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The Best of Me – Filmkritik

The Best of Me – Filmkritik

Mit The Best of Me verwirklicht Regisseur Michael Hoffman die erneute Verfilmung eines Bestseller-Romans von Nicholas Sparks; herausgekommen ist eine manchmal berührende und bewegende, doch größtenteils hoffnungslos verkitschte Liebesgeschichte, die jedoch die Herzen schnulzenbegeisterter Romantiker schneller schlagen lassen wird.

Dawson Cole (James Marsden), der erst knapp eine Explosion auf einer Bohrinsel überlebt hat, bekommt einen Anruf: Sein alter Freund Tuck (Gerald McRaney), der ihn als Jugendlichen aufgenommen und beschützt hat, ist gestorben. Dawson fährt zur Testamentseröffnung in seinen Heimatsort zurück – und trifft dort auf Amanda Collier (Michelle Monaghan), seine Jugendliebe, die er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Gemeinsam durchleben sie die Erinnerungen ihrer Vergangenheit: Der Einzelgänger Dawson (Luke Bracey) und die lebensfrohe Amanda (Liana Liberato) verlieben sich mit jungen 17 Jahren ineinander. Amandas Familie ist nicht begeistert über die Wahl ihrer Tochter, Dawsons Vater und seine Gang sind bekannte Kriminelle. Nach einem brutalen Streit bringt Dawson den Mut auf, seinen Vater zu verlassen, und findet Unterschlupf bei Tuck. Amanda steht zu Dawson, und das Paar verbringt eine rundum glückliche Zeit – doch ein verheerendes Ereignis soll das Schicksal des jungen Paares für immer verändern…

Regisseur Michael Hoffman setzt den gleichnamigen internationalen Bestseller von Nicholas Sparks buchgetreu um und bringt die Romanvorlage als bildgewaltige und berührende Geschichte der Freuden und Leiden eines jungen Paares auf die Leinwand. Die Story ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt, fließende Zeitsprünge lassen die Handlung interessant bleiben und der Zuschauer möchte schon nach kurzer Zeit erfahren, warum die beiden – ganz offensichtlich noch immer ineinander vernarrten – erwachsen gewordenen Liebenden ein getrenntes Leben führen. Die Geschichte an sich ist bewegend, ein junger Mann, der keine Zukunftsperspektiven hat und die Liebe nie kennenlernen durfte, findet ebenjene bei einer wunderschönen, lebensbejahenden jungen Frau, die seine Liebe erwidert und sein Dasein lebenswert macht. Doch die junge Liebe muss Hindernisse und Gefahren überwinden, die von ihrer Anzahl her locker für zwei Filme reichen würden. Obwohl sich die Schauspieler durchaus bemühen, den Film sehenswert zu machen, ist die Adaption des Romans leider komplett überzogen und hoffnungslos verkitscht. Mit dramatischer Musik, bewegenden schicksalshaften Momenten und umwerfenden Landschaftshintergründen wird das Leben – oder vielmehr ununterbrochene Leiden – des jungen Paares regelrecht zelebriert, keine fünf Minuten vergehen ohne riskante Gefahren, leidenschaftliche Liebesgeständnisse oder herzzerreißende Trennungen. Besonders das unglaublich vorhersehbare Ende lässt den Zuschauer nur den Kopf schütteln und angesichts der dargestellten Ungerechtigkeit ergeben seufzen.

Zugegeben, die Schauspieler geben sich alle Mühe, dem Film außer schmachtenden und unglaublich schicksalsträchtigen Momenten ein klein wenig Flair und Potential zu geben; hier können besonders die Leistungen der jungen Hauptdarsteller Liana Liberato und Luke Bracey hervorgehoben werden, die eine wirklich passable Darbietung präsentieren. Auch Michelle Monaghan und James Marsden als die mittlerweile erwachsen gewordenen und desillusionierten Liebenden bieten Momente, in denen der Film wirklich sehenswert wird. Doch gegen die drohende Lawine aus Schicksalstritten und Dramatik kommen leider auch die wirklich gut besetzen Schauspieler nicht an.

The Best of Me ist ein Fest für Fans von dramatischen Buchverfilmungen, die es lieben, alle fünf Minuten die Höhen und Tiefen zweier schicksalsgeplagter Liebender zu durchleben, untermalt von tragischer Musik und einer atemberaubenden Landschaftskulisse. Alle anderen werden mit The Best of Me wohl eher keine Freude haben, vor allem das unoriginelle Ende hinterlässt nichts als Ärger, ein resignierendes Kopfschütteln und den Gedanken, dass das Schicksal hier eindeutig mit dem Falschen ein Hühnchen zu rupfen hat.

THE BEST OF ME

Kinostart: 9. Jänner 2015
Genre: Drama
Regisseur: Michael Hoffman
Cast: Michelle Monaghan, James Marsden, Luke Bracey, Liana Liberato
Land: USA
Dauer: 118 Minuten
Filmverleih: Constantin Film
Film Website
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