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Winter’s Tale – Filmkritik

Winter’s Tale – Filmkritik

Oscarpreisgekrönter Drehbuchautor Akiva Goldsman (A Beautiful Mind) bringt mit seinem Regie-Debüt Winter‘s Tale eine märchenhafte Romanze auf die große Leinwand, dessen Starbesetzung dem Himmel über uns Konkurrenz macht.

Peter Lake (Colin Farrell) ist ein Dieb, einer der besten in New York City um 1914. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit seinem Arbeitgeber Pearly Saomes (Russell Crowe) steht er allerdings auf dessen Kill-Liste. Nur mit der wundersamen Hilfe eines weißen Schimmels kann er einem Anschlag auf sein Leben entkommen und hat es nun eilig, die Stadt auf dem schnellsten Wege zu verlassen. Das Schicksal hat anderes mit ihm vor. Bei seinem letzten Raubzug trifft er auf Beverly Penn (Jessica Brown Findlay), ein junges Mädchen das an Schwindsucht (heute weitgehend Tuberkulose genannt) leidet und nicht mehr allzu lange zu leben hat. Penn ist fasziniert von der offenen, exzentrischen Beverly deren Lebensfreude geradezu ansteckend wirkt. Hals über Kopf entbrennen beide in einer so vollkommenen Liebe füreinander, die dermaßen mächtig ist, dass sie sogar vermag, Lake vor Pearlys Rache zu schützen.

Was folgt ist eine Liebesgeschichte die sich über einhundert Jahre spannt, voll von Wunder, magischen Momenten und mythischen Geschöpfen. Winter‘s Tale ist ein Märchen, das von geflügelten Pferden und wiederbelebenden Prinzessinnenbetten, über finstere Dämonen, dem uralten Zwist zwischen Gut und Böse, bis hin zur unbesiegbaren Kraft der Liebe alles bietet, was die Gebrüder Grimm im Repertoire haben. Ausgespart wird allzu explizite Gewalt und der einzige erotische Moment mit dem der Film aufwartet, ist wohl die keuscheste Sexszene seit Kate Winslet auf der Titanic voll Ekstase ihre Hand gegen die beschlagene Autoscheibe schlug. Angesetzt ist Goldsmans Adaption des gleichnamigen Romans von Mark Helprin in einem zauberhaft verschneitem New York, das vom Setdesign einen märchenhaften Look verpasst bekommen hat, irgendwo zwischen Bruegels Winterlandschaften und Anna Kareninas schneebedeckten Russlands. Musikalisch unterlegt wird das Ganze mit einem Score von Filmkomponistenlegende Hans Zimmer (in Kooperation mit Rupert Gregson-Williams), der die mystisch-dramatische Stimmung des Films treffend einfängt.

Peter Lake (Colin Farrell) und Beverly Penn (Jessica Brown Findlay)

Peter Lake (Colin Farrell) und Beverly Penn (Jessica Brown Findlay)

Die schauspielerische Belegschaft bietet solide bis durchwachsene Darstellungen, Colin Farrell und Jessica Brown Findlay (bekannt aus der Serie Downton Abbey) überzeugen einzeln genommen jeweils in ihrer Rolle. In ihren gemeinsamen Szenen fehlt es den beiden allerdings manchmal ein wenig an der sogenannten Chemie. Als Vertreter der dunklen Seite ist Russel Crowe als dämonischer, melonentragender Gangsterboss zu sehen und abgerundet wird das Ensemble von Oscarpreisträgern Jennifer Connelly und William Hurt, sowie einstiger Hitchcock Leading Lady Eva Marie Saint (Der unbekannte Dritte). Will Smith legt einen Cameo als mephistoähnliche Richterfigur hin, der sicherlich als Überraschungsgag gemeint war, aber unpassend wirkt und flach fällt. Auch wenn der Film vielleicht von einer weniger bierernsten Note profitiert hätte, trifft Smiths Darstellung hier eher den falschen Ton.

Akiva Goldman verlangt von seinem Zuschauer, sich für eine Welt zu öffnen, die magischer, aber auch eindeutiger ist, als die unsere, doch gelingt es ihm nicht vollends sein Publikum in diese hineinzuziehen. Zu zuckersüß ist die Story um die schicksalshafte Romanze der beiden Protagonisten, zu triefend so manche Dialoge. Wenn dann bei all dem Herzschmerz auch noch ein an Krebs erkranktes Grundschulkind auftaucht dann ist das die Toleranzgrenze erreicht und das künstliche Zuckerkoma kann eingeleitet werden.

Winter’s Tale

Kinostart: 14. Februar 2014
Genre: Romance, Drama, Märchen
Regisseur: Akiva Goldsman
Cast: Colin Farrell, Jessica Brown Findlay, Russell Crowe, Jennifer Connelly
Land: USA
Dauer: 118 Minuten
Filmverleih: Warner Brothers
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