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Alt-J in der Wiener Stadthalle

Alt-J in der Wiener Stadthalle

Heute war einer dieser stressigen Tage, wo man gehetzt von Ort zu Ort herumirrt, um irgendwelchen Terminen nachzukommen. Deshalb kam ich nach einem Interview gerade noch dazu, meinen Rucksack in die Wohnung zu schmeißen, um sofort weiter in die Stadthalle zu laufen, wo zuerst die Steaming Satellites und dann Alt-J spielten.

Ankunftszeit: 19:54 – genau 21 Minuten vor Beginn des Supports. Und vor der Stadthalle eine Menschenschlange, die bis zum XXL Möbelhaus zurückreichte. Selten war ich glücklicher darüber, den Presseeingang benutzen zu können. Ankunftszeit in der (noch sehr schlecht gefüllten) Halle: 20:07. Die nächste Schlange wartet an der Garderobe auf mich, ich habe jedoch keine Lust dazu und beschließe die Konzerte mit meiner Winterjacke zu genießen. Keine Left Hand Free also für mich, um Alt-J zu zitieren. Aber einen schlechten Wortwitz.

Let Me Take You Back To The Dancefloor

Steaming Satellites - © Yavuz Odabas

Steaming Satellites – © Yavuz Odabas

Die Steaming Satellites wollte ich mir eigentlich bei deren Albumreleasefeier im WUK schon ansehen, ich war aber beim Vorverkauf zu langsam. Deshalb habe ich mich besonders auf diesen Act gefreut. Nach heute Abend verstehe ich auch, warum alle so vom Konzert im WUK geschwärmt haben. Langsam füllt sich auch die Halle und die Stimmung ist gut.

Der nächste Song geht an die Liebe!,

kündigt Sänger Max vor Honey an. Ich habe erwähnt, dass vor der Stadthalle eine lange Schlange war. Das hatte den Grund, dass die Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der tragischen Ereignisse in Paris verstärkt wurden. Und deshalb fand ich das Zitat so schön. Es sollte viel mehr an die Liebe gehen – und noch ein viel größeres Fuck You an all die Arschlöcher, die uns solche Konzertabende wie den heutigen verderben wollen. Es freut mich wahnsinnig, dass die Stadthalle ausverkauft war, denn die Angst darf nicht gewinnen.

Something Good

Wie die Aufmerksamen unter euch vielleicht schon gemerkt haben, kommen in diesem Bericht einige Zeitangaben vor. Das kommt daher, dass ich seit kurzem eine neue Uhr habe und ein bisschen einen Zeitfetisch entwickelt habe. Deshalb kann ich euch auch sagen, dass Alt-J auf die Sekunde pünktlich um 21:15 zu spielen begonnen haben. Wie angekündigt im Timetable. Ist das eigentlich schon jemals vorher passiert?

Alt-J - ©Yavuz Odabas

Alt-J – ©Yavuz Odabas

Wie dem auch sei: Wenn eine Band in einem Jahr zum dritten Mal in Österreich spielt und es dabei auch noch schafft, das dritte Konzert auszuverkaufen, dann muss das schon etwas ganz Großes sein. Alt-J machen einfach unglaublich viel Spaß live, auch wenn beim mehrstimmigen Gesang immer ein etwas obszöner Text im Kopf mitgesummt wird, weil man gewisse Youtube Videos einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Brachial gut

Ich konnte einfach nicht wegschauen von dem Bandmitglied, das auf einem Hybriden aus Percussioninstrumenten und Drumset diese unfassbar – man kann es nicht anders sagen – geilen Beats hineingedroschen hat. Wenn man es schafft, dass ein Tamburin genauso fetzt wie eine Crash, dann hat man irgendetwas richtig gemacht.

Reden tun sie aber nicht viel, die vier Briten. Sie spielen ihr Set bewusst konzentriert, manchmal wird das Publikum zum Mitklatschen animiert, bei Matilda singen alle mit. So weit, so klassisch. Am Schluss kommt natürlich der Dauerbrenner Breezeblocks. Die Stadthalle jubelt noch einmal und alle klatschen viermal im Takt auf die Oberschenkel. Nach genau 92 Minuten beenden Alt-J das Konzert, ich hab auf meiner Uhr nachgesehen. Im Heimgehen fallen die ersten Schneeflocken auf Wien herab. Schön wars.

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