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Super Smash Bros. for Wii U im Test

Super Smash Bros. for Wii U im Test

Super Smash Bros. (Homepage) ist wieder da – und wie es wieder da ist! Seit 28.11.2014 haben es sich Nintendo und Bandai Namco wieder zum Ziel gemacht, weltweit Freundschaften zu zerstören und dies scheint ihnen auch gut zu gelingen. Wer eine Wii U sein Eigen nennt, weiß wahrscheinlich bereits, worum es sich in der Smash-Reihe dreht.

Hier eine kurze Übersicht: Man nehme die Hauptcharaktere aus den beliebtesten Spielen von Nintendo wie zum Beispiel das quietschgelbe Pokémon Pickachu oder Pixelelf Link. Dann werfe man sie in 2,5D Arenen und lasse sie sich gegenseitig verkloppen bis vor lauter Effekten der Fernseher zerbricht. Zu guter Letzt würze man das Ganze mit allerhand explosiver Items à la Mario Kart. Im Geiste also ein Beat ‘em up auf Speed.

Aber wie schlägt es sich im Vergleich zu seinen Vorgängern? Ist es der erhoffte System Seller für die Wii U?

Die harte Wirklichkeit

50 wählbare Charaktere, 46 Stages, unzählige Collectibles und ein ähnlich vielfältiger Soundtrack machen Super Smash Bros. für die Wii U aus und erhalten den bewährten Mix aus bereits Bekanntem und Neuem. Wem das allerdings noch nicht genug ist, der bekommt noch einen Leveleditor sowie die Möglichkeit, eigene Charaktere zu erstellen in die Hand gedrückt. Optionen und Langzeitmotivation stehen hier also deutlich im Vordergrund.

Unter einer Vielzahl an Charaktere kann der persönliche Nintendo-Favorit ausgewählt werden - wie zum Beispiel Kirby und Meta Knight. ©Nintendo

Unter einer Vielzahl an Charaktere kann das persönliche Nintendo-Idol ausgewählt werden – wie zum Beispiel Kirby und Meta Knight. ©Nintendo

Dies zeigt sich auch an der verfügbaren Hardware. Es wird jeder mit der Wii U kompatible Controller unterstützt: Vom Gamepad, über den Wii U Pro Controller, bis zur Wiimote mit und ohne Attachments oder der bewährte Gamecube-Controller mittels neu veröffentlichtem Gamecube-Adapter. Alles nach dem Prinzip: You name it, we got it.

Von steinharten Fäusten und stählernen Hieben

Super Smash Bros. for Wii U ist weiterhin ein Beat ‘em up, das allerdings ohne knopfdruckmarathonlange Kombos auskommt. Attacken teilen sich in reguläre Angriffe sowie Special Moves auf, die mit der jeweiligen Taste in Kombination mit der am Joystick gedrückten Richtung ausgelöst werden können. Doch diese Aufteilung stellt sich schnell als zweischneidiges Schwert für Gelegenheitsspieler heraus: Die Steuerung ist schnell erlernt, reines Button-Mashing wird dadurch allerdings unterbunden, was Einsteiger möglicherweise abschreckt. Nach etwa 20 Minuten Eingewöhnungszeit ist allerdings auch diese Hürde überwunden.

Apropos Steuerung: Falls euch die Tastenbelegung stört ist das kein Problem, denn diese ist von euch komplett frei belegbar und lässt sich flexibel an eure Bedürfnisse anpassen. Doch das größte Bedürfnis eines Smash Bros.-Spielers ist es doch, den anderen Mitspielern auf die Mütze zu geben – und zwar deftig! Dafür sorgen nicht nur die Vielzahl an Möglichkeiten der Steuerung und Tastenkonfiguration

Von Retro bis wollig - in facettenreichen Arenen gebt ihr euch ordentlich auf die Mütze! ©Nintendo

Von Retro bis wollig – in facettenreichen Arenen gebt ihr euch ordentlich auf die Mütze! ©Nintendo

Um den anderen Smash Bros.-Charakteren noch mehr Gemeinheiten antun zu können, wird sich der ein oder andere sehr über die vorhandenen Items freuen: Sei es eine feuerspuckende Blume aus Mario Bros., ein glorifziertes Laubgebläse um Gegner vom Bildschirm zu blasen oder der gute alte Baseballschläger, welcher wenn aufgeladen, jeden Gegner vom Bildschirm fegt.

