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Pegasus im Interview

Pegasus im Interview

Bevor Pegasus (Homepage) am 11.02.2014 das Wiener Chelsea einnahmen, hatten wir die Gelegenheit mit Sänger Noah Veraguth einen gemütlichen Plausch an der Bar zu führen. Worüber wir uns unterhalten haben? Lest selbst!

Herzlich willkommen in Wien! Ihr habt vor ein paar Jahren in einem Interview gesagt, dass euch der Name Pegasus eigentlich gar nicht so gefällt. Hat sich das mittlerweile wieder geändert?
Noah:
Ich glaube der Name ist einfach zu merken! Es gibt Bands, die haben Namen mit drei Wörtern – Pegasus ist ein einfaches Wort. Wir haben uns den Namen ausgesucht, als wir 15 Jahre waren, und haben uns nie darüber Gedanken gemacht, ob der Name auch zu der Musik passt, die wir spielen. Aber wir haben natürlich auch eine sehr starke Bindung zum Wort. Es ist ein guter Name!

Ihr seid letztes Jahr gemeinsam mit Hurts auf Tour gewesen und habt unter anderem in Wien gespielt. Wie haben euch die Österreicher aufgenommen?
Noah:
Der Auftritt in Wien war der kleinste der ganzen Tournee. Aber das Publikum hat uns gut aufgenommen. Ich hoffe, dass es heute auch gut aussehen wird für uns, immerhin ist es Dienstag. Es ist heute das erste Mal in Wien als Headliner. Wir müssen wieder von vorne anfangen.

Wie ist das denn für euch, im Ausland wieder alles neu aufzubauen? In der Schweiz seid ihr ja schon richtig bekannt.
Noah:
Es erinnert mich sehr stark an die Zeit, als wir in der Schweiz unsere Karriere begonnen haben. Wir haben in kleinen Clubs vor wenigen Leuten gespielt. Wir haben alles über ein paar Jahre hinweg aufgebaut. Das ist, was wir jetzt in Deutschland, Österreich und Belgien auch versuchen. Es ist okay für uns. In der Schweiz haben wir ja auch nicht von 0 auf 100 in großen Hallen gespielt. Also wir kennen den Prozess.

(c) Verena Oberhofer

Eure neue Single heißt Digital Kids. Was haltet ihr vom digitalen Zeitalter? Ist es gut oder schlecht, dass jede Kellerband ein eigenes Facebook-Profil erstellen kann?
Noah:
Ich denke, dass das von Vorteil ist. Vor etwa 10 Jahren konnten nur die Bands etwas erreichen, die einen Plattenvertrag bei einem Major Label bekommen haben. Und jetzt kann sich jeder selbst zum Star machen. Das ist das, was wir mit Digital Kids ausdrücken. Alle können durch das Internet so sein, wie sie wollen. Auch die, die nicht mit einem Plattenvertrag gesegnet wurden, können ihre Kunst präsentieren. Ich finde, das ist ein sehr gutes, ein sehr kommunikatives Zeitalter.

Ist es denn ein Ziel von euch mit der Zeit zu gehen? Wollt ihr Musik machen, die den Charts entspricht?
Noah:
Wir wollen uns entwickeln. Unser primäres Ziel ist es herauszufinden, was eine Band im Jahr 2014 alles machen kann. Diese Sache in einer Band zu spielen gibt es vielleicht seit 50 Jahren, seit den Beatles. Du siehst jemanden Gitarre spielen und einen anderen singen. Und das war’s dann. Wenn du Solokünstler bist, oder ein Duo, dann kannst du viel mehr Dimensionen in deine Musik bringen. Als Band bist du ein bisschen gefangen. Und wir wollen versuchen, diese Grenzen zu sprengen. Musikalisch, aber auch auf der Bühne. Digital Kids hat diese Elemente drinnen, die eine Band normalerweise nicht braucht. Aus dem House- und elektronischen Bereich. Es ist sehr risikofreudig. Aber bis jetzt hat es geklappt.

Wenn wir schon von Risiko sprechen. Auf eurer Facebook-Seite haben einige geschrieben, dass ihr früher besser gewesen seid. Trifft euch so eine Kritik noch oder seid ihr dagegen schon immun?
Noah:
Wir waren immer schon eine Band, die nicht allen gefällt. Wir haben uns ständig verändert, bei jedem Album etwas Neues ausprobiert. Dabei verlierst du Fans, aber du gewinnst auch welche dazu. Diese, die bei dir bleiben, und versuchen zu verstehen, was du machst, diese sind die echten Krieger. Aber es wird oft etwas gegen uns geschrieben, sei es auf Facebook oder in der Presse. Letzte Woche hat jemand kommentiert: „Pegasus ist scheiße!“ Ich kenne keine Schweizer Band, der die Leute so etwas auf die persönliche Facebook-Seite schreiben.

