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Band des Monats Februar – Bilderbuch

Band des Monats Februar – Bilderbuch

Februar – das Monat von Bilderbuch. 2015 – das Jahr von Bilderbuch (Homepage). Kaum eine Band hat in den letzten zwei Jahren mehr Frische – mehr Farbe – mehr Speed in die österreichische Musikszene gebracht.

Wir haben uns vor der lang erwarteten Veröffentlichung ihres Albums SCHICK SCHOCK (VÖ: 27. Feb 2015) mit Sänger Maurice unterhalten und über den rasanten Aufstieg heimischer Musik, das Falco-Erbe und die Spliff-Haube geplaudert!

Hi Maurice! Wenn man sich durch eure Releases durchhört – vom Debüt zu Die Pest im Piemont, dann die EP und das neue Album – merkt man eure enorme Veränderung. Wieso kam mit der EP 2013 die komplette Drehung?
Maurice:
Es war für die Band wie ein Reset-Knopf. Wir wollten kein Album machen, weil sich die ganze Müh‘, die wir mit den Veröffentlichungen hatten, nie wirklich ausgezahlt hat. Unser Wunsch? Einfach ein paar Lieder machen, direkter arbeiten. Dass alles in diesem Album gipfelt und wir diesen Status entwickeln, war komplett unerwartet. Schon der Schritt vom ersten zum zweiten Album war groß und das wird oft viel zu wenig betont. Wer weiß, wie unser viertes Album wird?! Bilderbuch war schon immer eine suchende Band. Wir sind getrieben!

Alle warten aufs Album. Habt ihr schon ein Gefühl dafür, wie es in den Charts aussehen könnte?
Maurice:
Kommt darauf an, wie die nächsten zwei Wochen aussehen! Ob man jetzt in Österreich auf die Eins geht oder auf die Drei ist relativ egal. Im Grunde ist das unser erster großer Release. Allerdings weht uns von denen, die das Album bereits kennen ein ziemlich warmer Wind entgegen. Somit haben wir gut bestätigt, dass es nicht nur die eine gute Nummer ist. Angefangen mit Plansch, dann Maschin. Wichtig war sich mit Spliff wieder rauszunehmen und mit OM wieder draufzugehen – es ist ein guter Sampler der letzten zweieineinhalb Jahre.

Bilderbuch Pressebild Niko Ostermann

© Niko Ostermann

Letzten Oktober habt ihr euch ein Ausgehverbot erteilt, um die letzten Songs einzuspielen. Seid ihr immer so konsequent?
Maurice:
Wir haben uns richtig eingesperrt! Es ging jeden Tag von elf Uhr vormittags bis Mitternacht. Unser Produzent hat gemeint, er hat in Österreich noch nie eine Band gesehen, die das so ernsthaft betreibt. Im Vorhinein hat jeder unabhängig Signale wie Stimme, Gitarre oder programmierte Beats generiert. Dann sind wir ins Studio – in unserem Fall eher ein Keller-Atelier- und haben geschaut, welche Signale charmant genug sind. Es war nicht viel Zeit, denn wenig später kam auch schon die Tour mit den Beatsteaks auf uns zu.

Wenn wir schon dabei sind: Wie war es, vor so viel neuem Publikum in Deutschland zu spielen?
Maurice:
Eine extreme Erfahrung! Da geht’s nicht um mehr Facebook-Fans oder dergleichen. Man steht jeden Tag auf einer riesen Bühne und spielt vor komplett fremden Menschen, die keine Ahnung haben, wer du bist. Ich denke, die Langzeitwirkung wird sich erst zeigen. Das ist ein enormer Lernprozess – für den sehr wenige die Chance bekommen!

Obwohl man gerade merkt, dass immer mehr österreichische Acts diese Möglichkeit bekommen. Stichwort Wanda als Kraftklub-Support. Da hattet ihr eine Vorreiter-Funktion, oder?
Maurice:
Es liegt daran, dass sich die Deutschen gerade wieder irrsinnig in uns vergucken! Man muss das schon sehr zu schätzen wissen. Die Kraftklub-Jungs haben uns nach Wanda gefragt. Wir kennen sie zwar noch nicht persönlich, haben die Band aber wärmstens empfohlen. Da geht schon was, wenn man ein wenig Zeit dort verbringt und Musik aus der Heimat mitbringt. Auf Tour gab es auch gleich ein Bologna-Livecover von den Beatsteaks, nachdem wir ihnen den Song vorgespielt hatten.