Im Gegensatz zu anderen Vertretern des Genres hat Super Smash Bros. allerdings auch dieses Mal keine klassische Energieleiste (allerdings besteht die Option eine solche einzustellen). Stattdessen gibt es hier eine Prozentanzeige, die angibt, wie stark man im Vergleich zum 0stark man durch die Luft geschleudert wird. Wer mit null Prozent noch sehr fest auf dem Boden steht, hat beispielweise mit 200 Prozent schon große Probleme, nach einem Treffer wieder festen Arenaboden unter den Füßen zu finden. Auch hier bedeutet das in alter Smash Bros. Manier: Kein Zurück bedeutet ein aus und in den meisten Fällen somit ein Game Over.

Die größten Neuerungen finden sich deshalb bei den verschiedenen Spielmodi: Hinfort ist der „Subspace Emissary“ getaufte Story Mode des Vorgängers. Das macht den Fokus des neuen Teiles noch klarer: Multiplayer, Multiplayer und nochmals Multiplayer. Aber alles der Reihe nach, hier die wichtigsten Modi:

Vor jeder Runde können eigene Regeln festgelegt werden. ©Nintendo

Vor jeder Runde können eigene Regeln festgelegt werden. ©Nintendo

Smash
Der Klassiker. Zwei bis Vier Charaktere werden ausgewählt. Hier kann man auch selbst Regeln für das Spiel festlegen. Zum Beispiel ob man eine zeitbeschränkte Runde spielen will oder nach Anzahl der Versuche. Im Spiel auf Zeit gewinnt derjenige, wer die meisten Gegner erfolgreich innerhalb eines Countdowns aus dem Bildschirm gefeuert hat. Spielt man auf Versuche, so geht man mit mehreren Leben ins Spiel und sortiert die Gegner, oder manchmal auch sich selbst, nach dem Last-Man-Standig-Prinzip aus. Es gewinnt der Letzte Überlebende. Versteht sich natürlich von selbst.

8-Player Smash
The Big One. Dasselbe wie ein reguläres Smash-Match, aber mit bis zu acht Spielern. Die Auswahl der Arenen wird auf die größten Arenen beschränkt und man kann nach wie vor wählen zwischen zeitbegrenzten und Last-Man-Standig-Modus für die Spielrunde. Hört sich nicht nach einem großartigen Unterschied zum üblichen Smash-Mode an? Spielt einmal eine Runde zu acht und ihr werdet es selbst spüren: Was hier passiert ist reines Chaos. Einfach nur Chaos. Wenn der reguläre Smash-Mode eine Prügelei im Klassenzimmer ist, ist es mit acht Spielern eine ausgewachsene Schlacht. Oder um es anders auszudrücken: Ich habe noch nie so viele meiner Freunde auf einmal gehasst. Und das ist gut so.

Smash-Tour
Eine Art Mario Party meets Super Smash Bros. Man spielt mit seinen Miis (Nintendo-eigenen Avataren) auf einem Spielbrett und sammelt jede Runde Upgrades wie Angriffsstärke, Schnelligkeit etc. auf, oder auch sporadisch auf dem Brett auftauchende Charakterkarten. Am Ende gibt es dann ein abschließendes Smash-Match, in dem man mit allen aufgesammelten Charakteren und den Stat-Modifikatoren gegeneinander antritt um den abschließenden Sieg einzustreichen. Dies hört sich in der Praxis aufregender an, als es ist, da der Brettspielpart an sich kaum strategische Möglichkeiten bietet, und der kurze Schlagabtausch am Ende nach der Jagd nach Stat-Upgrades etwas undramatisch wirkt. Als kurze Auflockerung zwischendurch ist aber auch dieser Modus immer wieder mal ganz nett.

