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Wie in alten Zeiten – Filmkritik

Wie in alten Zeiten – Filmkritik

In Wie in alten Zeiten versucht sich Regisseur Joel Hopkins an einer Komödie, in welcher die ältere Generation ein quirliges und aufregendes Agenten-Abenteuer erleben und frisch umsetzen soll – hierbei liegt allerdings leider die Betonung auf dem Wort „versucht“. Die an sich nicht uninteressante Story leidet sowohl an mangelnder Originalität als auch an der schlicht nicht aufkommenden wollen Sympathie zwischen den prominenten Schauspielern.

Richard und Kate Jones (Pierce Brosnan und Emma Thompson) sind ein geschiedenes Ehepaar, welches sich allmählich mit den Problemen und Tücken des Alterns auseinandersetzen muss. Richard versucht sein fortschreitendes Alter mit jungen Gespielinnen und Golf zu vertuschen, Kate wagt sich in die Welt des Internet-Datings. Die beiden führen ruhige und beschauliche – getrennte – Leben, bis Richard feststellen muss, dass der Verkauf seiner Firma an den Investor Vincent (Laurent Lafitte) diese in den absichtlichen Konkurs geführt hat. Um zu retten, was noch zu retten ist, und auch um der Gerechtigkeit Genüge zu tun, reisen Richard und Kate gemeinsam nach Frankreich, um dem Schurken das Handwerk zu legen, jedoch ohne Erfolg. Daraufhin schmieden die beiden einen Plan, um die von ihnen in die Firma investierte Rente zurückzubekommen – und kommen sich so ganz nebenbei auch wieder näher…

Wie in alten Zeiten hätte wohl eine lustige, erfrischende und spaßige Komödie werden sollen, in der prominente Publikumslieblinge zusammen die Tücken und Grenzen des Alters und die daraus resultierenden Probleme und Chancen darstellen und ausleben. Leider hat Regisseur Joel Hopkins die Möglichkeit, aus einer potentialreichen Geschichte auch tatsächlich ein rasantes und unterhaltsames Kinoabenteuer zu machen, komplett in den Sand gesetzt. Wie in alten Zeiten amüsiert nicht, es schläfert regelrecht ein. Die gesamten 95 Minuten Spieldauer hindurch kommt die Handlung des Films einfach nicht in Fahrt, originelle Einfälle werden mit abstrusen „Witzen“ verschenkt und potentieller Tiefgang inspirationslos zu schnulzigen Momenten abgestempelt. Auch logistisch lässt der Film eindeutig zu wünschen übrig, eine unschlüssige Szene folgt der nächsten, nach einer Weile schaltet man einfach ab. Die Sympathien zwischen den Schauspielern, wovon solch eine Komödie normalerweise zehrt und profitiert, kommen einfach nicht auf, Stimmung, Gefühle und eine merkliche Anziehungskraft zwischen den Hauptfiguren sind schlicht nicht erkennbar, was der Zuschauer deutlich merkt. Wie in alten Zeiten hätte eine interessante und denkwürdige Hommage an begabte und prominente Schauspieler werden können – stattdessen entwickelt sich der Film nach einigen Minuten zu einer Darbietung, die zur überstürzten Flucht aus dem Kinosaals verlockt, und enttäuscht hinsichtlich dessen, dass hier wirklich jede Menge Potential vorhanden gewesen wäre.

Pierce Brosnan und Emma Thompson überzeugen leider überhaupt nicht als geschiedenes Ehepaar, welches auf einer „aufregenden“ Reise nach Frankreich wieder zueinander findet und erkennt, was sie aneinander haben. Sämtliche Gefühlsregungen wirken aufgesetzt, echte Sympathie zwischen den Schauspielern ist leider nicht einmal im Ansatz erkennbar. Beide ziehen lediglich eins den ganzen Film über permanent durch: Ein strahlendes Lächeln, welches direkt für Zahnpasta Werbung machen könnte. Auch Timothy Spall und Celia Imrie können in ihrer Darbietung als befreundetes und absolut gegensätzliches Ehepaar nur einige müde Schmunzler entlocken, die Gags sind weder originell noch neu.

Wie in alten Zeiten ist ein Paradebeispiel für einen Film, der so viel hätte sein können – und so wenig bietet. Die gesamte Story wirkt überstürzt und nicht aufeinander abgestimmt, die Schauspieler liefern ihre Darbietung ohne überzeugende Emotionen und Begeisterung und die komödiantischen Einfälle sind schlicht nicht lustig, sondern verleiten zu traurigen Mitleidslachern. Vielleicht bedenkt Regisseur Joel Hopkins bei der nächsten Komödie, dass es nicht nur einfach reicht, bekannte Gesichter in einem Film zusammenkommen zu lassen – auch die Sympathien zwischen den Schauspielern müssen stimmen, um einen solch uninspirierten und schlicht verschenkten Film in Zukunft zu verhindern.

WIE IN ALTEN ZEITEN

Kinostart: 17. Oktober 2014
Genre: Komödie
Regisseur: Joel Hopkins
Cast: Pierce Brosnan, Emma Thompson, Timothy Spall
Land: Frankreich, Großbritannien
Dauer: 95 Minuten
Filmverleih: Constantin
Film Website
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