Ganz Österreich scheint stolz auf Bilderbuch zu sein. Realisiert ihr eigentlich, was gerade um euch passiert?
Maurice:
Das bekommt man nicht mehr genau mit. Wir spüren diesen warmen Wind – genau wie mit Wanda. Ich denke, es ist ein Befreiungsschlag für alle. Man darf sich endlich wieder zu österreichischer Musik bekennen. Die Deutschen schauen gerade sehr neidisch auf Wien rüber. Es scheint egal zu sein was genau passiert, das Grundgefühl ist positiv. Es macht uns schon stolz, ein Teil davon zu sein!

Was denkt ihr, wenn man euch prophezeit das nächste Phänomen nach Falco zu sein?
Maurice:
Neue Helden braucht das Land! Man muss sich automatisch mit dem messen, was schon da war. In Österreich war jetzt einfach 25 Jahre Sense! Bis auf die Austropopper, die allerdings auch nach der Reihe wegfallen oder unglaubwürdiger werden. Man muss da ganz bewusst reingehen und den Schneid haben – in OM zitieren wir Peter Cornelius und Falco innerhalb von zwei Sätzen. Der Moment um sich drüber zu heben, ist gekommen!

Nachdem einige Shows bereits ausverkauft sind, habt ihr ein Arena Open Air angekündigt. Wie kam es zu dieser etwas untypischen Entscheidung?
Maurice:
Es ist ein Statement! Wir machen seit zehn Jahren Musik und seitdem hat es keine österreichische Band gewagt, alleine diese Location zu buchen. Wahrscheinlich seit 20 Jahren. Unsere Booking-Agentur meinte zuerst, wir sollten uns dazu die Future Islands ins Boot holen – aber naah! Am Ende kommen 3000 Leute wegen uns. Punkt aus! Das ist eine Art Selbstbeweis für heimische Musik – keine Selbstüberschätzung. Und wir sehen jetzt schon an den Verkäufen, dass es funktioniert.

Ihr betreibt einen ziemlichen Aufwand um eure Videos. Auf was kann man sich da in Zukunft freuen?
Maurice:
Videos sind uns extrem wichtig! Wir haben uns entschieden für die Releasewoche kein neues Video zu drehen, sondern zu sagen: „Hey, wir haben da schon vier zum Album!“ Diese Videos schütteln wir nicht einfach so aus dem Ärmel. Es steckt viel Arbeit und Herzblut dahinter. Das soll klar werden! Zum Sommer gibt’s dann noch eines! Wahrscheinlich zu Softdrink – da ist auch ein ziemlich cooles Feature drauf, auf das man sich schon freuen kann.

Auf Instagram gibt’s jetzt in einem Shop auch Mützen farblich an die Videos angepasst, zu kaufen. Welche Fanartikel erreichen euch?
Maurice: Da gibt es Einiges! Patscherl haben wir bekommen – Spliff, Plansch, Maschin und OM-Patscherl. Diese Mützen habe ich bis jetzt auch nur auf Instagram gesehen. Gibt’s die wirklich zu kaufen? Ich dachte erst das ist ein Haubenmacher, der uns was schenken will. Nachher werden die noch offiziell – die Spliff-Haube. (lacht) Sackerl gibt’s auch und Stickereien. Wenn Fans sich hinsetzen, sich Zeit nehmen und so etwas machen, ist das schon super! Meine Mutter hat mir sogar gelbe Reebok mit dem Maschin-Schriftzug zu Weihnachten geschenkt, die sie auf einer Website erstellt hat. (lacht)

Bilderbuch Schick Schock Cover

VÖ: 27. Februar

Wir sagen Danke für das Interview und können den Albumrelease schon gar nicht mehr abwarten!

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Vanessa Spanbauer
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