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Shailene Woodley (Divergent) im Interview

Shailene Woodley (Divergent) im Interview

Divergent – Die Bestimmung läuft seit 10. April in unseren heimischen Kinos und wird von vielen Kritikern jetzt schon mit The Hunger Games gleichgesetzt. HIER findest du unsere Kritik zu dem Film. Wir trafen Hauptdarstellerin Shailene Woodley um mit ihr über Angst, Extremsportarten und Tipps von Jennifer Lawrence gesprochen und unsere Redakteurin Lida wurde gleich zur Begrüßung herzlichst umarmt.

Es stimmt also, dass du gern umarmst.
Woodley: Das ist bloß ein leichter Weg, das Eis zu brechen. Einfach eine Umarmung, macht es gleich schnell viel freundlicher.

Deine Karriere begann im Alter von 4 Jahren. Hast du dich gegenüber Gleichaltrigen als anders – „Divergent“ – empfunden?
Woodley: Nein, ich hab mich immer genauso gefühlt. Bloß meine Freunde wussten, dass ich schauspielere, da ich nicht weiter darüber redete. Ich ging einfach zum Schauspielunterricht, kam nach Hause und spielte mit Mitschülern. Manche meiner Freunde gingen zum Fußballtraining und ich ging zum Vorsprechen.

Der Film fügt sich in eine Reihe von Jugendfilmen mit äußerst konservativer Botschaft. Die Story birgt eine zumindest teilweise anti-intellektuelle Gesellschaftsmetapher. Wie war es, so jung etwas so reaktionäres zu spielen?
Woodley: Es war einer der Hauptgründe, dass ich das machen wollte. Dieser Film handelt genau von dem, aber auch von einer Gesellschaft, die eine andere unterwirft. Er handelt von jungen Leuten, die Waffen abfeuern und verherrlicht das nicht, sondern zeigt es auf erschreckende Weise. Metaphorisch handelt er von einer Gesellschaft, die eine andere ausspioniert, und eine Macht, die einen infiltriert und indoktriniert, wie jetzt in Amerika etwa. Es gibt keine Privatsphäre mehr, alles ist infiltriert. Wenn es eine Botschaft gibt, ist es echt wichtig für junge Erwachsene, sie zu sehen.

Fürchtest du als junger Mensch die Zukunft?
Woodley: Ich fürchte die Zukunft überhaupt nicht. Die Zukunft ist aufregend und es gibt offensichtlich viel Verantwortung in der Gegenwart. Wenn ich an die Zukunft denke, denke ich nicht unbedingt an meine, sondern die meiner Generation. Wir werden alle einmal Vorfahren sein und es liegt in unserer Verantwortung, dass wir diese Erde, wenn wir sie verlassen, in einem besseren Zustand zurückzulassen.

Stimmt es, dass du aus Angst vor der ganzen Popularität Jennifer Lawrence um Rat batest?
Woodley: Jen gab mir ein paar tolle Ratschläge. Sie sagte, schau, ein paar Dinge sind vielleicht schwierig, aber letztendlich wird es dein Leben auf viele wunderbare Arten verändern. Im Leben geht es darum, sich ständig zu verändern und weiterzuentwickeln. Treffe ich jetzt eine kreative Entscheidung, begreife ich, dass ich nicht mehr ängstlich deswegen bin. Egal was als nächstes passiert, solange man stark bleibt, macht es nichts.

Ist Kate Winslet, die auch im Mainstream ihren Durchbruch hatte, aber nun viele anspruchsvolle Indepent-Filme dreht, ein Vorbild für dich?
Woodley: Definitiv. Sie dreht nicht jeden Film, nur um irgendwas zu drehen. Sie ist sehr wählerisch und ich bin es ebenfalls. Gerade jetzt habe ich nichts für die Zukunft, weil ich nichts gelesen habe, das mich wirklich anspricht. Es kann viel bringen, einen großen Film wie diesen zu drehen, um seine eigene Filme realisiert zu kriegen.

Du warst in einem Camp zur Vorbereitung dieses Films.
Woodley: Es war kein Camp. Tatsächlich ist es so, dass ich indigene Kulturen studiere. Ich war fasziniert von ihrer Lebensweise und finde sie sehr inspirierend. Also habe ich Überlebenstraining gemacht und nach ein paar Jahren dachte ich: Wow, ich weiß wie man Feuer macht. Ich bin immer in Städten, daher ist es quasi nutzlos.

Glaubst du, dass du nun in einer solchen Situation zurechtkommen könntest? 
Woodley: Ich weiß nicht, ob ich überleben würde, aber ich würde alles dafür tun. Ich bin eine Kämpferin, also würde ich versuchen, mich durchzuschlagen.

Da du Extremsport magst, hat dir dieser Filmdreh Spaß gemacht?
Woodley: Ja, ich mag es, mich physisch herauszufordern. Das war einer der größten Anreize beim Lesen des Drehbuches.

Wovor hast du im echten Leben Angst?
Woodley: Angst… Im Kleinen habe ich Angst vor U-Booten und dem Weltall.

Viele nennen dich die neue Jennifer Lawrence. Gefällt dir das?
Woodley: Es war in gewisser Weise unvermeidlich, dass es passiert, daher nehme ich es mir nicht zu Herzen. Aber Jen ist eine echt starke Frau. Ich denke, so ein Vergleich ist für jeden ein Kompliment.

Wie waren die Liebesszenen mit Theo James?
Woodley: Es war klasse mit Theo zu arbeiten. Er ist 29, hat eine Abschluss in Philosophie und die Welt bereist. So sehr er die Bedeutung von Publicity, Magazinen und Events versteht, weiß er doch, dass es nicht wirklich was bedeutet. Er nimmt sich selbst nicht zu ernst. Ich denke, viele Leute nehmen sich viel zu ernst.

Ein wichtiges Filmthema sind Entscheidungen. Hast du Angst, in deiner Karriere die falschen zu treffen?
Woodley: Nein, überhaupt nicht, denn ich bin für mich selbst Schauspielerin. Wenn man anderen die Chance gibt, die eigene Kreativität zu beurteilen, spielt man aus einem Grund, der nicht unbedingt künstlerisch ist: um etwas zu beweisen. Was mich angeht, ich sehe es einfach als Kunst.

Welche der fünf Gruppen im Film würdest du wählen?
Woodley: Ich würde Dauntless wählen. Herausforderungen anzugehen macht Spaß. Es wäre schwierig, denn für mich wären es Dauntless und Amity. Eine kämpfende Farmerin.

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