Home   /   Interviews  /  Musik  /  Top!  /   Adam Lambert: „Verantwortung verändert alles.“

Adam Lambert: „Verantwortung verändert alles.“

Adam Lambert: „Verantwortung verändert alles.“

Der Promotag von und mit Adam Lambert (Homepage) begann zunächst mit Warterei in der Lobby des Le Méridien am Wiener Ring. Vielleicht wurde der US-Musiker noch vom Jetlag heimgesucht oder er war einfach nur angestrengt von den Strapazen, die eine Interview-Tour so mit sich bringt. Jedenfalls hatten die Kolleginnen der „Heute“ und ich eine halbe Stunde Zeit, zu quatschen, bevor Adam es dann doch aus dem Bett und hinunter in den Interview-Raum schaffte.

Trotz Müdigkeit, die er während unseres Gesprächs mit einem Cappuccino zu beseitigen versuchte, zeigte er sich offen und gesprächig. Auch wenn seine Antworten im Vergleich zu anderen Interviews, die ich im Vorfeld angeschaut hatte, etwas kürzer ausfielen – Adam Lambert ist supersympathisch und herzlich. Ein echter Typ zum Verlieben eben!

Hallo Adam! Dein aktuelles Album The Orginal High gibt es nun schon eine Weile. Bist du immer noch zufrieden mit den Tracks?
Adam:
Ich liebe sie, ja! Sie sind halt echt – es sind echte Geschichte und Gefühle aus meinem Leben.

Elektronische Musik ist derzeit sehr angesagt. War es für dich eine größere Herausforderung dein Album aufzunehmen, weil du wusstest, dass die Konkurrenz auf dem Markt nun größer ist?
Adam:
Ich denke nicht auf diese Art und Weise darüber nach. Ich hatte Glück, dass ich mit Max Martin und Shellback arbeiten konnte. So hatte ich das Gefühl, ich konnte mich ein bisschen entspannen, weil ich ihnen vertraue. Ich traue ihren Ohren und ihrem Stil. Meine Musik war schon immer irgendwie elektronisch. Klar waren verschiedene Einflüsse darin vermischt, aber das ist eben die Musik, die ich gern höre und die ich auch machen wollte.

Ich mag These Boys wirklich gern, weil es einfach Spaß macht, ihn anzuhören. Bei welchen Songs hattest du denn im Studio den größten Spaß bei der Aufnahme?
Adam:
Ja, These Boys ist ein sehr verrücktes Lied! Es ist witzig, weil die beiden Schlusstracks These Boys und Shame nicht wirklich zum Rest der Platte passen. Es ist mehr so eine Art Randnotiz, ein ‚das mach ich übrigens auch‘. Ich wollte, dass sie ein bisschen alberner sind. Sie ähneln eher meinen alten Sachen. Viel Spaß hatte ich auch mit The Light, weil es so house-ig ist und so eine 90er Note hat. Und Evil In The Night war auch sehr frech!

Cover zu "The Original High"

Cover zu „The Original High“

 

Ein „Original High“-Moment ist für dich diese eine Sekunde, in der man etwas das allererste Mal erlebt und an die man sich immer erinnert und auch zurücksehnt, an dieses Gefühl, das man hatte. Wann hattest du das letzte Mal so einen Moment?
Adam:
Die erste Nacht der Tournee mit Queen war das! Es ist witzig, denn man geht durch das Leben und versucht herauszufinden, was man will. Und manchmal begründet man das, was man will mit der Vergangenheit, anstatt sich auf die Gegenwart zu konzentrieren und sich weiterzuentwickeln. Wie der Track sagt, die erste Nacht bleibt immer besonders, egal ob die erste Nacht mit einem neuen Partner oder eben einer Tournee. Die Queen-Eröffnung war so ein abgefahrenes Gefühl und es fühlt sich nie genauso an wie an dieser ersten Nacht…

Apropos Queen-Tour: Ich habe mir viele Interviews angeschaut, die du in letzter Zeit gegeben hast und da waren einige Fragen dabei, die immer wieder auftauchten – eben über die Tour oder deine Sexualität. Und du beantwortest diese Fragen jedes Mal so freundlich, auch wenn es das tausendste Mal ist.
Adam:
Oh, Dankeschön!

Hat dir also schon jemals jemand eine Frage gestellt, die du wirklich nicht beantworten wolltest, aus welchen Gründen auch immer?
Adam:
Da gab es ein paar, ja. Aber ich auch sehr offen, also beantworte ich eigentlich die meisten Fragen. Ich bin eher nicht der Typ, der sagt: „Nein, darüber will ich nicht reden.“ Das gehört nun mal zum Job! (lacht)

Während wir uns unterhalten, fallen mir unter den zahlreichen Tattoos auf seinen Armen viele Sommersprossen auf. Der ehemalige Musicaldarsteller und Casting-Show-Teilnehmer hat eigentlich rote Haare, was unter der aufwendigen Schminke und schwarzen Haarfarbe früher nicht zu erkennen war. Heute mag er es natürlicher und hält sich eher an einen James Dean meets Elvis-Look.

