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Band des Monats Juni – Coffeeshock Company

Band des Monats Juni – Coffeeshock Company

Nach dem Wahlergebnis, das uns kürzlich aus dem Burgenland erreichte, gibt es wohl keinen besseren Zeitpunkt, eine Kombo als Band des Monats vorzustellen, deren Mitglieder teilweise aus jenem Bundesland kommen. Frei nach dem Motto: „Nicht alle aus dem Burgenland sind scheiße“ haben wir uns mit Coffeeshock Company (Facebook) unterhalten. Die sechsköpfige Reggae-Rock-Band gibt es seit nun fünf Jahren und soeben hat sie ihr zweites Album Psychoaktiv veröffentlicht. Besonders ist bei dem Sextett vor allem, dass die Songs nicht nur auf Deutsch, sondern auch Kroatisch und Italienisch gesungen werden.

Coffeeshock Company – Das Interview

Hallo ihr Lieben! Erst mal eine Frage für Leute, die euch noch nicht kennen: Wie seid ihr auf den Namen Coffeeshock Company gekommen?
Rafi:
Der Bandname leitet sich von den Coffeeshops in Amsterdam ab und da wir nicht in die Klischee-Reggae Ecke gedrückt werden wollen, haben wir anstatt der Endung „shop“ die Variante mit „shock“ erfunden. Der Name erinnert auch an unseren bunten Stilmix.

Eure Musik hat sehr verschiedene Einschläge. Hört jeder von euch privat anderen Sachen oder seid ihr einfach sehr offen, was eure musikalischen Grenzen angeht?
Mani:
Es gibt bei uns keine musikalischen Grenzen. Entweder die Musik hat Eier und macht Sinn, oder eben nicht. Ob Rap, Funk, Reggae oder Rock, hauptsache es fährt.
Marco: Wir hören zu Hause so gut wie alles („Volksdümmliche“ Musik ausgeschlossen), das spiegelt sich in unserem Songwriting wider.

Euer Debütalbum Augen auf und durch erschien erst 2013 und schon jetzt legt ihr eine zweite LP nach. Wieso die Eile?
Filip:
Zwei Jahre sind ein gutes Zeitfenster, um mit einem Album am Markt vertreten zu sein. Die Liveshow ändert sich ja ständig und wird adaptiert und getuned. Man muss heutzutage aktiv und präsent bleiben, sonst ist man schneller wieder weg, als man aufgetaucht ist. Wir ruhen uns nicht aus auf getaner Arbeit, sondern sind in einem ständigen Arbeitsprozess mit unseren Shows und Produktionen, und natürlich auch mit dem Programm selbst.

Auf dem Album habt ihr einen Track mit Russkaja-Frontmann Georgij Makazaria. Wie war es für euch, mit so einem etablierten Musiker zu arbeiten und wie kam es dazu?
Mani: Die Rutsche zu Georgij legte uns unser Mix-Engineer „Dietz“, der unter anderem auch bei Russkaja die Hände im Spiel hat. Also haben wir Georgij einfach mal ein Demo durchgeschickt, weil Fragen kostet ja nichts. Der Song hat ihm auf Anhieb gefallen und es entstand eine hervorragende Zusammenarbeit, die ein tolles Resultat erzielt hat.

Im Mai habt ihr eine kleine Tour gespielt, vor allem in der Vergangenheit seid ihr aber schon viel rumgekommen. Mitte Juni seid ihr in Rumänien auf einem Festival. Wie kommt ihr zu den ganzen Gigs? Organisiert ihr das selbst?
Andi: Wir machen alles selbst. Wir produzieren, finanzieren und managen uns im Alleingang. Für mehr reicht unser Budget und Bekanntheitsgrad leider nicht aus. Für die Key-Player sind wir anscheinend noch zu uninteressant. Wir bemühen uns, so gut wie möglich weiterzumachen, bis die Großen nicht mehr wegschauen können. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren gibt es Beispiele aus Österreich, wo diese Methode ganz gut funktioniert hat.

Am 28.06 tretet ihr noch am Donauinselfest auf – auch nicht zum ersten Mal. Seid ihr überhaupt noch nervös, oder geht ihr damit schon um wie alte Hasen?
Niko: Eine gewisse Grundnervosität vor jedem Gig ist schon noch vorhanden. Es kommt immer auf die Umstände bei der jeweiligen Show an. Oft steht man unter großem Zeitstress, da geht man schon mal unentspannter auf die Bühne. Bei Headliner-Shows hat man in der Regel mehr Zeit für Aufbau und Soundcheck, da sitzt die Hose dann nicht mehr so eng. Große Festivals wie das Donauinselfest sind natürlich immer etwas Besonderes. Immerhin teilt man sich die Bühne mit internationalen Top-Acts. Das kommt dann eher seltener vor.

Ist auf Tour schon mal etwas richtig schief gelaufen?
Mani: Nichts was wir bis jetzt nicht ausbügeln konnten. Technische Probleme, private Umstände und kränkliche Musiker gehören zum Touren dazu. Aber auf der Bühne darf man keine Schwäche zeigen und man muss konzentriert bei der Sache bleiben. Das Publikum interessiert die Vorgeschichte zum Auftritt nicht und jeder Besucher verdient eine gute Show.

Ihr seid ja sehr international und singt dreisprachig. Wie gestaltet sich das Songwriting dann?
Mani: Wir versuchen so originell zu bleiben wie nur möglich. Unsere Handschrift „SuperSkunkRockReggae“ muss erkennbar bleiben. Das läuft dann so ab, dass jemand mit einer Idee und einem vorhandenen Grundgerüst kommt, und dann wird gemeinsam daran gearbeitet. Jeder von uns hat seine stärken in anderen Bereichen. Wir ergänzen uns. Das Sprachenthema funktioniert so, dass wir den Großteil unserer Texte auf Deutsch verfassen, um so auch den Großteil unseres Publikums ansprechen zu können. Dennoch wollen wir unseren kroatischen und italienischen Wurzeln treu bleiben, und bemühen uns, diese Sprachen auch einzusetzen.

Erst vor Kurzem wurde der Sieger des Local Heroes Bandcontest gekürt. Auch ihr seid Sieger eines anderen Musikwettbewerbs. Was hat euch der Sieg denn im Endeffekt gebracht?
Marco: Wir konnten die Preise der Planet Festival Tour in Hinblick auf unsere Psychoaktiv-Albumproduktion sehr gut nutzen, vor allem den Geldpreis und die gewonnenen Studiotage im Gosh Audio.

Würdet ihr jungen Musikern eine Teilnahme an solchen Contest an- oder abraten und würdet ihr selbst noch mal an einem teilnehmen?
Marco: Auf jeden Fall! Man lernt Leute aus der österreichischen Musikszene kennen, Bands, reißt sich Gigs auf, … außerdem steht man auf der Gasometer Bühne auch nicht jeden Tag! Durch die Planet Festival Tour hatten wir zum ersten Mal die Ehre.

Und noch die Frage, die ich mir zum Schluss nicht verkneifen kann: Welchen Kaffee trinkt ihr denn am liebsten?
Mani: Atom-Kaffee (Kaffee mit Schuss).
Marco: Espresso ristretto stile italiano.
Andi: Caffè solo con Giotto!
Niko: Wurscht! Hauptsache es knallt.
Filip: Groß und stark.
Rafi: Koffein in Tablettenform aus Lateinamerika + Amphetamine

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

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