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Overdrive Festival 2014 – Kapfenberg

Overdrive Festival 2014 – Kapfenberg

Dass Musikfestivals und der liebe Wettergott nicht immer verliebt Hand in Hand spazieren, ist sicherlich bekannt. So auch suchte man am Overdrive Festival 2014 (Homepage) vergeblich nach Sonnenschein und konnte nur hoffen, dass die eigenen Schuhe ein wenig Nässe vertragen.

Die Skepsis vorm Schlechtwetter spürte man auch am Nachmittag, als der einzige heimische Act Never Been Famous neben der harten Aufgabe als Opener vor einem dünn besiedelten Publikum in das Overdrive Festival starten musste.

So langsam versammelten sich die ersten Gäste, die sich zuvor noch im Bierzelt fürs Festival warm gemacht hatten vor der Bühne und während des Showacts der deutschen Desaster Kids kam schon ein leichtes Festival Flair mit ansatzweisem Pogotanz und „Circlepits für Einsteiger“ auf.

Während sich wieder ein kurzer Regenschauer anbahnte, konnte man die Gelegenheit nutzen um im Acoustic-Zelt bei Bad Religion, No Fun At All und Rancid Coversongs des Oberösterreichischen Acoustic Trios Nevertheless gute Laune zu tanken.

Pünktlich zum nächsten Act aus Italien stoppte der Regen und Edward In Venice ging einer recht schrägen Screamo Show an den Start. Im Zuge der nächsten Umbaupause bot der heurige Hauptsponsor Monster Energy den Festival Fans den, wetterbedingt leider auch den letzten Teil seiner wirklich genialen BMX Bike Show.

Schon langsam wurde es auf der Bühne wieder laut und nachdem der Guerilla Heart Banner von A Traitor Like Judas hing gab es wieder was auf die Fresse.

26.04.2014, Overdrive Festival - Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

26.04.2014, Overdrive Festival – Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

Nachdem die Band ihren Standpunkt gegen Nazis und Faible für Festivalbesucher in Bananenkostüm klarmachte, drosch der mächtige Peavy 6505 Sound der Songs wie Ideas, Hopes and Dreams auf das Publikum ein, was auch schnell zum ersten Festivaltauglichen Circlepit führte.

Um zehn Bands auf einen Tag durchzupeitschen, muss leider die Spielzeit dran glauben. Daher verabschiedeten sich unsere deutschen Nachbarn nach ihrer 30-minütigen Einlage und nach einem kurzen Besuch im Acoustic-Zelt, welches Kevin Seconds in der Zwischenzeit beschallte, ging es sozusagen Skandinavisch weiter: Die sympathischen Schweden von Atlas Losing Grip enterten die Festivalbühne und stellten ihre ultimative thightness in den folgenden 40 Minuten ohne Frage unter Beweis. Neben altbekannten wie Unrest und Bitter Blood gab es auch einige Kostproben des bald erscheinenden neuen Albums auf die Ohren geklatscht.

26.04.2014, Overdrive Festival - Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

26.04.2014, Overdrive Festival – Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

Als nun der nächste heftige Regenschauer einsetzte, blieb dem Publikum beinahe nichts anderes übrig als die Bierzelte zu stürmen und sich auf der Acoustic Stage die Show des genialen Tim Vantol anzusehen. Nach der herzerwärmenden Unplugged-Darbietung von Nothing trotze doch eine Handvoll Leute den Regen um sich auf der Bühne Saves The Day anzusehen.

Sichtlich enttäuscht über die Leere vor der Bühne bogen die Jersey Boys ihre Performance inklusive Hits ala Cars and Calories, At Your Funeral und Deranged & Desperate emotionslos herunter und ergaben sich nach knapp 45 Minuten den Launen des Wetters.

Wie bestellt verschwanden mit den ersten Itchy Poozkid Akkorden die Regenwolken und machte der Sonne Platz. Das „Gute-Laune-Trio“ aus dem deutschen Eislingen/Fils nutze die Gelegenheit und drückte gleich ordentlich auf Gaspedal. Gemeinsam mit dem Festivalpublikum schlugen die Jungs zu Songs der Alben Ports & Chords, Lights out London und Time to Ignite richtig Alarm um schlussendlich im genialen RUN DMC Cover von Tricky richtig durchzudrehen.

26.04.2014, Overdrive Festival - Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

26.04.2014, Overdrive Festival – Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

Als sich dann schön langsam die Sonne nach ihrem kurzen Intermezzo über den Kapfenberger Himmel verabschiedete, ging es in den Endspurt des einzigartigen Festivals. Nach einem imposanten Intro stürmten die NY-Streepunker The Casulties begleitet mit einer Bierdusche des Sängers Jorge Herrera die Overdrivebühne.

26.04.2014, Overdrive Festival - Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

26.04.2014, Overdrive Festival – Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

Die Kult-Punker teilten wie erwartet von der ersten Sekunde an ordentlich auf die Fresse aus. Mit My Blood, My Life freundete sich man mit dem Publikum an um es in späterer Folge spaßhalber als „Fucking Austrians“ zu beschimpfen. Wer trotzdem noch beleidigt war, wurde mit dem Tony Hawk O.S.T. Klassiker Unkown Soldier als auch den darauf folgenden Ramones Covers Made in NYC und Rockaway Beach im Casualties Manier getröstet.

Die folgende aufstrebende Dance-Trance-Emo-Metalcore-Moshpit-Kombo Eskimo Callboy zeigte, dass sie ihr Handwerk versteht. Als dann fette Synthiebeats und geschmacklich fast zu fette Gitarrenshredds über das vor allem jüngere Festivalpublikum donnerten, blieben auch die hart gesottenen Festival-Bananen und Pikachus nicht mehr stehen und bauten sich sofort in die moshende Meute ein.

26.04.2014, Overdrive Festival - Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

26.04.2014, Overdrive Festival – Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

Gut 50 Minuten wurde die Kapfenberger Umgebung von Subbässen und Double-Bass gehämmere der Songs Party at the Horror House, We Are the Mess oder Final Dance erschüttert.

Nach einem kurzen Druckausgleich im Taucherstil wurden wieder die Ohren gespitzt, denn es wurde Zeit für den lang ersehnten Headliner Ignite. Das imposante Intro von Johnny Cashs Song Hurt spannte nun auch den letzten Geduldfaden auf Maximum doch kurz darauf ging es endlich los! Und wer Ignite kennt, weiß, dass sich jede einzelne Sekunde des Wartens lohnt. Beinahe in Studioqualität ratterten die OC-Punkrocker rund um Frontman Zoltán „Zoli“ Téglás einen Ignite Klassiker nach dem anderen herunter.

26.04.2014, Overdrive Festival - Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

26.04.2014, Overdrive Festival – Kapfenberg (c) Jürgen Oberhauser

Neben den altbekannten Track wie Poverty For All, Let It Burn, Bleeding und dem U2 Cover Sunday Bloody Sunday bekamen die Festivalbesucher mit Nothing Can Stop Me einen kleinen Vorgeschmack auf das hoffentlich bald erscheinende neue Ignite Album.

Nach einer kleinen Featuring Einlage des Casulties Bassisten Rick Lopez, neigte sich das Overdrive Festival mit Live For Better Days und über einer Stunde Ignite langsam dem Ende zu. Und während sich der eine oder andere beim kühlen Bier die Bands und Festivalereignisse des Tages austauschte, sorgte Moneyboy neben Körperflüssigkeit austauschenden Partywütigen mit einer ordentlichen Dosis Swag für den Abschluss des Overdrive Festivals 2014.

 

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