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Assassin’s Creed Syndicate im Test

Assassin’s Creed Syndicate im Test

Alle Jahre wieder

Genauso wie der Schulstart oder Laub am Boden gehört die Veröffentlichung eines neuen Assassin’s Creed-Teils im Herbst schon beinahe zur Norm. Nach zwei Jahren in der Entwicklung bei Ubisoft Quebec und acht weiteren Ubisoft-Studios weltweit wird es für Assassinen nun Zeit das viktorianische London an sich zu reißen. Eine erkundbare Open-World in der industriellen Revolution klingt zweifellos großartig, aber wird das mittlerweile jährliche Franchise mit genug Abwechslung überzeugen können?
Jacob Assassins Creed Syndicate

Wie ein Ei dem anderen?

Zum ersten Mal in der langjährigen Geschichte der Serie wird es dem Spielenden ermöglicht in die Rolle von gleich zwei Hauptcharakteren zu schlüpfen. Die Zwillinge Jacob und Evie Frye könnten nicht verschiedener sein, haben jedoch ein gemeinsames Ziel: London aus den Fängen der fiesen Templer zu befreien. Dabei überschneiden sich ihre Herangehensweisen schon mal, da Jacob ähnlich wie Ezio, aus dem zweiten Teil der Serie, gerne mal den humorvollen Draufgänger heraushängen lässt, während Evie zurückhaltender und gezielter agiert. Gerade diese Verschiedenheit lässt die beiden Figuren positiv herausstechen und haucht ihnen Leben ein. Die unterschiedlichen Charakterzüge sollen sich auch im Gameplay und den beiden Skill-Trees niederschlagen, allerdings merkt man da kaum Unterschiede. Lediglich drei Fähigkeiten heben die beiden Bäume voneinander ab, was die separate Skill-Vergabe schon fast unnötig erscheinen lässt. Viel mehr stört in diesen Menüs jedoch die ständige Einbindung von Mikro-Transaktionen. Mit Echtgeld kann man sich Erfahrungs-Boosts und Crafting-Materialien kaufen, was in einem Vollpreisspiel etwas grenzwertig wirkt. Assassin’s Creed lebt von der Exploration, welche durch eine derartige Spielbeschleunigung hinfällig wäre.
Assassins Creed Syndicate Frye Twins

London’s Calling

Das viktorianische London bietet die perfekte Spielwiese für das Genre. Ausgerüstet mit dem neuen Enterhaken fällt es erstaunlich leicht auf die britischen Sehenswürdigkeiten zu klettern. Neben den üblichen Kletterpartien und den zu erwarteten Bandenkriegen und Kutschenrennen nimmt man auch in geheimen Fight Club teil, in denen man sein Können beweisen muss. In kaum einem anderen Ableger der Serie hat es so viel Spaß gemacht die Stadt einzunehmen, was großteils am passenden Setting liegt. Einen erheblichen Beitrag zum leichten Eintauchen leistet allerdings der großartige klassisch-geprägte Soundtrack, welcher gar nicht besser zur Epoche passen könnte. Leider enttäuscht im Vergleich dazu die Story enorm, da die Missionen lieblos aneinandergereiht wirken. Es fehlt durchaus der rote Faden, welcher notwendig gewesen wäre um volles Potential aus den liebevoll kreierten Charakteren zu schöpfen.

Assassins Creed Syndicate Gang Fight

Zu früh aus dem Rohr

Trotz der Installation des neuesten Patches scheint es Assassin’s Creed Syndicate nicht mit anderen namhaften Open-World-Spielen des Jahres aufnehmen zu können. In stressigen Situationen fängt das Bild gerne mal damit an böse zu stottern, was den Spielspaß erheblich trübt. Auch die Ladezeiten von bis zu 45 Sekunden tragen nicht wirklich positiv zur Erfahrung bei und lassen an Bloodborne erinnern. Generell scheint Syndicate sehr schlecht für die Konsolen optimiert worden zu sein, da das Spiel sogar dazu neigt manchmal abzustürzen, oder so stark von Bugs beeinträchtigt zu sein, dass es notwendig ist Missionen neu zu laden. All das sind Fehler, die mit ein wenig mehr Entwicklungszeit locker eliminiert werden hätten können. Jetzt bleibt uns nur das Hoffen auf weitere Patches, denn in meinen Augen erreicht Syndicate nicht die technischen Erwartungen eines fertigen Spiels.

Assassins Creed Syndicate London

Fazit

Dank dem großartigen Cast und dem exzellent gewählten Schauplatz hätte Assassin’s Creed Syndicate mit Leichtigkeit das beste Spiel der Reihe werden können. Allerdings mindern technische Ungereimtheiten und zu wenig Mut im Missions- und Story-Design etwas den Spielspaß. Hätte der  Titel noch ein paar Monate in der Entwicklung gesteckt und mehr Mut gezeigt, würde er seinen Mitstreitern selbst in diesem starken Spielejahr locker das Wasser reichen können. Wer sich dennoch zahlreiche Nächte in einem bezauberndem Setting mit toller Atmosphäre verlieren möchte, ist mit Syndicate genau richtig aufgehoben.

7punkte

Release Date: 23.10.2015
Plattform:  PlayStation 4, Xbox One
Genre: Action-Adventure
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft Quebec
PEGI: ab 18 Jahren

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