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Beefcake: Low Carb Vanillekipferl

Beefcake: Low Carb Vanillekipferl

Endlich ist der Dezember da, nun dauert’s auch nicht mehr lange bis Weihnachten. Die Fleißigen unter euch werden schon die ersten Kekse gebacken haben und alle Verwandten und Bekannten damit beglücken. Leider gehöre ich auch zu diesen Verrückten, die haufenweise Kekse machen, sodass zu Silvester noch welche übrig sind. Ich hab es mir auch nicht nehmen lassen, heuer mal eine ganz spezielle Art von Vanillekipferln zu machen: Low Carb Vanillekipferl – man will doch auch in der stillen Zeit seinen hart gestählten Körper nicht ganz vernachlässigen. Sicherlich fragt ihr euch, ob ich spinne – bei Weihnachtsplätzchen hört der Spaß auf. Entweder ganz oder gar nicht. Der Meinung bin ich üblicherweise auch und ich stehe dem Versuch immer noch skeptisch gegenüber. Meistens heißen weniger Kohlenhydrate mehr Fett (auch bei meinem Vanillekipferl-Rezept). Aber egal, wo bleibt denn der Spaß, wenn man nicht hin und wieder etwas Neues, Wildes ausprobiert – mal ganz Rebell sein sozusagen. Also auf geht’s!

vanillekipferl-rohBei meiner Suche nach einem guten Low Carb Rezept sind mir vor allem zwei Dinge aufgefallen: statt normalem Rübenzucker braucht man fancy Birkenzucker (der bei denn’s übrigens um die € 10,- kostet) und das Weizenmehl wird durch Mandelmehl (noch mehr fancy shit) ersetzt.

Birkenzucker-Facts:

Er wird auch Xylit genannt und üblicherweise aus der Rinde von Birken gewonnen – es kann aber auch vorkommen, dass er aus Mais hergestellt wird (diese Produkte kommen dann aber oft aus China und man kann auch nicht eindeutig sagen, dass sie gentechnikfrei wären), er schmeckt gleich wie normaler Haushaltszucker und hat auch annähernd die gleiche Süßkraft. Verfüttert Birkenzucker ja nicht an eure Haustiere, denn für die ist er giftig. Wenn euer Hausschwein aber euer Freund/eure Freundin ist, könnt ihr ihm ohne weitere Bedenken ruhig Birkenzucker geben – Menschen können keinen Schaden davon tragen und Karies bekommt man davon auch nicht. Aber halt! Es hat doch zu schön geklungen. Einen kleinen Haken gibt es trotzdem: bei übermäßigem Verzehr kann Xylit abführend wirken – eh wie fast alles, trotzdem seh ich meine Liebsten und mich schon am Pott sitzen.

Birkenzucker wird immer 1:1 ersetzt – heißt: 100 g Haushaltszucker entsprechen 100 g Birkenzucker. Aufpassen sollte man allerdings, wenn man einen Teig mit frischer Hefe zubereiten will. Die Hefebakterien können diese Art von Zucker nicht aufnehmen – allerdings funktioniert Trockenhefe angeblich wieder einwandfrei. Für mich bleibt trotzalledem ein Rätsel, wo hier an Kohlenhydraten gespart wird. Kalorienmäßig kommt man ungefähr auf die Hälfte von normalem Zucker, die Menge der Kohlenhydrate bleibt jedoch gleich. Aber who gives a shit, richtig?

Nun zum Mandelmehl:

Da das zur Zeit ja mega-gehypt wird, findet man Mandelmehl in jedem Bioladen, Reformhaus und natürlich auch auf Amazon (mein Freund und Helfer). Allerdings ist mir Mandelmehl ein bisschen zu teuer (sagt sie und kauft Birkenzucker…) und ich werd’s vermutlich nie wieder verwenden (ich darf euch erinnern: ich hab Birkenzucker gekauft, den ich auch nie wieder verwenden werde), darum  hab ich die benötigte Menge kurzerhand einfach selbst gemacht. Zwei Packungen blanchierte Mandeln (= Mandeln ohne Haut) in die Küchenmaschine, auf höchster Stufe (wenn man will, kann man ein Stiegl dazu trinken *hint*hint*hint*) ein paar Sekunden laufen lassen und voilà: fertig ist das selbstgemachte Nussmehl*. Ich bin mir auch fast zu 100 % sicher, dass man einfach geriebene Mandeln verwenden kann.

Und nun kommen wir zum wesentlichen Teil meines Artikels:

Das Rezept für ca. 55 Stück:

  • 190 g Mandelmehl oder geriebene Mandeln
  • 150 g weiche Butter
  • 90 g geriebene Mandeln
  • Eigelb von 2 Eiern (Größe L – XL)
  • 90 g Birkenzucker
  • 30 g Birkenzucker extra (als Staubzuckerersatz)
  • Backpulver (das mach ich immer nach Gefühl)
  • Bourbon-Vanille (ebenfalls nach Gefühl)

 

Die Zubereitung ist im Prinzip gleich wie bei normalen Vanillekipferl. Man heizt den Ofen auf 180°C (Ober-Unter-Hitze) vor, legt ein Backblech mit Backpapier aus, klatscht alle Zutaten (bis auf die 30 g Birkenzucker) in eine Schüssel, formt kleine Kügelchen, dann eine Wurst und macht einen Halbmond daraus. Anschließend schiebt man die Teile ungefähr zehn Minuten in den Ofen und lässt sie danach kurz abkühlen. Währenddessen kann man den restlichen Birkenzucker in einem Mörser zerkleinern, um anschließend die lauwarmen Kipferl im Zucker zu wenden. Auskühlen lassen, in einer Blechdose aufbewahren, einen Tag ziehen lassen (sonst schmeckt’s noch nach nix) und genießen. Das Rezept hab ich übrigens von dieser Seite.

Fazit:

Ja…so viel zum Genießen. Ich hab mich haargenau an das Rezept gehalten, die Kipferl an die 10 Minuten gebacken und trotzdem sind sie unförmig und ein einziger Batz. Vielleicht hab ich heute einfach kein Glück beim Backen, vielleicht ist das Rezept scheiße oder ich hab doch irgendetwas übersehen. Jedenfalls schmeckt der Teig gut und ich werd meine Vanille-Wu-Tang-Clan-Kipferl mal weiterlöffeln gehen… Das nächste mal mach ich wieder traditionelle Vanillekipferl ohne viel Tamtam.

wutangkekse

*Anmerkung zum selbstgemachten Mandelmehl: man sollte aufpassen, dass man die Mandeln nicht zu lange in der Küchenmaschine reibt. Durch zu langes Mixen lösen sich die Fette aus den Mandeln heraus und das ganze wird schnell mal zu Mandelmus (auch nicht schlecht, aber leider unbrauchbar für dieses Rezept).

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Doris Arnusch
Reps for Jesus!
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