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Nihils im Interview

Nihils im Interview

Nach ihrer Teilnahme an der ORF-Sendung „Die große Chance“ wurde es ein wenig ruhiger um die vier Jungs von Nihils (Homepage). Nun melden sich die Tiroler mit frischem Material zurück – die erste Single Lovers On The Run gibt bereits einen Vorgeschmack auf das neue Album. Die Band lieferte uns Antworten darüber, wann die neue Platte erscheinen wird, welche Verbesserungswünsche es hinsichtlich der heimischen Musikszene gibt und mit wem sie sich gerne mal den Tourbus teilen würden.

Die Teilnahme an der ORF-Show „Die große Chance“ hat für euch sicherlich viele Veränderungen gebracht. Welche finden sich heute noch vor? Was wäre heute anders ohne den Auftritt?
Das kann man mit Sicherheit bestätigen. Also die größte Veränderung war sicherlich, dass wir sehr schnell in das „professionelle“ Musikbusiness, eben mit Booking Agentur, Label etc., eingestiegen sind. Dieser Aufschwung hat uns dann auch sehr dazu motiviert, die Musik in den Vordergrund unseres Lebens zu rücken. Über das „Was wäre wenn“ wollen wir eigentlich gar nicht nachdenken, denn das würde eindeutig zu viel Energie benötigen und auch keine Auswirkungen mehr haben.

Wenn ihr noch mal die Entscheidung treffen könntet, an der Sendung teilzunehmen, würdet ihr es wieder tun?
Ja. Wir bereuen unsere damalige Entscheidung nicht. Rückblickend bot uns die Teilnahme an der Show viele Möglichkeiten, die wir auch Großteils gut für uns nutzen konnten. Auch wenn wir innerhalb der Zeit das eine oder andere gern anders gemacht hätten, war es eine sehr lehrreiche Erfahrung, die wir ungern missen würden.

Damals ging für euch alles recht schnell. Ihr habt eine Booking Agentur und Sony hat die Single Set My Sail veröffentlicht. Wie geht man als junge Band mit dem schnellen Erfolg um und hattet ihr dadurch eine Art Höhenflug?
Wir haben auf alle Fälle einen Höhenflug verspürt, haben uns aber trotz Euphorie bemüht alles immer recht nüchtern zu sehen und keine Abhängigkeit demgegenüber zu entwickeln. Der Erfolg ist nie das Problem, eher die Zeit danach. Für eine junge Band bei einer der besten Booking Agenturen Österreichs zu landen war und ist natürlich großartig für uns.

Nihils Bandfoto

Nun ist es aber in letzter Zeit ziemlich ruhig um euch gewesen und man hat länger nichts gehört – was hat sich in der Zwischenzeit getan?
Wir haben innerhalb der Zeit viel an unserer Musikalität und unserem Stil gefeilt, haben Live-Erfahrung gesammelt und uns als Band weiterentwickelt. Wir haben viel über Ziele und Motivation nachgedacht und sind uns alle einig geworden, die Musik zu unserem Beruf zu machen.

Habt ihr das Rampenlicht vermisst?
Das kann man so sagen, ja, dadurch dass wir in letzter Zeit nur vereinzelt Gigs gespielt haben und sehr viel an unserem neuen Album gearbeitet haben beziehungsweise immer noch dran sind. So schön wie es ist, neue Songs entstehen zu lassen, so schwer ist dieser Prozess auch, weil einem einfach das Feedback fehlt. Da ist eine Live-Show einfach das Gegenteil – pures Vergnügen!

Euer Song Set My Sail wurde mittlerweile fast eine viertel Millionen Mal angeklickt. Wie plant ihr, an diesen Erfolg anzuknüpfen?
Hat man das selbst in der Hand? Klar, versucht man es in den Medien und diversen Plattformen zu pushen und zu bewerben, damit man anknüpfen kann. Aber ob der Song oder das Album dann schlussendlich so funktioniert, liegt immer noch daran ob es den Leuten gefällt oder eben nicht.

Nun gibt es wieder neues Material von euch zu hören. Die Single Lovers on the run ist der erste Vorbote und das Video dazu habt ihr in Wien gedreht. Worum geht’s dabei?
Das Video handelt von einer Künstlerin, der in ihrer Beziehung zu ihrem Mann etwas fehlt, beziehungsweise schon der Alltag eingekehrt ist. Sie findet sich daher immer wieder in Tagträumen mit einer Frau, die sie auf einem Gemälde festgehalten hat. Mit dieser Frau erlebt sie im Video Abenteuer und erfährt die Gefühle von Spannung, Verführung und Verbotenem.

Wann kann man mit dem neuen Album rechnen? Was darf man sich davon erwarten?
Das Album wir Ende Oktober dieses Jahres erscheinen. Wir glauben, dass man sich zum einen auf eine sehr abwechslungsreiche, vielschichtige, aber auch eingängige und tanzbare Platte freuen darf. Wir haben uns in letzter Zeit viel mit neuen Soundelementen, Instrumenten und verschiedenen Musikrichtungen auseinandergesetzt, um an dieses Ziel zu gelangen. Dieser kreative Prozess war auch ein Grund für die lange öffentliche Abstinenz, aber für uns extrem wichtig um unseren persönlichen Musikstil darstellen zu können.

Was würdet ihr an der heimischen Musikszene ändern, wenn ihr könntet?
Also die Antwort betrifft nicht direkt die Szene, sondern mehr das Drumherum. Als Staat, würden wir den heimischen (zumindest den öffentlichen) Radio- und Fernsehstationen eine höhere Quote an heimischer Musik im Programm auferlegen. Wie wir aus eigener Erfahrung nach der TV-Sendung mitbekommen haben, bedeutet mediale Aufmerksamkeit volle Clubs und in weiterer Folge beeinflusst es auch die Gagen. Es kommt uns auch vor, dass sich die österreichischen Medien sehr oft auf Meinungen vom Ausland stützen und es nicht wagen, die vielen ausgezeichneten Künstler in unserem Land zum Aufstieg zu verhelfen. Was wiederum für eine solche Quote sprechen würde.

Deutschsprachige Musik erlebt zurzeit eine Hochphase und erstreckt sich über alle möglichen Genres. Wäre es für euch jemals zur Debatte gestanden, auch auf Deutsch zu singen?
Es freut uns, zu sehen, dass deutschsprachige Bands und Künstler in letzter Zeit wieder aufblühen. Aber ich würde nicht sagen, dass es je zur Debatte gestanden ist, in welcher Sprache unsere Texte sind. Wir haben uns bestimmt ab und zu darüber unterhalten, ob wir auf deutsch singen sollten, sind aber immer wieder schnell auf den Schluss gekommen, dass Englisch für uns viel authentischer ist da es auch die Muttersprache unseres Sängers ist.

Wenn ihr die Möglichkeit hättet mit einer bestimmten Band oder einem bestimmten Musiker auf Tour zu gehen, wer wäre das?
Wenns um die After-Show Party geht, wäre uns auf Tour mit Justice sicher nicht fad! Nach musikalischen Vorbildern würden wir dann doch eher zu Bands wie Phoenix, Foster The People oder Two Door Cinema Club in den Tourbus steigen.

Ganz nach dem Motto: Sex, Drugs & Rock’n’Roll – welche drei Schlagwörter passen zu Nihils?
Game of Thrones

 Vielen Dank, dass ihr euch für uns Zeit genommen habt!

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