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Metronomy – Arena Wien

Metronomy – Arena Wien

Die britische Band Metronomy hat am 18. April die erste Hälfte ihrer aktuellen Tour zu Ende gespielt und versucht ein wenig funkigen Electropop in die österreichische Hauptstadt zu bringen. Nachdem der Ansturm auf das Quartett (live dann als Quintett) größer als erwartet war, wurde die Show vom WUK in die Arena verlegt und auch am Abend des Konzerts bildeten sich noch eine lange Schlange vor der Abendkasse.

Adrett und stilsicher gekleidet betritt die Band rund um Frontmann Joseph Mount die Bühne. Es dauert anfangs ein wenig bis sich das Wiener Publikum aufwärmt. Auch der Hit The Look ändert an der Trägheit nur wenig – bis auf wenige tanzende Menschen bleibt es den ganzen Abend lang überraschend ruhig in der Arena. Metronomy spielen wie gewohnt einen funky und sexy Auftritt, der fette Basslines mit hymnischen Refrains verbindet, was aber die Füße der Besucher trotzdem nicht ins Schwingen bringt. Erst ab der Hälfte des Konzertes, ungefähr ab dem Song Radio Ladio, in dem Joseph Mount dem Publikum die Buchstaben mit aller Kraft ins Gesicht schreit, wird es langsam warm in der gut gefüllten Halle. Es folgen mitreißende Nummern wie die aktuelle Single Love Letters, Everything Goes My Way und I’m Aquarius.

Metronomy - © Yavuz Odabas

Metronomy – © Yavuz Odabas

Irgendwann während des Konzerts bedankt sich Joseph Mount bei allen Fans und verspricht, dass die Band beim österlichen Eieressen an alle Konzertbesucher denken wird. Ein Kommentar, der vom teilnahmslosen Publikum entweder nicht verstanden  oder einfach nicht wahrgenommen wird. Egal, weiter im Programm.

Der passendste Song des Abends ist für mich The Upsetter vom aktuellen Album, denn wenn es heißt „You really givin me a hard time tonight“, dann muss ich zwangsweise an die Menschen neben mir denken. Warum bewegt ihr euch nicht einfach? Auf der Bühne steht eine großartige Band, die großartige Musik spielt und großartig performt. Wien, du kannst definitiv mehr als bei solchen Konzerten nur brav zu klatschen.

Metronomy - © Yavuz Odabas

Metronomy – © Yavuz Odabas

Beim letzten offiziellen Song, dem treibenden The Bay, habe ich wenigstens einmal das Gefühl, dass das gesamte Publikum – ausgenommen natürlich das unglaublich nervige schmusende Paar neben mir – in Bewegung ist. Weit weg in einem anderen Universum zelebrieren die beiden Zungenakrobaten ihre offensichtlich frische Verliebtheit ausgiebig und werden erst in die Arena zurückgeholt, als er seine angeschlagene Brille vom Dampf der inzwischen endlich schwitzenden Halle putzen muss.

Nach drei Zugaben, vielen feinen Basslines, schönen Nummern und einer insgesamt guten Performance ist der Abend in der Arena auch schon wieder vorbei. Ein bisschen traurig gehe ich trotz all der guten Musik doch nach Hause: Zum einen, weil die Show beendet wurde, als die Menschen endlich anfingen richtig zu tanzen und zum anderen, weil ich den zwei abgelenkten Schmusenden doch nicht das volle Bier weggenommen habe. Metronomy sind eine großartige Band, das haben sie wieder einmal bewiesen. Nur Wien hat das nicht ganz verstanden.

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