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The Smith Street Band – B72 Wien

The Smith Street Band – B72 Wien

Am 12.05.2014 war es so weit und The Smith Street Band, Restorations und Astpai verschlug es nach knappen vier Wochen Touren endlich nach Wien. Veranstaltet wurde das Konzert von Zock, Sänger und Gitarrist von Astpai, im B72 – somit war eine gute Party schon garantiert. Aufgrund von Wiener Dekadenz, Veranstaltungsgesetzen und immerhin war es Montag, wurde ein straffer Zeitplan vorgesehen, der im Enddefekt eh nicht zur Gänze eingehalten wurde. Der Timetable für den Abend wurde ein bisschen verdreht und so betraten The Smith Street Band (Homepage) als erste Band um 21:00 die Bühne.

Das B72 war mittlerweile schon gut gefühlt – geschätzte 80 Leute und vier Australier auf der Bühne. Es ist ja bekannt, dass Australier abgedrehte und witzige Typen sind und das bestätigte sich gleich von Anfang an. Musikalisch bleibt nichts zu sagen, außer TOP. Mit mehr Power kann man im B72 eigentlich gar nicht spielen, ohne eine Lärmbeschwerde der Wiener Linien zu bekommen. Eine Show gefüllt mit Power, Charme und Witz von Anfang bis Ende. Sänger Wil lieferte eine Glanzleistung irgendwo zwischen exzellentem Gitarrenspiel, gutem Gesang und Geschrei ab.

Sicherlich, im B72 ist es heiß, Scheinwerfer und Gitarrespielen und so, aber die gekonnten Schweißausbrüche verschaffte er sich nicht nur durch seine musikalische Leistung – der Typ geht ab wie Schmidts Katze. Das Publikum war angetan! Auch der Hernalser Rhythmusgymnastik Verein war heute im B72 und begann bei jedem musikalischen Aufbau vor einem Break (und bei Smith Street Band gibt es davon zahlreich) enthusiastisch zu klatschen und verwandelte das B72 in eine Takt angebende Meute. Großartig.

Den Anschluss machten Restorations (Facebook) aus Philadelphia. Die ehemaligen Jena Berlin sind bekannt für ihren abgedrehten und harten Sound. Die Aussage „Wäre Bruce Springsteen in den 80er geboren, dann würde sich seine Musik so anhören“ trifft definitiv auf ein paar Songs von Restorations zu. Vor allem gesanglich gibt es da öfters eine Ähnlichkeit.

Nicht nur das B72 war gut gefüllt, sondern diesmal auch die Bühne. Zwei Gitarristen, ein Bassist, ein Keyboarder und ein Schlagzeuger. Die fünf Philly Punks heizten dem Publikum mit schrillem Keyboardgeklimper, massig Effekten an der Gitarre und Bass sowie einer kraftvollen Stimme ordentlich ein. Der Sound ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, dennoch war der Auftritt einzigartig!

Zu guter Letzt, die Lokalhelden des Line-Ups: Astpai! Keine österreichische Band geht derzeit in der Punk Szene mehr ab und ist so selten zu Hause wie Astpai (Homepage) und das zu Recht. Als einen der ersten Song spielten Astpai ihren Kassenschlager Honest Or Sentimental aus ihrem letzten Longplayer Efforts & Means. Gänsehaut machte sich breit, nicht wegen der mitreisenden Musik, sondern sang das Publikum so laut mit, dass man es lauter als den Gesang auf der Bühne hörte. Ich erinnere mich an mein erstes Astpai Konzert am Conformity Kills Festival 2003, wo sie sonntags um 12:00 Mittag vor gefühlten fünf Leuten spielten. Da wird einem schon warm ums Herz, wenn man plötzlich in einer Menge steht, die Astpai abfeiern wie sie es verdient haben. Und hey, es gab Pogo!

Als letztes Lied spielten Astpai Southwards und das B72 war so richtig in Stimmung. Zock nutze die Gelegenheit, befreite sich von seiner Punkrockaxt und leitete für den heutigen Abend das Stagediven ein. Nachdem er zwei Minuten auf Händen durchs gesamte Lokal schwebte, verfrachtete ihn das Publikum zurück auf die Bühne und dankbar spielten sie noch Heart To Grow als Zugabe.

Es bleibt nichts mehr zu sagen außer, nächstes Mal wenn Astpai, Restorations oder The Smith Street Band in deiner Stadt spielen, solltest du nicht zwei mal überlegen! Schalte einfach den Fernseher ab, schlüpf aus deiner Jogginghose und geh in die Musikkneipe deines Vertrauens. Denn selbst wenn es Montag ist, wirst du diese Entscheidung keinesfalls bereuen!

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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