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Vienna Comic Con 2015: Ein teures Paradies für Fans

Vienna Comic Con 2015: Ein teures Paradies für Fans

Animes, Cosplay, Mangas, Videogames, Serien und Comics. Es ist so schön ein Nerd zu sein, vor allem, wenn die Comic Con es endlich auch nach Wien geschafft hat. Am 21. Und am 22. November trafen sich in der Messe Wien von Stormtrooper angefangen, über Geralt aus Witcher bis hin zu einer Horde Deadpools (unter anderem auch mit blonden Zöpfen und in Tutus) so ziemlich jede Figur aus Film, Fernsehen und Spiel.

Die Comic Con genießt weltweit inzwischen Kultstatus und natürlich war unser schönes, aber teilweise langsames Land mal wieder ganz besonders spät mit einer heimischen Umsetzung dran. Aber besser spät, als gar nicht. Die Nachfrage war aber sichtlich da, schließlich war die erste Vienna Comic Con mit ca. 18.000 Fans ausverkauft.

Das Angebot

Gleich auf den ersten Blick wurde meine Befürchtung eines furchtbaren Gedränges zum Glück widerlegt. Die Stände waren in der Halle sehr schön aufgeteilt, die Auswahl war aber eher bescheiden. Nach nicht mal einer Stunde hatte ich so gut wie alles begutachten können. K.I.T.T. war da, man konnte kurz auf dem eisernen Thron über Westeros herrschen, ein Leap Of Faith Jump war für die Mutigen aufgebaut, man konnte sich tätowieren lassen, Videospiele spielen, Star Wars Showkämpfen zuschauen bei einer Hand voll Händler seinen Comicvorrat oder die Merchandise Sammlungen erweitern. Eigentlich eh ganz nett.

In der Nebenhalle fand unter anderem ein Cosplay Wettbewerb mit dem nervigsten DJ und dem inkompetentesten Moderator statt. Als Juror war unter anderem Star Cosplayerin LeeAnna Vamp zugegen. An dieser Stelle muss ich einfach fragen: Ist die Frau eigentlich nur deshalb so bekannt, weil sie so megascharf ist und in jedem Foto halbnackt ist und ihre Titten so rausdrückt, dass sie der feuchte Traum eines jeden pubertierenden Teenagers ist? Die Cosplay „Outfits“ können sie ja nicht so bekannt gemacht haben, denn da hab selbst ich schon bessere gesehen. Zum Beispiel bei eben jenem Wettbewerb. Da haben sich junge Leute massiv ins Zeug gelegt und mehrere hundert Stunden in jedes Kostüm investiert, damit es so detailliert und wunderschön wie nur möglich ist. Gewonnen hat ein drei Meter großer Transformer. War aber auch ein ziemlich geiles Outfit.

Das Angebot der Vienna Comic Con war relativ überschaubar. (c) David Bitzan

Das Angebot der Vienna Comic Con war relativ überschaubar. (c) David Bitzan

Die Gäste

Besonders Game Of Thrones Fans durften sich über die Vienna Comic Con freuen, schließlich wurden drei Castmitglieder angekündigt. Dass es sich dabei eher um die C-Promi Liga von Game Of Thrones handelte, war äußerst ernüchternd. Finn Jones alias Loras Tyrell war noch der bekannteste der Truppe. Weiteres waren Natalia Tena alias Osha oder Nymphadora Tonks aus Harry Potter und Jessica Henwick alias Nymeria Sand anwesend. Game Of Thrones hat so viele wunderbare Nebendarsteller, da könnte man sich in Zukunft ein bisschen mehr ins Zeug legen. Doch auch Breaking Bad Fans durften sich wirklich freuen: Giancarlo Esposito, der Gustavo Fring, einen der coolsten Bösewichte im Breaking Bad Universums spielte, war ebenfalls auf der Comic Con.

Die Cosplays waren der Wahnsinn. (c) David Bitzan

Die Cosplays waren der Wahnsinn. (c) David Bitzan

Die Preise

Holla die Waldfee, was ist denn hier passiert? 41 Euro für das Wochenend-Ticket? Das ist schon mal ordentlich gesalzen. Doch die wahre Frechheit wurde in der Halle serviert: Nochmal zwischen 25 und 30 Euro für je ein Foto mit den Stargästen? Noch dazu, ohne dass ein professioneller Fotograf hingestellt wurde, sondern 30 Euro für ein Selfie, bzw. eben mit der eigenen Kamera? Da hört sich der Spaß auf. Aber solange es die Fans gibt, die bereit sind, solch horrende Preise zu zahlen, wird diese Abzocke nicht aufhören. Selbst für das Foto im K.I.T.T musste man 20 Euro hinblättern. Bei den Preisen fühle ich mich als Fan etwas über den Tisch gezogen.

Trotz ausverkaufter Comic Con gab es kein Gedränge. (c) David Bitzan

Trotz ausverkaufter Comic Con gab es kein Gedränge. (c) David Bitzan

Die Kinderschuhe

Für solche Preise kann man als Fan etwas mehr erwarten. Doch man muss auch im Hinterkopf behalten, dass die Vienna Comic Con zum ersten Mal stattfand. Wäre auch nicht optimal, wenn man da gleich mit massiven Verlusten aussteigt. Was man den Organisatoren auf jeden Fall zugutehalten muss, ist dass sie aus ihren Fehlern lernen wollen. Die Comic Con steckt halt noch in den Kinderschuhen und damit sie so schnell wie möglich daraus hinauswächst haben die Veranstalter alle Fans aufgerufen deren Feedback bekannt zu geben. Das finden wir sehr löblich und sind schon sehr gespannt auf die Verbesserungen auf der Vienna Comic Con 2016.

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