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Cardiac Arrest Tourblog: Ukraine it was a pleasure

Cardiac Arrest Tourblog: Ukraine it was a pleasure

Die Belohnung für die ersten Strapazen folgt am Tag darauf in Zavallya. Einer ukrainischen Kleinstadt mitten im Nirgendwo. Die lokale Pizzeria wird dort kurzerhand zum Veranstaltungssaal umfunktioniert und das halbe Dorf freut sich scheinbar auf die Show. Was danach abging, hätten wir aber nie im Leben erwartet. Moshpits (sogar zu langsamen Songs), bengalische Feuer (drinnen!!!),  Autogramme schreiben, Fotos knipsen und kollektives Durchdrehen.
Danach fließt der Vodka in Strömen. Scheinbar sollen wir auch noch in die nächstgelegene Disco mitkommen. Na klar! Wann müssen wir morgen nochmal aufstehen? Egal.

Die Diskothek entspricht jedem vorstellbaren Klischee, das man nur über Osteuropa haben kann. Doch es herrscht ausgelassene Stimmung. Und freundlich sind sie, diese Ukrainer. Auch wenn die Kommunikation meist über Minen, Gesten und ein paar Brocken Englisch stattfindet.

Wir mischen uns ins Getümmel.

Na Sdarówje

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9.2

Verkatert erwachen wir auf ein paar alten Klappsofas in der Wohnung unseres Bookers Sasha. Frühstück kriegen wir auf die schnelle sowieso keines runter. Also gibt’s eine Dröhnung Kaffee, ein paar Umarmungen und Schulterklopfer und schon geht’s rein in den Sprinter Richtung Zaporizhzhya. Dort spielen wir in einem verlassenen Militär-Bürokomplex, der mittlerweile als Bandhaus mit Proberäumen und Veranstaltungssaal fungiert. Finden wir spitze! Unterstützung von 3 ukrainische Bands bekommen wir auch. Old School Punk, Death und Thrash Metal. Voll auf die Zwölf! Die Leute feiern alles ab und ziehen vor der Bühne alle Register. Wir sind gespannt wie unsere Musik wohl ankommt und schauen uns das Spektakel bei einem Reparaturbier an.

Dann überrascht uns das ukrainische Publikum aufs Neue. 2 Männer, Mitte 30 stehen in erster Reihe und brüllen fast alle unsere Texte mit. Trotz nicht vorhandener Englischkenntnisse. Wir sind überwältigt! Stagedives und Circle Pits kommen auch nicht gerade zu kurz. Zugabe! Ein Mädel kommt auf die Bühne und sagt wir sollen doch bitte ihren Lieblingssong von uns, „Endless Roads“ nochmal spielen. Wir sind vollkommen erschöpft, aber glücklich.

 

10.02.

Letzter Ukraine Termin in Lugansk. Wieder eine achtstündige Autofahrt. Die Straßen werden seltsamerweise immer besser je weiter nach Osten wir kommen, die Schlaglöcher weniger. Wir haben in den letzten 48 Stunden kaum etwas zu Beißen bekommen. Also machen wir uns auf die Jagd nach etwas fester Nahrung. Und W-LAN! Ist ja eh noch Zeit bis wir bei der Location sein müssen.

Doch siehe da. Unser Navi sagt „Sie haben ihr Ziel erreicht“. In dieser runtergekommenen Siedlung ist die Location? Wohl kaum. Muss wohl die falsche Adresse sein. Wir versuchen die Veranstalter zu kontaktieren und irgendwie eine genauere Wegbeschreibung aus Ihnen rauszuquetschen. Es beginnt eine 2-stündige Irrfahrt durch Lugansk. Letztendlich finden wir einen Taxifahrer, der genau erklären kann wo wir uns befinden. Wir sollen dableiben, man wird uns gleich abholen.

Der Clubmanager ist etwas sauer. Wir sollen so schnell wie möglich aufbauen,  denn es seien schon viele Leute wieder nach Hause gegangen. Scheinbar spielen wir als einzige Band und hätten schon vor eineinhalb Stunden beginnen sollen. Dem verbliebenen Publikum ist’s egal. Sie sorgen dafür, dass wir bald vergessen, dass der Club (im 3. Stock eines Bürogebäudes) über keine Heizung verfügt. Als Dankeschön teilen wir gratis CDs aus.

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