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Wenn die Musik im ewigen Genre-Kampf untergeht

Wenn die Musik im ewigen Genre-Kampf untergeht

Ich war in den letzten vier Monaten auf einigen Konzerten und vier davon waren in Wien. Ihr wisst es vielleicht nicht, aber ich bin aus Linz und – wie sollte es anders sein – waren die Gigs alle an Wochentagen. In der Früh ruft natürlich wieder die Arbeit und ich hab es halt gerne in Kauf genommen, erst um drei Uhr morgens in mein eigenes Bett zu fallen. Ihr merkt also schon, wie wichtig mir Musik ist. Warum? Naja, Musik lenkt ab, hilft einem in jeder Lebenssituation und vor allem: Sie verbindet Menschen. Eigentlich.

Kreator & Lady Gaga & My Chemical Romance = Dumb bitch

Nur leider ist das nicht immer der Fall (Menschen können wirklich so grausam sein). Ich kann mich noch gut an einige besondere Individuen erinnern: Die kannten mich zwar nicht, aber fühlten sich trotzdem bemüßigt, mit Hasstiraden über mich herzufallen, weil ich zum Beispiel sehr gerne My Chemical Romance höre (ein No-Go, wenn man ja eigentlich fast ausschließlich Metal hört). Oder weil mich getraut habe zu sagen, dass ich dieses Remix-Album von Linkin Park ätzend gefunden hab. Tja, ist meine Meinung – lebt damit oder geht weinen. I do not care at all. Worüber ich mir aber schon Gedanken gemacht habe, sind die Beleidigungen, die ich mir von ein paar (offensichtlich dummen) Tumblr-Usern anhören durfte. Mein Highlight ist ja „Dumb bitch“ von dem Typen mit – ungelogen – Neckbeard und Fedora. Aber wenn man so etwas auf Dauer zu hören bekommt, nagt man schon sehr daran.

Unsere Redakteurin und stellvertretende Ressortleiterin Doris hat die Schnauze voll von engstirnigen Musikfans!

Mittlerweile seh ich über solche Bemerkungen hinweg, mir war es trotzdem ein Anliegen, das einmal loszuwerden. Ich werde wohl damit leben müssen, dass ich nie „real“ genug sein werde, weil ich mir neben Metal auch gerne Lady Gaga reinzieh. Und eigentlich wollte ich nicht ausfällig werden, aber ich hab mich gerade so in Rage geschrieben, dass mir nur zu sagen bleibt: Suck my ass. Euch kann es egal sein, wenn ich nach einem Kreator-Konzert noch stundenlang zu One Direction tanze! Es geht hier immerhin um den Spaß und der Freude an der Musik und nicht darum, wer cooler ist! Schreibt euch das hinter die Ohren, Kinder!

Apropos Konzerte, da gibt es noch was: Ich hasse Mosh Pits… oder nein. Lasst es mich so ausdrücken: Ich mag keine Arschlöcher in Mosh Pits, die dir nicht aufhelfen, sondern wahrscheinlich noch auf dich steigen. Die dir auch schon den zehnten Becher Bier über den Kopf schütten (weil es ja soo lustig ist…) und eh schon jedem gewaltig auf den Sack gehen! Wirklich, ich seh’s gerne, wenn nackte, schweißbedeckte Oberkörper aneinanderklatschen, aber sobald mich irgendein Spacko reinschubst und mir auch noch absichtlich seinen Ellbogen ins Gesicht rammt, hört für mich ganz einfach der Spaß auf. Überlasst das Moshen den gesitteten Metalheads, die einem die Hand reichen, wenn man zu Boden fällt und nicht noch extra nachtreten. Danke.

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Doris Arnusch
Reps for Jesus!
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