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Red Fang – Arena Wien

Red Fang – Arena Wien

Sie sind längst keine unbekannten Gesichter mehr. Wenn „Vollbart, Vollbart, Vollbart und Schnauzer“ auf der Bühne stehen, fließt Bier durch unsere Venen! So geschehen am 1. April in der Arena.

Was braucht man um nach neun Jahren Bandgeschichte nicht zu den staubigen Hüllen eingeordnet zu werden, bevor man Platz für Neues macht und dann lieblos verschenkt wird? Den richtigen Groove, eine gesunde Portion Selbstironie und zeitlosen Humor. Das Credo von Red Fang (Homepage) hat sich seit ihrem selbst betiteltem Debütalbum nicht verändert, nur noch weiter eingebrannt bzw. in die Leber gefressen, wenn man so will. Spaß haben, Musik genießen und Bier trinken. Klingt oberflächlich, ist aber genau das, was einem den Tag, nach Momenten in denen der Kopf auf die Tischplatte zu schlagen droht, rettet. Macht euch mal locker, verdammt!

Dank Lord Dying (HP) und The Shrine (Facebook) waren die Leiber schon ordentlich aufgewärmt und die große Halle bis zu den Stiegen hinauf gefüllt. Sehr angenehme Atmosphäre und erwartungsvolle Gelassenheit haben sich breit gemacht.

Nach dem Starter Hank is dead wurden wir mit

You guys look terrific!

begrüßt. Alle Bartträger Wiens sind zu ihren haarigen Stilikonen gepilgert und haben mit massigen Crowd-Surf-Einlagen Huldigung zelebriert. Die Setlist war ein Streifschuss durch alle Alben und auf Klassiker wie Malverde, Prehistoric Dog und Wires wurde auch nicht vergessen. Genauso sympathisch wie in ihren Musikvideos, sind Red Fang auch auf der Bühne. Sehr authentisch. Hier fast schon ein Oldie, but Goldie:

Der Sound war optimal und die Stimmung hätte besser nicht sein können. Als ich Dave im Interview fragte, was die Band von einem Auftritt abhalten könnte, nachdem der Drummer, John, sogar mit gebrochener Hand weitergespielt hat, antwortete dieser:

Wir hatten ja 2010 einen sehr heftigen Verkehrsunfall, bei dem wir uns zwei mal überschlugen. Auf dem Weg von Seattle nach Portland, lief ein Wild auf die Fahrbahn und bei dem Ausweichmanöver kamen wir ins Schleudern. Ich habe geschlafen und wurde quasi am Dach des Wagens wach. Alle Fenster waren gecrashed und wir lagen auf dem Dach. Wir sind ausgestiegen und haben uns gesammelt. Ein paar Schrammen haben wir abbekommen. Was für ein Glück! Nachdem wir die Lage wieder unter Kontrolle hatten, haben wir einstimmig beschlossen auf jeden Fall zu spielen! Es macht so viel Spaß auf der Bühne zu stehen und solange das Performen uns so viel Kraft gibt und motiviert, wird uns niemand von der Bühne abhalten!

Es gibt je nach Stimmung, die perfekte Musik oder den passenden Film. An dem heutigen Abend hatte ich beides.

Ich hab die Band nun schon öfters live erlebt und a diesem Abend ist etwas Besonderes passiert. Kennt ihr das Gefühl, das sich nach einem furchtbar spannenden aber kitschig- romantischen Film breitmacht wenn ein berührendes Ende die im Laufe des Filmes angestauten Emotionen zum Ausbruch bringt? Bei Frauen äußert sich das meist in einem friedvollen Lächeln mit Tränen, die die Wangen runter kullern, ist es derselbe Film, äußert sich das Gefühl bei Männern in einem „Was für ein Scheiß!“. Bei einem nicht so kitschigen Streifen bringt ein „Geiler Scheiß!“ das männliche Fazit auf den Punkt. Was ich damit sagen will, die Eroberung der größeren Hallen hat mich an das Ende eines solchen Films erinnert.  Anfang wurde gekämpft und der Lebens- und Leidensweg der Protagonisten aufgezeichnet. Kleine Hallen, mit ihren Videos wurde für den einen oder anderen schmutzigen Lacher gesorgt, immer der kleine Fisch im Schatten der Wale. Und da! Jetzt! Große Bühne und Anerkennung. Gänsehaut, wie beim Ende von Sister Act…

Hier haben wir noch ein paar Eindrücke festgehalten (und das alles ohne Fotograben- danke Julian Haas!):

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Verena Oberhofer
‎~ pour moi, l'habitude est juste synonime de mort. ~
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