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Jan Delay – Hammer Und Michel

Jan Delay – Hammer Und Michel

Ey ich hab’s euch hundert Mal gesagt, es tut mir Leid, das is ’ne Rockplatte!‘

so Jan Delay (Homepage) im Video zu seiner aktuellen Single Liebe, als seine Bläser-Sektion den Proberaum betreten will. Richtig gehört: die Hamburger Institution, was Rap-, Hip-Hop-, Funk-, Disco- und Soulmusik angeht, fügt mit Hammer Und Michel auch noch gepflegten Rock in die Liste der verschiedenen Genres ein. Wie darf man sich das vorstellen?

Large, yo.

Die Single Liebe eröffnet den Longplayer und zögert nicht damit, zu zeigen, worum es sich hierbei handelt. Niedriges Tempo, prominent gemischte, verzerrte Gitarren, die über weite Strecken unisono mit dem Bass spielen, Hammondorgel und Jan Delays unverwechselbare Frontman-Qualitäten tragen den Song durch zwei Strophen und Refrains, bis er von einem Solo beendet wird. Nicht gerade das, was man erwartet hätte – aber keinesfalls eine negativ-Überraschung. Denn Songwriting, Sound, Performance und Stimmung des Openers ergeben eine überzeugende Einheit. Der Rock-Sound scheint dem Hamburger Crossover-Wunder und seiner Band um keinen Deut weniger gut zu stehen als alles, was sie bisher gemeinsam hervor gebracht haben.

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Gänzlich verbannt wurde die Blechbläser-Abteilung der Disko No. 1 aber natürlich nicht. Wenn auch weniger prominent als beispielsweise noch auf Mercedes Dance, stechen die Brass-Arrangements auch auf Hammer Und Michel immer wieder an den richtigen Stellen hervor. So beispielsweise auf dem zweiten, schon veröffentlichten Song, St. Pauli. Apropos Dinge, die sich nicht verändert haben: Der starke Hamburg-Bezug in Jan Delays Texten hat den Genrewechsel ebenfalls gut weggesteckt.

Der Album-Sound ist sehr ausgeprägt, läuft aber dennoch nicht Gefahr, eintönig zu wirken. Während die belebteren Nummern meist in ähnlichem Stil wie Liebe oder das ebenfalls schon veröffentlichte Wacken instrumentiert sind, halten sich die ruhigeren Nummern in klassischer Soul-Balladen-Ästhetik. Hier übernehmen E-Pianos und Westerngitarren den Löwenanteil der Begleitung, was ebenfalls sehr gut funktioniert.

Fazit

Hammer Und Michel kann, nach erstem Eindruck, ohne zu zögern weiterempfohlen werden. An wen? Naja, grundsätzlich mal an jeden, der entweder auf Rock, Rap, Soul, Funk oder… Mal ehrlich, was eigentlich nicht? – steht. Auch wenn auf der CD ein Lied mit vergleichbar großem Hit-Charakter wie Klar oder Oh Jonny ausbleibt, stört das kein bisschen, denn das ganze Album lädt herzlich zum wieder und wieder anhören ein.

Jan Delay – Hammer Und Michel

Für Fans von: Red Hot Chili Peppers, Rage Against The Machine, Absolute Beginner
Vertigo Berlin (Universal)
VÖ: 11.04.2014
Gesehen um 14,99€

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