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Small Hours – Small Hours EP

Small Hours – Small Hours EP

Small Hours (Homepage) aus Wiener Neustadt veröffentlichten am 27.04.2014 ihre Debüt EP Small Hours. Doch die vier Herren sind schon lang keine Unbekannten in der österreichischen Punk-Szene mehr! Denn von 2003 bis Ende 2012 spielten sich die vier Jungs unter dem Namen Soey europaweit die Finger wund und veröffentlichten zwei grandiose Langspielplatten. Doch nostalgisch in der Vergangenheit zu schwelgen wäre bei dieser Truppe wohl eher Zeitverschwendung – mit ihrer neuen Band Small Hours stehen sie sich selbst in nichts nach!

Die Gruppe besteht aus Heino, Walli, Hirschi und Domi und bewegt sich irgendwo zwischen Punk, Hardcore und Indie mit hie und da mal ein Post- als Vorsilbe. Wer jetzt glaubt, es wäre Soey 2.0, hat sich aber kräftig getäuscht. Die Jungs nutzen ihre gemeinsame Musizierungserfahrung und stecken neue Kräfte und Energie in einen frischen und härteren Sound. Im Gegensatz zu Soey wurde die Geschwindigkeit definitiv etwas runtergeschraubt. Dafür liefern Small Hours mit ihrer ersten EP den Soundtrack für alles, was Energie, Kraft und Ausdauer braucht – sei es die Schlacht von Troja, die Reise von Wien nach Wladiwostok in einem VW-Käfer ohne Servolenkung oder schlicht und einfach einen Marathon rückwärts zu laufen. Und habe ich schon den kraftvollen Sound erwähnt?

Small Hours

Cover zur „Small Hours“ EP

Auf der Small Hours EP befinden sich vier Tracks, wobei zwei davon von Heino und die anderen zwei von Walli gesanglich vertont wurden. Mit dem ersten Song Valentine’s schaffen Small Hours eine nostalgische, emotionale Nummer, wo sogar Turbostaat neidisch werden könnte und sich fragt, wieso Valentine’s auf keiner ihrer Platten vertreten ist. Heinos raue Stimme treibt den Song auf jeden Fall nach vorne und harmoniert mit den harten Rhythmen. Der zweite Song Tutorials befasst sich mit den Opfern, die wir zu tragen haben, um unsere Träume zu verwirklichen beziehungsweise um einfach Schritt für Schritt im Leben voranzuschreiten. Wer nicht auf Texte achtet und sich nur von der Musik berieseln lässt, kann dieses Lied auch einfach als Tutorial für einen guten Punksong betrachten.

Mit Detour machen Small Hours einen Ausflug in eine ruhigere und softere Umgebung, fast nachdenklich, bis letzten Endes die Drums und aufstrebenden Gitarren vermitteln, „Jungs, gleich wird’s krachen“ und sie das Lied mit einer glanzvollen Wucht und Energie beenden. Das letzte Lied der Platte Three Capital Letters ist die durchwegs langsamste, keineswegs softeste, Nummer auf der Small Hours EP. Mit einem Text, der zum Nachdenken anregt sowie dem nostalgischen Sound beenden Small Hours den kurzen aber intensiven musikalischen Ausflug, der zeigen soll, auch Österreich kann es qualitativ hochwertig und ordentlich krachen lassen. Die Platte könnt ihr auf der Bandcamp-Seite von Small Hours gegen eine selbst gewählte Spende runterladen oder ihr holt euch auf den Konzerten die physische 7-Inch Vinyl Ausgabe davon.

Fazit

Small Hours bringen mit ihrer selbst benannten EP durch und durch eine exzellente Platte auf den Markt. Der Sound ist stark, bahnbrechend und doch nostalgisch sowie teils sentimental. Gefüllt mit angenehmem Pessimismus schreien sich die zwei Sänger abwechselnd die Seele aus dem Leib und übermitteln Botschaften über die in Stein gemeißelten Texte. Zu guter Letzt ist noch zu sagen, dass für diese Review kein Bestechungsgeld entgegengenommen wurde – die EP von Small Hours hat uns einfach von vornherein durchwegs überzeugt.

Small Hours – Small Hours EP

Für Fans von: Young Livers, Crime in Stereo, Turbostaat
VÖ: 27.04.2014

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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