strengen wie griesgrämigen Edelrestaurantbesitzerin von gegenüber, die sich, ausgezeichnet mit 2 Michelin Sternen, rühmt, eine der besten Küchen des Landes zu führen. Schnell bricht ein Kleinkrieg zwischen den beiden Kontrahenten aus, der besonders für Sohn Hassan (Manish Dayal) zur Last wird.

Denn dieser, gesegnet mit herausragenden Kochkünsten und dem „absoluten Geschmack“, kann nicht anders, als sich für Mallorys französische Haut Cuisine, sowie auch für Marquerite (Charlotte Le Bon), eine ihrer vielen auszubildenden Jungköchinnen, zu interessieren. Hin und hergerissen zwischen der Mitarbeit im familiären Betrieb und der Möglichkeit eine professionelle Kochausbildung zu erfahren, liegt es an Hassan sich, zu entscheiden.

Der schwedische Kult-Regisseur Lasse Hallström weiß sich schmackhaften Stoffen anzunehmen und diese entsprechend in Szene zu setzen. Mit märchenhafter Bebilderung von den Zubereitungen aller nur möglichen indischen und französischen Köstlichkeiten sowie den landschaftlichen Schönheiten der Provence bleibt dem Zuseher mit Madame Mallory und der Duft von Curry kein Augenschmaus verwehrt.

Umso reicher die Bilder, desto magerer der Inhalt. Im Zentrum der Handlung steht der Zusammenprall zweier Kulturen, und das Überwinden bestehender Gegensätze durch die Liebe zum Kochen und der Leidenschaft zu essen. Ein durchaus vielversprechendes Konzept, was sich jedoch leider einer kargen Umsetzung erfreut. Denn interessante, aktuell relevante Themen, wie die der Emigration oder des Nationalismus, werden nur ansatzweise gestreift. Wie so oft überragt das brave, altbekannte „From Zero To Hero“-Muster, was eine dementsprechend seichte Storyline zur Folge hat und den Film nur knapp dem Stempel Bollywoodmärchen entgehen lässt.

Die Auseinandersetzung zwischen den Gastronomen Mallory und „Papa“ stellt sich zwar unterhaltsam dar, erweist sich allerdings im Laufe der Geschichte als relativ harmlos und beinahe etwas kindisch. Ebenso flach fällt die Liaison zwischen den beiden aufstrebenden Jungköchen aus. Eine steif wirkende, unromantische Verbindung, die sich entweder durch mangelhafte Dramaturgie oder fehlender schauspielerischer Chemie erklärt.

Dank Hallströms Kameraführung, einer ausgezeichneten musikalischen Untermalung und einer – wenig überraschend -fabelhaften Performance von Helen Mirren, kann ein Kinobesuch dennoch gewagt werden. Gewarnt sei man dennoch, ohne einen Anflug von Appetit verlässt mit Sicherheit niemand den Saal.

Madame Mallory und der Duft von Curry

Kinostart: 21. August 2014
Genre: Komödie
Regisseur: Lasse Hallström
Cast: Helen Mirren, Manish Dayal, Om Puri, Charlotte Le Bon
Land: USA
Dauer: 123 Minuten
Filmverleih: Constantin Film
Film Website
Für Fans von: Chocolat, Lachsfischen im Jemen

 

 

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