Also polarisiert ihr in der Schweiz?
Noah: Ja, sehr! Aber lieber so, als dass niemand über uns redet.

(c) Verena Oberhofer

(c) Verena Oberhofer

Eine ganze andere Frage: Was für Musik hörst du denn persönlich?
Noah:
Das ist phasenweise unterschiedlich. Derzeit mag ich klassische Musik sehr. Österreichische klassische Musik zum Beispiel, Mozart und die Walzer. Aber ich mag auch die Musik aus den 60er Jahren. Oder Hip-Hop und R’n’B.

Interessant, dass du klassische Musik so magst. Die ist ja sehr gegensätzlich zu der Musik, die du mit Pegasus machst.
Noah:
Ja, aber es ist intelligente Musik. Und ich finde interessant, dass diese Musik Jahrhunderte überlebt hat. Warum hören die Leute heute noch Mozart und Tschaikowsky? Es wäre interessant zu wissen, ob sie in 200 Jahren noch die Sachen von heute hören würden. Ich glaube, was es ausmacht, ist die Intelligenz, die die Komponisten damals hatten.

Themenwechsel: Hattet ihr eigentlich so richtige Bühnenpannen?
Noah:
Natürlich, wir spielen schon sehr lange zusammen. Es gab reihenweise Pannen. Wenn es einen Kurzschluss gibt, das Set fällt aus und du musst akustisch improvisieren. Einmal sind so viele Gitarrensaiten gerissen, dass wir keine Ersatzgitarre mehr hatten. Wir haben schon viel erlebt. Es gibt auch ein paar Sachen, die sehr peinlich waren, und die ich deshalb nicht hier verewigen möchte. (lacht)

Hast du auch ein absolutes Tourhighlight?
Noah:
Ja, es gibt ein Festival in der Schweiz, das Argovia Fäscht. Da haben wir 2012 vor 50.000 Leuten gespielt. Das war das erste Mal, dass wir mit unserem Album Human.Technology auf eine Festivalbühne gingen. Und normalerweise hast du auf Festivals viele Leute, die nicht extra wegen dir gekommen sind, sondern einfach nur dastehen und mal schauen. Aber beim Argovia Fäscht haben alle mitgesungen und getanzt. Es war einer von den Auftritten, der richtig einfährt.

(c) Verena Oberhofer

(c) Verena Oberhofer

Euer neues Album Love & Gunfire wird jetzt erst einmal nur in der Schweiz veröffentlicht…
Noah:
In der Schweiz im März, aber hoffentlich auch bald hier. Ich finde, es ist das beste Album, das wir jemals gemacht haben. Digital Kids ist nur ein sehr kleiner Bruchteil von einem großen Spektrum an Songs. Ich glaube, dass es mindestens zwei- oder dreimal so stark ist wie Human.Technology.

Welche Stile finden sich denn auf eurem neuen Album?
Noah:
Es sind akustische Sachen dabei. Oder auch Reggae- und Dubelemente.

Andere Frage: Seid ihr eigentlich auch ein bisschen in Wien herumgekommen?
Noah:
Ja, die Jungs waren im Prater und haben dort das ganze Geld verspielt. (lacht)

Habt ihr auch etwas vom Lebensgefühl hier mitbekommen?
Noah:
Es ist schwierig, das an einem Nachmittag zu spüren. Ich versuche zu sehen, wie die Stadt gebaut ist, die Architektur. Man sagt auch, dass die Lebensqualität in Wien sehr hoch ist, stimmt das?.

Ja, schon. Aber viele sagen zum Beispiel, dass die Menschen hier so grantig sind, also unfreundlich…
Noah:
Heute Morgen habe ich schon den Stinkefinger gekriegt! (lacht) Ich bin früh aufgestanden und wollte ein bisschen spazieren gehen. Dann hatte ich vor, die Straße zu überqueren, bin aber nicht dort gegangen, wo man sollte. Es kam ein Bauarbeiter zu mir, der mir den Stinkefinger gezeigt hat. Es war meine eigene Schuld, aber er hatte nicht wirklich viel Geduld.

Noch eine letzte Frage: Kommen eigentlich viele Mädels zu euch und wollen euch durch eure Locken wuscheln?
Noah:
Ja! Die langen Haare sind unser Code!

Na dann, herzlichen Dank für das Interview!

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