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Manu Chao – Ottakringer Arena Wiesen

Manu Chao – Ottakringer Arena Wiesen

Am 28. Juni bescherte uns Manu Chao (Homepage) ein wahres Fest in der Ottakringer Arena in Wiesen. Denn er spielte nicht einfach nur ein Konzert, sondern feierte gemeinsam mit seinen Fans eine große lustige Sause. Unterstützt wurde der französische Musiker von La Ventura, deren Mitglieder ihm in Sachen gute Laune und Animation in nichts nachstanden. Systema Solar (Homepage) mit ihrem kolumbianischen Folklore und die deutsche Band Irie Révoltés (Homepage) stimmten auf den Abend ein.

Manu Chao kam mit seiner Gitarre auf die Bühne gehüpft und blieb zwei Stunden lang nicht mehr still. Mit offenem Hemd, braun gebrannter Haut, Kappe, Ketten um den Hals und spitzbübischem Grinsen sah er aus wie ein kubanischer Barbesitzer. Nicht etwa, dass ich schon einmal einem begegnet wäre, aber so in etwa würde ich mir den vorstellen. Na jedenfalls wirkte der sympathische Musiker, der Reggae, Rock und Latino Klänge mischt, mit seinen 53 Jahren topfit. Ruhig wurde es an diesem Abend nie: Die Lieder, die man von den Alben eher ruhig kennt, wurden einfach neu interpretiert. So war jeder Song mitreißend.

Manu Chao am 28. Juni 2014 in der Ottakringer Arena in Wiesen

© Bernhard Luis Pasching

Manu Chao spielte sich quer durch seine musikalische Karriere: Da ertönte Por El Suelo, gefolgt von Clandestino und La Vida Tombola. Ein Sample aus Me Gustas Tu und King Of The Bongo brachte die Stimmung zum Kochen. Im Hintergrund flimmerten bunte Zeichnungen und Videoaufnahmen über eine Leinwand, die den politischen Inhalt der Lieder unterstrichen. Da war George Bush mit rot angemalter Nase und der Überschrift „Democracia?“ zu sehen. Dann hüpfte ein verärgerter Hitler durchs Bild. Es folgte ein Flugzeug und ein Banner mit der Aufschrift „War?“. Das Publikum zeigte sich durchgehend textsicher, sei es bei Politic Kills oder Bienvenida A Tijuana. Belohnt wurde es mit Desaparecido und Lagrimas De Oro und einigen anderen Liedern als Zugabe.

Manu Chao am 28. Juni 2014 in der Ottakringer Arena in Wiesen

© Bernhard Luis Pasching

Für Manu Chao ist diese Tour eine neue Herausforderung und auch für seine eingefleischten Fans war das Konzert in Wiesen etwas ganz Neues: Denn der Sänger war dieses Mal ohne Radio Bemba (bis zu zehn Mitglieder) da. Stattdessen hatte er das Quartett La Ventura mit. Musikalisch war ansonsten aber leider nichts Unbekanntes zu hören. Die letzte Platte Radiolina kam bereits im Jahr 2007 heraus, es folgten lediglich Live-Aufnahmen. Wurde der musikalische Rebell bis dahin oft als energiegeladen und kritisch beschrieben und als einer, der nie stillsteht, kehrte in den vergangenen Jahren Ruhe um ihn ein.

In Wiesen hat Manu Chao jedoch einmal mehr gezeigt, dass er nicht aufhört, mit dem Finger auf die Ungerechtigkeiten in der Welt zu zeigen und dass er sich selbst immer noch treu bleibt. Er macht seinem Unmut über Missstände Luft, doch dies stets mit unglaublich positiver Energie. Auf kommerziellen Erfolg war der Aktivist nie aus – Chao will aufrütteln. Doch es wäre trotzdem schön, wenn er diesen Wunsch auch bald in Form neuer Lieder nachkommen würde und wir uns dann beim nächsten Konzert wieder auf frisches Material freuen dürfen. Nicht nur deswegen wäre es ein Gewinn: Auch weil Manu Chao einer ist, der es schafft, Menschen eine Stimme zu geben – verpackt in guter Musik.

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