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The Talks – Bach Wien

The Talks – Bach Wien

The Talks aus Yorkshire, Burning Streets aus Boston und Soupshop aus Wien sorgten am 22.10.2014 für Partystimmung in Wiens sympathischstem Kellergewölbe – das Bach. Warum das Bach so sympathisch ist, ist ganz einfach erklärt: Das Bach bucht Hammerkonzerte zu niedrigen Ticketpreisen, während du dir vom netten Personal zu moderaten Preisen einen Makava-Radler servieren lassen kannst. Zwischen den Bands dröhnt eine gesunde Mischung aus Black Flag, Hüsker Dü und Rentokill aus den Boxen und an der Kassa werden Deadends Kassetten verkauft. Und die Konzerte sind eben auch ganz dufte.

Gleichzeitig mit Start der Show wurde ein Urban Myth gelüftet. Die Wiener Skapunk Institution Soupshop (Facebook) existieren tatsächlich. Keine Ahnung, wie es möglich ist, nach mehr als zehn Jahren regen Besuchs auf diversen Ska, Punk und Rock-Konzerten in Wien, diese Band noch nie live gesehen zu haben. Soupshop schreiben Skapunk groß und bedienen sich an diversen Balkanelementen, ohne den Spaß an der Sache zu vergessen. Im Publikum waren eingefleischte Soupshop Fans die aber trotz Upbeat Polka nur mit den Füßen stampften, anstatt das Tanzbein zu schwingen. Im Allgemeinen eine unterhaltsame Show für Liebhaber von Bands wie Reel Big Fish oder Less Than Jake.

Im Anschluss gab es Punkrock mit Hardcore sowie Pop Einflüssen. Kurz gesagt: Das Schlagzeug schiebt ordentlich an, während die helle Stimme des Sängers die Musik auch für Laien interessant machen würde. Burning Streets (Facebook) sind vier nette Jungs aus Boston, die wissen, wie man auf einer winzigen Bühne wild herumspringt, ohne sich gegenseitig mit den Instrumenten zu verprügeln. Die Band fand auf jeden Fall Anklang im Publikum und hie und da gab es nett gemeinte Geschichten. Am Merchstand hing ein Karton mit der Aufschrift „Looking for a place to sleep tonight, thanks!“. Nach dieser powervollen Show hätte ich die Jungs sofort mitgenommen, wenn meine Wohnung ein bisschen näher am Veranstaltungsort liegen würde!

Jetzt aber Party. Die ersten Tanzwütigen machten sich im Bach bemerkbar als The Talks (Facebook) mit schnellen, Happy Hippo 2Tone Ska loslegten. Zu der authentischen Musik gab es auch noch authentische Arbeiterklasse Outfits. Zwischen karierten Hemden, gepflegten Koteletten und Tätowierungen stach alleinig der Sänger der Band heraus. Er könnte als Pete Doherty Double durchgehen, wenn er nur mehr Einstichlöcher vorweisen könnte. Die Leute schmissen ihre Beine bis an die Decke und die Skanking Night wurde eingeläutet. Auf die Hammond Orgel wurde richtig eingehämmert und der Sänger der Band wechselte ab und zu zwischen Gitarre und Saxophon. Mit ihrem Hit Friday Night beendeten The Talks ihr Set und hinterließen im Bach gute Erinnerungen und befriedigte Gesichter.

Fazit – das Bach bringt immer wieder gute Konzerte nach Wien und es lohnt sich auch mal hinzugehen, wenn man keine der Bands im Vorhinein kennen sollte. Die wichtigsten Fragen des Abends wurden beantwortet: Gibt es Soupshop wirklich? Ja! Könnten The Talks Partystimmung in jede langwierige Parlamentssitzung bringen? Ja! Und wo muss man hingehen, um von einem Amerikaner „Hey Man, cool Shirt – Great band!“ zu hören, wenn man ein Astpai Leiberl trägt? Richtig! Ins Bach.

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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