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Skaputnik – Schwarz-weiß ist nicht bunt genug

Skaputnik – Schwarz-weiß ist nicht bunt genug

Ska – drei Buchstaben, ein Stil, und hier die Band die es schafft, die Einfachheit des Genres gekonnt und einfallsreich umzusetzen: Skaputnik (Homepage) auf ihrem Album von 2013 Schwarz-weiß ist nicht bunt genug.

Man sieht die Instrumente im Scheinwerferlicht blitzen, kann fast schon den Betrunkenen sehen (vielleicht sogar riechen), der obligatorisch in der ersten Reihe tanzt. Der Name ist bei Schwarz-weiß ist nicht bunt genug auch Programm, denn man treibt es hier bunt! Der Balkan lässt nämlich grüßen, hat aber nur eine Nebenrolle im Ska-Streifen ergattert, eine ausgeglichene Grundstimmung wird dadurch nicht verwässern. Wenn da jemandem nicht seine Füße zum Tanz bitten, hat er wohl vergessen, das Hörgerät einzuschalten.

Wenn man auf ein Album mit Drive hofft, in dem einem Zuhörer à la Russkaja die Lieder um die Ohren gefetzt werden, wird man enttäuscht sein. Die Band nimmt sich erfolgreich mehr Zeit zu musizieren, als man es von vielen Ska-Bands gewohnt ist. Langsame Titel wie Nachts am Naschmarkt und Uh, Baby! geben immer das Gefühl auf den Beinen sein zu wollen, ohne dass man kurz vor einem Kreislaufkollaps steht, weil die Bandmitglieder zeigen müssen, wer am schnellsten sein Instrument zu Brei spielen kann.

skaputnik-schwarz-weiß-cover

Mit Freude wird man auch feststellen, dass auch diesmal neben englischen Liedern auch deutsche Dialekttexte präsentiert werden. Unsere bayrischen Nachbarn von LaBrassBanda machen es ja erfolgreich vor, da braucht sich der oberösterreichische Dialekt nicht verstecken. Wenn der Dialektgesang noch mit der gleichen Liebe zum Sound wie der rotzig, freche, gekonnt unsaubere englische Gesang umgesetzt wird, wird in Zukunft auch der letzte Ungläubige überzeugt werden.

Soweit so gut, oder? Wenn man das Album nur bis inkl. Track elf hört, dann ja. Wer verspricht nicht weiter zu hören, kann jetzt zugreifen. Wer es sich antut das gesamte Album auf seinen mp3-Player zu spielen, sollte nicht sagen, wir haben ihn nicht gewarnt!

Mit den Songs Zwielicht #1 und Zwielicht #2 werden uns (anscheinend) das Zwielicht eines österreichischen Abends, respektive Morgens dargestellt, auf eine Art und Weise die Yoko Ono stolz machen würde. Vollgekotzte Wände, der Geruch ungewaschener Haare und die berühmte Wurstsemmel mit Gurkerl (die hier wohl zum ersten Mal in einem Musikstück erwähnt wird; wohl auch zum letzten Mal) sind Impressionen, die uns da in liebloser Stimme vorgetragen werden. Da sind künstlerische Pferde durchgegangen! Hätte ein netter Schmäh sein können, wenn den aber nur die Künstler selbst verstehen, lässt man so etwas bei der Veröffentlichung eines guten Albums am besten weg.

Fazit

Nichtsdestotrotz! Egal ob auf einer Party, im Auto oder beim Staubsaugen, hier haben wir einen Multifunktionssoundtrack für den ganzen Tag, wenn man es schafft nach Lied elf am Klo, oder anderweitig außerhalb der Hörweite zu sein.

Skaputnik – Schwarz-weiß ist nicht bunt genug

Für Fans von: Russkaja, F.U.R.T., Gogol Bordello
Record Jet (Membran)
VÖ: 31.05.2013
Gesehen um €18,99

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