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Battlefield Hardline im Test

Battlefield Hardline im Test

Tatü Ta Ta! Battlefield Hardline (Homepage) ist da! Am 19. März 2015 war es nun so weit: EA lieferte der Welt den Räuber- und Gendarm-Simulator im spannenden Krimi-Serien-Look. Visceral Games und DICE geben uns mit Battlefield Hardline die Möglichkeit, den Kampf zwischen Gut und Böse auf die Straßen des Westens zu tragen. Ob im Single- oder Multiplayer, unerbitterlich stellen wir uns dem Verbrechen.

 Das Gesetz schläft nicht. So auch Fans der Serie. Und wir. Um punkt Mitternacht bewaffneten wir uns mit Maus und Tastatur, starten endlich das Spiel und finden uns direkt in einem Bankraub wieder. Ein wenig Michael Bay-Explosionen hier, ein bisschen Motor-Sound da, geben bereits zum Spielstart einen Vorgeschmack auf furiose Action.

Spektakulär geht es auch im Singleplayer los. Miami, mit seinen sonnigen Stränden, ist unser Revier. Hier beginnt die Story des Hauptprotagonisten Nick Mendoza. Mit seinem Kollegen Stoddard macht Mendoza sich bereit, ein schäbiges Hotelzimmer zu Stürmen.

Bevor der Zugriff geschieht, wird noch darüber diskutiert, welches Restaurant danach besucht wird. Ein scheinbar leichter Einsatz, der zur Verhaftung von Drogendealern führen soll. Diese zeigen auch wenig Widerstand, nachdem die Tür in polizeilicher Manier eingetreten wird.

Die Stimmung kippt schnell, nachdem eine bewaffnete Frau aus dem Badezimmer stürmt. Kugeln fliegen, Koks wirbelt durch die Luft und der Einsatz endet in einem Massaker. Doch Hardline kommt erst so richtig in Fahrt und alsbald befinden wir uns auf Verlfogungsjagd, dem Vergehen auf der Spur.

Von charismatischen Spielfiguren und Schauspielern

Schnell wechselt die Szenerie auf die Straße und es wird mit einem sportlichen Polizeiwagen Gas gegeben. Mit lauten Sirenen kleben wir an dem flüchtigen Wagen vor uns. Dieser heizt quer durch  das vorstädtische Miami und sorgt für ordentliches Chaos.

Der Spaß wird jedoch durch eine lineare Streckenführung um einiges begrenzt. Ein paar gescriptete Karambolagen später überschlägt sich das Auto des Straftäters und er wird schwer verletzt aus dem Verkehr gezogen. Soviel zum spielbaren Prolog von Battlefield Hardline. Nun haben wir definitiv Lust auf mehr!

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Mendoza und Stoddard, ein Duo, das dem Verbrechen ordentlich auf den Deckel gibt. ©ELECTRONIC ARTS INC.

Darauf folgt eine serienmäßige Cutscene, die eine Fülle an Schauspielern offenbart, wie beispielsweise Nicholas Gonzalez oder Benito Martinez. Ein hoher Detailgrad sorgt dafür, dass diese Charaktere ihren lebenden Vorbildern erstaunlich ähnlich sind. Das verdanken wir auch der Grafikengine Frostbite, die bereits in Battlefield 4 zum Einsatz kam. Rein äußerlich lässt sich Battlefield Hardline nichts Zuschulden kommen.

Die Umsetzung der Städte Miami und Los Angeles ist graphisch ein Augenschmaus. Doch es gibt noch mehr zu sehen: Angefangen bei staubigen Wüsten bis hin zu einer richtigen Villa im Hollywood Hills-Stil. An facettenreichen und überzeugend umgesetzten Schauplätzen mangelt es dem Spiel nicht.

Storytechnisch verfolgen wir anhand von Cutscenes und First-Person-Action die Geschichte des Officers Nick Mendoza. Ein ehrlicher Haudrauf-Cop nach klischeehaftem Hollywood-Vorbild. Zusammen mit der neu zugeteilten Partnerin Khai geht es nach der eher schief gelaufenen Razzia auf Streife.

Zeit, sich zurück zu lehnen und die Serie zu genießen

In der Singleplayer-Kampagne lernen wir während einer kleinen Spritztour durch die Ghettos unseren Charakter Nick besser kennen. Schwere Kindheit am Rande der Gesellschaft, ohne Vater aufgewachsen. Eine überspitze Dramatik, die nur allzu gut einer Krimi-Serie entsprungen sein könnte.

Doch wirklich relevant werden diese Informationen für die Kampagne leider nicht. Interessanter sind eher Indizien über eine neue Droge namens Hotshot. Die Spur wird aufgenommen und führt uns bis in die hohen Ränge der Polizei.

Das alte Dilemma der Korruption ist auch hier Programm.  Ein Fall, der nicht ungeklärt bleiben darf. Diesmal steht in Battlefield nicht nur das Schießen im Vordergrund. Mit einem Scanner des Miami Police Departments ausgerüstet gilt es Beweise zu sammeln, Personen per Haftbefehl zu identifizieren und Gegner ausfindig zu machen. An Tatorten ist dieses forensische Polizei-Werkzeug das erste, das wir zücken und nimmt uns einiges an Arbeit ab.

Die grobschlächtigen Aufgaben überlassen wir unserem Waffenarsenal auf Polizei-Niveau. Dieses reicht von der vollautomatischen P90 bis hin zur 44. Magnum. Standardmäßig sind wir mit einer Pistole ausgerüstet und schalten dann  im Laufe des Spiels neue Waffen frei.

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Von der Skyline bis zur Vorstadt: unser Revier ist groß. © 2015 ELECTRONIC ARTS INC.