Mit bis zu acht Spielern kann in Super Smash Bros. jetzt schonmal das Chaos ausbrechen. ©Nintendo

Mit bis zu acht Spielern kann in Super Smash Bros. jetzt schonmal das Chaos ausbrechen. ©Nintendo

Des Weiteren gibt es noch diverse andere Modi, die allesamt auf diesen basieren, wie etwa eine Art Turnier mit Wetteinsatz, wo je nach Einsatz schwerere Gegner auftauchen, was eine Art High-Risk-High-Reward-Mechanik ins Spiel bringt.

Auch in den Online-Multiplayer-Modi gibt es eine wesentliche Neuerung: Matches sind unterteilt in den „For Fun“ und den „For Glory“ Modus. Im Wesentlichen ist das eine Unterteilung in Casual Matches und Competitive Mode. Im For Fun Modus ist prinzipiell alles erlaubt, Items spawnen je nach Einstellungen wie sonst auch immer, die Stages sind interaktiv und tückisch wie in jedem gewöhnlichen Match.

Im For Glory Mode allerdings sind Items deaktiviert und man spielt in einer speziellen Variante der Stages, der sogenannten Omega Variante, in welcher der generelle Look der Stage beibehalten wird, allerdings nur eine flache Ebene ohne schwebende Plattformen oder sonstigees Rundherum vorhanden ist.

Der harte Kern

Die Wii U mag nicht die Leistungsstärkste unter den neuen Konsolen sein, sie hat allerdings eine beeindruckende Anzahl an Spielen, die in 1080p mit 60 fps laufen. Weiters sind die First Party Titel auf Nintendos Wii U sowieso dafür bekannt, mit ausgezeichnetem Stil als mit fotorealistischer Grafik zu punkten, weswegen sie mal für mal wieder großartig aussehen. Hier ist auch das neue Super Smash Bros. keine Ausnahme.

An der Grafik gibt's nichts zu meckern. ©Nintendo

An der Grafik gibt’s nichts zu meckern. ©Nintendo

Auch die Geräuschkulisse ist ausgezeichnet, man hört die Wucht hinter den Schlägen und soundtracktechnisch finden sich unzählige neue Lieder, Remixe von alten Liedern aus Nintendo-Spielen und Hommagen an diverse Meilensteine der Spieleindustrie. Alles in allem sehr gelungen.

Die Fehltritte des Onlinemodus von Super Smash. Bros Brawl für die Wii wurden ausgebügelt. Lags, Verbindungsabbrüche oder ähnliches wurden während des gesamten Tests nicht festgestellt.

Fazit

Super Smash Bros. für die Wii U ist simply smashing – wenn man Multiplayer mag. Hier findet man keine großartigen Abenteuer, man wird nicht die Welt retten und ebenso wird man hier keine zu Tränen rührenden Storywendungen sehen. Das macht allerdings alles nichts, denn Smash Bros. war schon immer ein Spiel mit eindeutigem Fokus auf den Multiplayer-Modus.

Es gab bei Super Smash Bros. Melee für den GameCube und Super Smash Bros. Brawl für die Wii Versuche, einen Singleplayer-Modus zu integrieren, allerdings wird dieser sicher nicht der Grund sein, warum sich die meisten Spieler an diese Titel erinnern. Super Smash Bros. macht das, was Super Smash Bros. schon immer gemacht hat, in einer aufpolierten, erweiterten Version mit einigen kleineren großen Neuerungen wie das 8er-Smash. Und – es macht einfach wahnsinnig viel Spaß. Es läuft zu jeder Zeit wunderbar flüssig und lässt kaum Wünsche offen. Ich kann es absolut empfehlen. Neun von 10 Punkten von mir. Man sieht sich online.

Gamename

Releasedate: 28.11.2014
Plattform: Wii U
Genre: Beat ‚em up
Publisher: Nintendo
Entwickler: BANDAI NAMCO Studios Inc.
Ungefähre Spieldauer:
Für Fans von: Super Smash Bros, Nintendo
USK: ab 12 Jahren
Preis: gesehen um 49,98 Euro

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