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Never Alone (Kisima Ingitchuna) im Test

Never Alone (Kisima Ingitchuna) im Test

Seit 18.November 2014 ist Never Alone (Kisima Ingitchuna) (Homepage) von Upper One Games und E-Line Media für Xbox One, Playstation 4 und auf Steam erhältlich. Das Puzzle-Spiel der Indie-Entwickler zeichnet sich dadurch aus, dass es in enger Zusammenarbeit mit der indigenen Bevölkerung Alaskas entstand. Rund 40 Mitglieder des Volkes der Iñupiat leisteten ihren Beitrag für ein Spiel, das auf traditionellen Mythen und Geschichten ihrer Folklore basiert. Wir haben uns für euch das Inuit-Abenteuer auf der Playstation 4 angesehen.

In Never Alone macht sich der Spieler auf die Suche nach der Ursache eines verheerenden Blizzards, der die Existenz des eigenen Dorfes bedroht. Erzählt wird die Geschichte von einem Ältesten der Iñupiat in einem originalen Dialekt des Volkes, je nach Spracheinstellungen bekommt der Spieler die entsprechenden Untertitel angezeigt. Die Einbindung von Folklore wird zusätzlich durch freischaltbare Mini-Filme im Dokumentarfilm-Stil verstärkt.

Die vielen Hintergrundinformationen über den indigenen Stamm werden liebevoll und stolz präsentiert und gleichen außerdem die relativ kurze Spieldauer von knapp 4 Stunden aus. Einige der Kurzfilme lassen sich nur durch das Aufspüren von Eulen im Spielverlauf freischalten, was den 100-Prozent-Complete-Zockern eine schöne zusätzliche Motivation neben den üblichen Achievements bieten dürfte.

Gnadenlos weht uns der Blizzard entgegen, während wir nach dessen Ursache suchen. © 2014 Upper One Games

Gnadenlos weht uns der Blizzard entgegen, während wir nach dessen Ursache suchen. © 2014 Upper One Games

Im Laufe des Abenteuers schlüpft man in die Rollen des kleinen Inuit Mädchen Nuna sowie ihres treuen Begleiters, einem Schneefuchs. Jener Charakter, der gerade nicht der Spieler kontrolliert, wird automatisch von der KI übernommen, die das Ganze recht gut bewerkstelligt. An wenigen Stellen muss ein Rätsel allerdings mehrmals angegangen werden, da beispielsweise der KI-Fuchs zu langsam reagiert hat und in einen Abgrund gerauscht ist. Die automatischen Checkpoints sind glücklicherweise so verteilt, dass von Frustration ob eines vom Computer verursachten Todes meist keine Rede sein kann.

Die Steuerung selbst ist an und für sich in Ordnung, kommt aber mit kleinen Schwächen in der Präzision, durch die man ab und an sein Ziel verfehlt. Alternativ zum Einzelspieler-Modus kann Never Alone auch im lokalen Coop durchgezockt werden. Die zuvor erwähnte zeitweise Trägheit der KI fällt dadurch weg und sobald beide Spieler die Steuerung im Blut haben erhöht sich der Spaßfaktor gleich um ein ordentliches Stück.

In spannenden Sequenzen wird Nuna beispielsweise von einem Polarbären verfolgt. © 2014 Upper One Games

In spannenden Sequenzen wird Nuna beispielsweise von einem Polarbären verfolgt. © 2014 Upper One Games

Die Rätsel sind nie berauschend schwer, machen aber durchwegs Spaß. Sie leben vor allem von den unterschiedlichen Fähigkeiten der beiden Charaktere. Während Nuna auf Leitern klettern und Hindernisse wie Eis mit einer Art Steinschleuder aus dem Weg räumen kann, lässt der Fuchs in der Nähe befindliche Geisterwesen aufscheinen, die als Plattformen dienen. Typische Kämpfe gegen Monster gibt es nicht, allerdings kommt es durchaus vor, dass man vor einem Eisbären flüchtend das Weite suchen muss.

 Neben der wunderbar mitreißenden Story zeichnet sich Never Alone grafisch und akustisch durch eine liebvolle Gestaltung aus. Schon ab der ersten Minute wird man in den Bann des Spiels gezogen, schließt das kleine Mädchen ins Herz und bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen, ihr Dorf zu retten. Bei den freigehaltenen Dokumentar-Kurzfilmen bleibt es dem Spieler überlassen, ob er sie sofort nach Erhalt ansehen möchte oder sie lieber gesammelt vom Hauptmenü aus abspielen will.

Wie man wohl an diesem Wasserfall vorbeikommt? © 2014 Upper One Games

Wie man wohl an diesem Wasserfall vorbeikommt? © 2014 Upper One Games

Wer sich Never Alone anschafft, bekommt ein kunstvoll gestaltetes Puzzlespiel, das weder die Gehirnzellen übermäßig zum Schmelzen bringt, noch das Rad neu erfindet. Dennoch bietet es Unterhaltung von Anfang bis Ende, erzählt eine solide Geschichte und liefert Informationen zum indigenen Volk der Iñupiat, die der Welt ansonsten womöglich verborgen blieben. Von uns gibt es somit eine eindeutige Empfehlung.

Never Alone

Releasedate: 18.11.2014
Plattform: PC, Ps4, Xbox One
Genre: Puzzle
Publisher: E-Line Media
Entwickler: Upper One Games
Ungefähre Spieldauer: 3-4 Stunden
Für Fans Von: Child Of Light, Ori And The Blind Forest
Preis: gesehen um 14,99 Euro

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