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Aus dem Leben eines Rockstars {Kommando Elefant}

Aus dem Leben eines Rockstars {Kommando Elefant}

Die Wiener broken-pop Poeten von Kommando Elefant reisen durch ihre Welt, treffen andere Rockstars und berichten für euch über ihre Erlebnisse on the road. Heute gehts um  Woodstockenboi, die Wiener Arena und Tocotronic.

Wochenende! Sämtliche Lieblingsinstrumente und -Menschen ins Auto gepackt und auf gehts, raus aus Wien, Richtung Süden!

In Kärnten wollten wir dann helfend eingreifen und hielten in Stockenboi und seinem Woodstockenboi Festival, auf ein Konzertchen. Idyllisch, auf einer Waldlichtung gelegen, begrüßte uns die selbst zusammengezimmerte Bühne und der örtliche Feuerwehr-Häuptling in Galauniform. Und dieses Festival hatte alles! Schuhplattler, eine Dirndltanzgruppe, Plumpsklo mit Donnerbalken, Feuerwerk, paillettenbesetzte Schlagergirls, Ziehharmonikatyp, riesige Mutantenkäferheuschrecken.

Der Veranstalter machte den Fehler, uns Festivalwährung (der Fachmann spricht von „Hirschendollar“) auszuhändigen, die wir sogleich am Merch-Stand in unverschwitzte Klamotten investierten anstatt in Speis und Trank. Zehn Minuten später standen wir erneut hungrig vor’m Veranstalter und schnorrten uns eine kulinarische Kärntner Spezialität namens Chilli, welches wir sogleich eifrig auf unsren frisch gekauften T-Shirts verteilten.

Mit Kommando Elefant am Woodstockenboi FestivalMinuten vor unsrer Show sah es so aus, als ob kurzfristig die Welt unterginge, düsterste Gewitterwolken brauten sich über unserer Lichtung zusammen, genauso, als ob Gott grollte, dass wir am Vortag unsre Schnitzel nicht aufgegessen hatten. Doch zum Glück hat der Bürgermeister (oder wer auch immer) interveniert und das Gewitter zog von dannen – Richtung Wien, wo es hingehört.

Das Konzert selbst war großartig weil wir diesmal ziemlich gut waren, es wurde massivst Schuach geplattelt. Und als perfekter Abschluss schoß unser Pyrotechniker am Campingplatz genau beim Ende von Wenn ich dich sehe bleibt mein Herz stehen eine herzrote Rakete in den pechschwarzen Nachthimmel.

Backstage hatten wir’s dann noch lustig mit David Pfister und Sir Tralala, der mit seiner Mutter auftauchte und zwischen Diskussionen über Rilke und Es-Dur die bizarrsten Sexgeschichten einstreute. Dann ging’s auf zum Gasthaus Wassermann auf ein wohlverdientes Schläfchen.

Tags darauf ging es über die malerischste Hügellandschaft Richtung retour. Um unsre Rückreise kurzweiliger zu gestalten, brachte Radio Kärnten tolle Berichte über die Schinkenhalle in Feistritz und irgendein Fressfestival am Wörthersee.

Daheim angekommen blieb ein Nachmittag zum Verschnaufen und um neue Kräfte zu sammeln – denn ein weiteres Highlight stand bevor: Gemeinsam mit Tocotronic und Kreisky die Wiener Arena beschallen! Und das an einem Sonntag! Die Tocos waren noch mitten im Soundcheck, als wir aus unsrem Auto stolperten und den Backstage enterten.

Kommando Elefant TourblogDie Sonne brannte gnadenlos auf den Backsteinbau der altehrwürdigen Arena, es hatte gefühlte 50 Grad und jeder Windhauch kam einer Heizkanonenattacke im Winter gleich. Todesmutig betraten wir kurz nach sieben die Bühne. Gebirgsbäche von Wasser flossen unsere Stirn hinab und nach 30 Minuten war unser letzter widerwärtig niedliche Ton verklungen.

Bühne frei für die lärmenden Jungs von Kreisky und kurz darauf war es auch schon Zeit für Tocotronic. Sie hatten einen glitzernden Vorhang mitgebracht und eine halb aufgeschnittene Diskokugel, die mitten im Weg lag und wo jeder dreimal drüberflog.

Die Stimmung war fantastisch, frenetischer Applaus obwohl wir ja gar nicht mehr auf der Bühne standen, und auch als die Hamburger die Bühne kurz vor elf verlassen mussten, hörte das Publikum nicht auf, nach einer Zugabe zu verlangen. Die ergrauten Jungs saßen oben im Backstage und waren völlig fertig, auch wegen der riesigen Sachertorte die irgendwer vom Konditor mitgehen lies um ihnen den Wienaufenthalt zu versüßen.Kommando Elefant Tourblog
Das Einladen von ihrem ganzen Zeugs in ihren schönen Reisebus konnten wir durch geschickte Platzierung unseres Autos um Stunden verzögern.

Kaputt, aber glücklich betraten wir den Looser-Cruiser der U3, die uns heimchauffierte. Ein fantastisches Rock’n’Roll Wochenende war das! Wird Zeit, dass wieder Montag wird, damit man sich im Büro ein wenig erholen kann.

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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