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Marcus Wiebusch – Arena Wien

Marcus Wiebusch – Arena Wien

Ganz großes Tennis – mit Konfetti und so! Wenn Marcus Wiebusch (Facebook) mit seinem Solo-Projekt in der Arena Wien aufgeigt, du ein Ticket hattest und vielleicht auch noch hingefahren bist, dann mein Lieber stehst du auf der Seite der Gewinner. Und ein „Ach vielleicht beim nächsten Mal“ darfst du dir hiermit, mit unserer offiziellen Erlaubnis, sofort auf den Bauch picken. Denn in dieser Form wird Marcus Wiebusch nicht mehr so schnell auftreten. Dann halt vielleicht mit Kettcar oder der totgesagten Reunion mit …But Alive, aber nicht als Marcus Wiebusch mit Konfetti und so! Aber nun gut, du bist nicht der Einzige, der dieses Spektakel verpasst hat.

Nicht ohne Grund stand auf allen Plakaten „Marcus Wiebusch (Die Stimme von Kettcar)“. Denn wer zwar Kettcar ganz dufte findet, aber sich nicht weiters mit dem Poeten hinter den Texten befasst hat, dem dürfte Marcus Wiebusch wohl ein Fremdwort sein. Und wer ein großer …But Alive oder Rantanplan Fan war, der war ja sowieso vor Ort. Die Tribühnen der großen Halle in der Arena waren gesperrt. Die Galerie und Bar im oberen Stock war sowieso zu. Facebook meldete ja auch nur knapp 180 Zusagen.

Marcus Wiebusch

Gregory Alan Isakov
© Mario Baumgartner

Um Punkt 20 Uhr ging die Show mit Gregory Alan Isakov los. Der gebürtige Südafrikaner ist zwar im Herzen aus Denver, Colorado, jedoch merkte man den altbekannten südafrikanischen Singer-Songwriter Einfluss. Für diejenigen, die mit ihrem Sarkasmusdetektor zu kämpfen haben, drücke ich es gerne genauer aus: Gregory Alan Isakov ist ein amerikanischer Singer-Songwriter und steht für Melancholie, Nostalgie und romantischen Gitarrensound. Mit dabei hatte er einen Freund, der ihm auf der E-Gitarre unterstützte. Zu zweit nahmen sie die knappen 100 Zuschauer auf ihre depressive Reise mit. Gute Musik, gut gespielt nur leider etwas unpassend für diese Okkasion. Jedoch waren sie sich dessen selbst bewusst.

Right before it’s going to be all about German Rock – we are here to sing a few whiney, sad songs.

Kurz vor neun Uhr war es dann so weit und Marcus Wiebusch und seine Band betraten die Bühne. Mittlerweile füllte sich die Arena recht gut. Immerhin kamen doch an die 250-350 Leute zusammen um Marcus Wiebusch zu feiern. Mit Springen begann das Konzert und ein wenig Stimmung kam auf. Im Grunde genommen spielte Marcus Wiebusch alle Tracks seines Solo-Albums. Bei Jede Zeit hat ihre Pest und Haters gonna hate legte er die Gitarre zu Seite und stelle seine Sprechgesang-Künste mit Humor unter Beweis.

Marcus Wiebusch

Marcus Wiebusch
© Mario Baumgartner

Am meisten Stimmung war bei den Liedern Was wir tun werden und Nur einmal rächen. Das Arrangement mit den drei Bläsern war großartig. Marcus Wiebusch und seine Band spielten in Einklang und zwischendurch gab es witzige Ansagen. Obwohl Konfetti ein super Werk ist, machte sich schnell breit, dass viele Leute Lieder seiner anderen Bands hören wollten. So kamen hie und da ein paar „…But Alive„- oder „Rantanplan„-Rufe.

Mit Lattenmessen von Kettcar holte die Band einen Song aus dem Repertoire, den Marcus Wiebusch schon mehrere Jahre nicht mehr live gespielt hatte. Ein weiteres Highlight war Balkon Gegenüber. Dieser kurze Kettcar Song hat sich vom Original nur durch die Bläser unterschieden. Zumindest bis kurz vor Schluss. Denn Marcus Wiebusch hat letztendlich eine zweite Strophe dazugedichtet, in der er die Geschichte aus der Sicht des Typen vom Balkon gegenüber beschreibt. Zwischendurch spielten sie den …But Alive Song Vergiss den Quatsch.

Marcus Wiebusch

Marcus Wiebusch
© Mario Baumgartner

Nachdem die eigentliche Show vorbei war, kam die Band natürlich noch für Zugaben auf die Bühne. Begonnen hat Marcus Wiebusch mit einem Song seines 1994er Demotape HippiekackeWas hätten wir denn tun sollen. Neben seinem eigenen Gesang und der Akustikgitarre unterstütze ihn das Publikum textsicher und lautstark. Das Ende der Show machte der Kettcar Song Deiche, bei dem es endlich mal ein bisschen tanzwütiger zur Sache ging. Außerdem gab es sogar einen spontanen Vorfall von unkontrolliertem Crowdsurfing.

Da eingefleischte Kettcar Fans wissen: „Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende“ lockten sie mit minutenlangen Klatschen und Gekreische Marcus Wiebusch noch mal auf die Bühne. Es war bekannt, dass er den zweiten …But Alive Song nur spielen würde, wenn es wirklich brennt. Wien braucht anscheinend nur knapp 300 Leute um einen Saal für 1000 Leute zum Brennen zu bringen und somit spielten Marcus Wiebusch und seine Band Sie war, Sie ist, Sie bleibt!

Marcus Wiebusch

(c) Mario Baumgartner | Marcus Wiebusch

Die Herzen der Wiener und Wienerinnen waren zufrieden. Wenn das nächste Mal irgendwo Marcus Wiebusch angeschrieben steht, dann aber sofort loslaufen und Karten kaufen. Wir dürfen gespannt sein, wie es bei Marcus Wiebusch bzw. Kettcar weitergehen wird und bedanken uns für diesen unvergesslichen Abend. Ach ja genau – Konfetti gab es natürlich auch. Und das sogar zweimal.

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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