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Monuments Men – Filmkritik

Monuments Men – Filmkritik

The Monuments Men ist George Clooneys fünfte Regiearbeit. Dieses Mal lenkt er sein Hauptaugenmerk auf die titelgebende historische Gruppe in die Jahre gekommener Kunstexperten. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs hin erhielten sie den Auftrag die wertvollsten Artefakte unserer Zivilisation ausfindig zu machen und sie vor der Zerstörung durch Nationalsozialisten zu bewahren.

Hitlers Schergen haben im Verlauf des Krieges über mehrerer hunderttausend Kunstwerke aus den Sammlungen und Archiven Europas zusammen gerafft. Manches landete an Hermann Görings vier Wänden, anderes war für die Bestückung des geplanten „Führermuseum“ in Linz gedacht. Als sich die Niederlage des Deutschen Reiches abzeichnete wurden die Monumente zum Teil vernichtet und zum Teil in Salz- und Metallminen versteckt. Der Ausgang des verheerenden Krieges sollte hinreichend bekannt sein, die Mittel, Wege und Mühen die für die Wiedererlangung einiger der bedeutendsten Kulturschätze der Menschheitsgeschichte eingesetzt wurden sind weniger publik.

Diesem Kapitel der Vergangenheit widmet George Clooney (Regie, Drehbuch nach der Buchvorlage von Robert L. Edsel, Produktion, Hauptdarsteller) sein neustes Werk The Monuments Men. Die sieben Herren die im Film ihr Leben aufs Spiel setzten sind alles andere als kampffähige, jugendliche Soldaten. Die Jahre, sowie das ein oder andere Glas Whisky, sind nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen und das Basistraining, das sie absolvieren müssen um an vorderster Front die kulturelle Hinterlassenschaft der Menschheit zu verteidigen, überstehen sie nur mit Hängen und Würgen. Was ihnen jedoch an körperlicher Fitness fehlen mag, gleichen sie durch Entschlossenheit, Expertise und Hingabe zur Kunst wieder aus.

Clooneys Abenteuerfilm scheint sich mehr auf der Indiana Jones – als auf der Rom, offene Stadt-Seite der visuellen Geschichtsschreibung zu bewegen. Der Film ist sicher keine detailgetreue Reproduktion der Ereignisse und er erhebt auch keinerlei Anspruch auf dokumentarische Richtigkeit. Clooney selbst betont zwar, dass sich die Story auf der wahren Geschichte der tatsächlich existierenden Monuments Men gründet, macht aber keinen Hehl daraus sich einige künstlerische Freiheiten beim konzipieren des Drehbuchs genommen zu haben (so wurden beispielsweise Figuren hinzuerfunden die in Wahrheit nicht existierten).

Der Film ist und bleibt ein Hollywoodproduktion (obwohl ausschließlich in Europa gedreht wurde) und die Unterhaltung steht vor dem Bildungsauftrag. Monuments Men erinnert an einen klassischen Men-on-a-Mission-Film, etwa wie Das dreckige Dutzend oder Gesprengte Ketten, doch fehlen dem Film die obligatorischen Spannungsmomente die diese unvergesslich machten. Immer mal wieder fällt Monuments Men flach und die Story tritt auf der Stelle. Ein wohlgesetzter „Pinselstrich“ des Cutters hätte das ganze vielleicht kompakter zusammengezurrt und dem Plot etwas mehr Dramatik verliehen.

Monuments Men

Monuments Men

Worin Monuments Men aber nicht enttäuscht ist seine fabelhafte Besetzung. Neben Tausendsassa (oder Kontrollfreak?) George Clooney geben sich alt(e)-bekannte Gesichter wie Matt Damon, John Goodman, Jean Dujardin (The Artist), Bob Balaban (Moonrise Kingdom), Hugh Bonneville (TV-Serie Downton Abbey) und Bill Murray die Ehre und schlüpfen in die Rollen der Kunstretter. Sie füllen die Figuren, die vom Skript her nicht sonderlich tiefgründig angelegt sind, mit Charme, Witz und Charakter. Es bereitet Vergnügen ihnen bei spritzig-amüsanten Wortgefechten zuzusehen und man ertappt sich bei dem Gedanken man könne die ganze Bande einfach bei einem ausgedehnten Schlagabtausch in der Daily Show beobachten. Die Chemie zwischen den Darstellern ist leinwandübergreifend und dieses Zusammenspiel seiner Charaktere macht den Film sehenswert. Cate Blanchett rundet das sonst durchweg männliche Ensemble mit ihrer Darstellung der Claire Simone, einer Museumskuratorin/Résistance Agentin im besetzten Paris, ab.

Monuments Men ist kein perfekter Film. An manchen Ecken zu fad an anderen verliert er sich etwas im Pathos des Amerikanischen Heldentums. Nichtsdestoweniger ist die Grundidee eine interessanter und der Ocean‘s Eleven-meets-Ein dreckiges Dutzend-Men-on-a-Mission-Ansatz ein amüsanter. Freude findet man zudem nicht zuletzt an den Leistungen der Schauspieler, die heute quasi selbst zu lebenden Kulturgütern geworden sind.

Monuments Men

Kinostart: 20. Februar 2014
Genre: Drama, Kriegsfilm
Regisseur: George Clooney
Cast: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman
Land: USA/Deutschland
Dauer: 118 Minuten
Filmverleih: 20th Century Fox
Film Website
Für Fans von: Ein Käfig voller Helden, Inglorious Bastards, Gesprengte Ketten

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