Deine Wurzeln liegen im Theater. Fehlt es dir, als Schauspieler auf der Bühne zu stehen?
Adam:
Was ich daran am meisten vermisse, ist das Team, mit dem du zusammen bist und die Familie, die du bildest. Das fehlt mir, weil es das sehr lustig macht.

Aber das hast du doch auch auf Tour, oder nicht?
Adam:
Auf eine andere Art und Weise, aber ja, du hast Recht. Ich liebe das Theater und es gibt einige großartige Musicals. Aber der Grund, warum ich mein eigener Künstler sein wollte, ist, dass ich mitentscheiden wollte, was ich performe. Ich wollte meine eigene Show auf die Beine stellen. Jetzt hab ich halt auch mehr Verantwortung, das macht es anders.

Vor nicht allzu langer Zeit hast du bei Glee mitgespielt. Auch wenn das Schauspielen auf der Bühne sehr unterschiedlich zu dem für die Kamera ist; würdest du es wieder tun?
Adan:
Ja, das hat Spaß gemacht! Es ist nicht zu vergleichen, aber ich würde das liebend gern wiederholen!

Irgendeine Idee, wo oder in welcher Rolle das sein könnte?
Adam:
Ich weiß nicht, hast du eine Idee? Willst du einen Film für mich schreiben?

Klar, das mach ich! Sobald er fertig ist..
Adam:
..lass es mich wissen, genau! Maile ihn einfach an meine Leute! (lacht)

 

Du bist viel unterwegs, als nächstes geht es nach Südamerika, Japan und Australien. Was machst du, um dein Heimweh zu reduzieren?
Adam:
Ach, ich verreise schon so lange, dass ich daran gewöhnt bin. Ich hatte schon immer diese zigeunerhafte Mentalität, einfach herumzureisen. Das kommt von meiner Zeit am Theater: Du arbeitest an einem Projekt, triffst die Menschen, freundest dich schnell mit ihnen an – und ein paar Monate später ist alles vorbei. Ich hatte schon immer diese Erfahrungen, also ist das okay.

Aber ich schätze du hast immer etwas dabei, das dich an zu Hause erinnert, oder?
Adam:
Mein Telefon! Mein Handy ist.. einfach alles! Letztes Jahr habe ich ein Haus gekauft und es ist definitiv schön, zu Hause zu sein. Damit ich weniger Heimweg bekomme, nehme ich dann viel zu viel Gepäck mit auf Reisen! (lacht) Meine Toilettentasche ist so riesig, dass es schon lustig ist. Es ist so: „Wirklich, brauchst du das echt alles?“ Und ich denke mir nur, dass ich für jeden Fall vorbereitet sein will! Und ich hab so viele Klamotten!

Aber du hast doch aufgehört, viel Make-up zu tragen. Da sollte doch das Gepäck weniger werden?
Adam:
Ja schon, aber es gibt ja noch Lotion, Shampoo, Rasierer.. es ist kompliziert! (lacht)

Du bist also aufgerüstet! Das letzte Mal in Wien warst du zusammen mit Queen – kommst du bald mit deiner eigenen Show zurück?
Adam:
Das hoffe ich doch! Nach Südamerika geht es zusammen mit Queen. Australien, Neuseeland, Japan und Asien bereise ich ab Januar aber mit meiner Musik. Also hoffentlich planen wir dann auch, nach Europa zu kommen, wenn die Reise erst mal begonnen hat.

Noch ist also nichts geplant?
Adam:
Nein, noch nichts ist geplant, aber es ist definitiv etwas, das ich möchte!

Tja, wir möchten das auch! Also freuen wir uns schon mal darauf!
Adam:
Gut, danke! Ich weiß das zu schätzen!

 

Als ich Adam zum Abschluss nach einem Foto frage, entgegnet er mir enthusiastisch:

Sure, wanna take a Selfie?

Während ich meine Sachen zusammenpacke und in meine Jacke schlüpfe, reden wir noch über das Wetter und extrem heiße Sommer in Wien und Los Angeles, bevor ich zum nächsten Termin düsen muss. Danke, Adam Lambert – und guten Morgen!

Home   /   Interviews  /  Musik  /  Top!  /   Adam Lambert: „Verantwortung verändert alles.“

Tags

Related Article
2  Comments