Ein guter Cop lässt allerdings erst seine Polizeimarke sprechen: Eine ebenfalls neue Spielmechanik ist das „Hände Hoch“. Dadurch befehlen wir ahnungslosen Gegnern, an die wir uns heranschleichen müssen, die Waffen niederzulegen und ihre Arme zu strecken, um ihnen im Anschluss die Handschellen anzulegen. Dies geht alles mit einer eher schleppenden Spielweise einher.

Deshalb nutzen wir nach der zehnten Verhaftung dann doch lieber die Feuerkraft unserer Waffen. Festnahmen werden dann nur noch mit dem Elektroschocker erledigt. Ohnehin ist eine friedliche Spielweise nicht allzu belohnend und dient eher den Achievement-Jägern.

Nachdem wir unzählige Beweismittel sichergestellt haben und uns mit genügend Verhaftungen rühmen können, lässt sich sagen: Im Großen und Ganzen bietet das Einzelspieler-Gameplay einen gelungenen Mix aus Stealth Action und einem Point & Click Adventure. Für das Battlefield-Franchise eine neue spielerische Facette, für die Videospielszene nicht unbedingt.

Neue Szenarien aus dem Leben eines Verbrechers

Wer nun die richtige Action in Hardline sucht, wird im Multiplayer fündig. Auf neun Karten und fünf neuen Spielmodi kämpfen Verbrecher und Polizei um Geld, Autos und Menschenleben.

In Heist müssen Bankräuber einen Tresor knacken und sich das Geld schnappen. Die Gegenseite muss sie davon abhalten. Ebenso spielt auch in Blood Money der Dollar eine wichtige Rolle. Hierbei sammeln beide Seiten das Geld eines überfallenen Transports für ihr Team.

Schnelle Autos finden sich im rasantesten Spielmodus Hotwire. Anstatt Zielen nimmt der Spieler hier Autos ein und bringt sie auf eine bestimmte Geschwindigkeit, um Punkte für das Team einzufahren. Übrig bleiben Rescue und Crosshair, die beide für kleine Teams ausgelegt sind.

In Rescue halten Verbrecher Menschen gefangen, welche es gilt, als Polizist zu retten. In Crosshair wird ein VIP von den Kriminellen ins Ziel genommen. Dieser befindet sich unter Polizeischutz der Gegenspieler, die diesen verteidigen müssen.

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Close-Combat-Action zwischen zwei erbitterten Fronten. © 2015 ELECTRONIC ARTS INC.

Panzer und Raktenwerfer sind Battlefield-Geschichte und werden durch schnelle Flitzer und Granatwerfer ersetzt. Schwere Waffen sind auf Karten verteilt und können dort aufgenommen werden. Trotz geringer Anzahl an explosivem Material bieten viele Fahrzeuge nur wenig Schutz und können mit genügend Feuerkraft zerstört werden. Umso schlimmer sind direkte Treffer auf den Körper, die ohne kugelsichere Weste schnell zum Tod führen.

Waffen und weitere Extras werden mit Ingame-Geld gekauft. Außerdem müssen wir diese durch Spielen erst freischalten. Intensive Runden in Hotwire bringen uns zum Glück eine Menge Schotter ein. Der Rest des Gameplays erinnert immer noch an ein richtiges Battlefield, mit seinen chaotischen Gefechten und der explosiven Stimmung.

Fazit

Die Solo Kampagne gefällt in Hinblick auf den Serien Aufbau, der durch Cutscenes die Geschehnisse im TV-Stil rüber bringt. Doch schwächelt Battlefield Hardline mit seiner Story, die wir eher einfach so hinnahmen, ohne tief beeindruckt zu sein. Ohnehin rückt die Geschichte in den Hintergrund, sobald wir uns von den Videosequenzen weg bewegen und in den First-Person-Modus wechseln. Was bleibt, sind Schleichangriffe auf Gegner und wilde Schießereien.

Das eine oder andere Ass findet sich jedoch im Verlauf des Spiels und sorgt für Flashbacks an alte Battlefield-Tage. Punkte holt sich Hardline ebenfalls mit abwechslungsreichen Schauplätzen und schön animierten Charakteren. Visceral Games zeigen sich mit ihrer Solo-Kampagne als fähige Entwickler für eine interaktives Seriengefühl.

Das Entwicklerteam von DICE wiederum sorgt im Multiplayer für ein typisches, allseits bekanntes Battlefield – mit Polizei und Verbrechern und der einen oder anderen taktischen Herausforderung. Der größte Unterschied findet sich im Fuhrpark wieder. Anstatt Panzer schnappt man sich einen Mustang oder Van als fahrbahren Untersatz.

Das sorgt für ein schnelleres Gameplay auf vier Rädern. Ansonsten finden sich noch einige interessante Gadgets in der Tasche, die Hardline im Gegensatz zum Rest der Franchise etwas abgrenzt. Die Anpassung des Spiels an die Polizei und Verbrecher Szene ist gelungen und hinterlässt ein neues online Erlebnis gegenüber älteren Teilen des Spiels. Deswegen gibt es von uns für Battlefield Hardline 7 von 10 Punkten.

 Battlefield Hardline

 Releasedate: 19. März 2015
Plattform: PC, Xbox 360, Xbox One, PS 3, PS 4
Genre: Action/Shooter
Publisher: EA
Entwickler: Visceral Games/DICE
Ungefähre Spieldauer: 7-10 Stunden (Kampagne)
Für Fans von: Battlefield, Medal of Honor, Call of Duty
PEGI: ab 18 Jahren
Preis: gesehen um 55,99 Euro

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