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Bloodborne im Test

Bloodborne im Test

From Software und Sony Computer Entertainment ließen am 25. März 2015 Bloodborne auf die Welt los. Der exklusiv für die Playstation 4 erscheinende Titel ist der neueste Sprössling aus der Reihe von Spielen, zu denen Demon’s Souls und Dark Souls zählen. Die Action RPGs genießen durch ihre „In Your Face“-Attitüde großes Ansehen und freuen sich einer aktiven Gefolgschaft, die den herausfordernden Schwierigkeitsgrad zu würdigen wissen, der ihnen geboten wird.

Die Geschichte Bloodbornes spielt in Yharnam, einer fiktiven, viktorianisch angehauchten Stadt, deren Bewohner nur eines im Sinn haben: Blut. Die rote Flüssigkeit findet vielfach Verwendungen. So dient sie nicht zur Heilung und wird für diverse Upgrades benötigt, auch als Währung macht sich der Lebenssaft gut. So streift der Spieler durch die düsteren Gefilde, ständig auf der Hut vor humanoiden und monsterhaften Gestalten, die ihm nach dem Leben trachten.

Wer die Vorgänger des Spiels kennt, wird seinen Augen kaum trauen, wenn er die ersten Spatziergänge durch Yharnam unternimmt. Wo bislang ein eindeutiger Fokus auf Gameplay auf Kosten bahnbrechender Optik gelegt wurde, glänzt nun HD-Grafik mit Liebe fürs Detail. Dazu gibt es einen exzellent passenden Soundtrack und sowohl visuelle als auch optische Effekte, die den Gesamteindruck perfekt abrunden.

Bei der Steuerung hat sich nicht viel getan, allerdings wurde sie dahin gehend optimiert, dass sie sich um einiges präziser anfühlt. Hat man sich erst mal mit Reichweite und Fertigkeiten der ausgerüsteten Waffen befasst, gehen Attacken leicht von der Hand. Bloodborne läuft weitestgehend ruckelfrei, was vor allem in kniffligen Situationen, in denen viel Ausweichen angesagt ist, ein wahrer Segen ist.

Eine interessante Neuerung im Gameplay stellt das zu benutzende Arsenal dar. In der rechten Hand führt man eine Waffe für den Nahkampf, die neben leichten und schweren Angriffen zwei Modi besitzt. So wird auf Knopfdruck aus einem schnöden Spazierstock eine Peitsche, die zwar weniger Grundschaden, dafür aber deutlich höhere Reichweite auf den Tisch bringt. In der linken Hand hält man eine Schusswaffe, mit der gegnerische Attacken unterbrochen werden können.

Die in der linken Hand geführte Schusswaffe unterbricht Gegner und lässt sich kurz schutzlos. © From Software 2015

Die in der linken Hand geführte Schusswaffe unterbricht Gegner und lässt sich kurz schutzlos. © From Software 2015

Die Souls-Reihe nimmt den Spieler nicht an der Hand und kennt kein Erbarmen. Dieses Argument bekommt man früher oder später von jedem Fan der Spiele zu hören. Dabei bleiben die Spiele aber stets fair. In der Regel stirbt man bloß durch Unaufmerksamkeit und mangelnde Konzentration. Genau das hob Demon Souls, den ersten Teil für die Playstation 3, von der großen Masse an AAA-Titeln seiner Zeit ab und das ist es, wofür die Reihe von seinen zahlreichen Anhängern geliebt wird.

Auch bei Bloodborne bleibt man dieser Tradition treu, auch wenn der Ableger wohl als Einsteiger freundlicher als seine Vorgänger bezeichnet werden kann. Vor allem für versierte Spieler werden die ersten Gegner kein Problem darstellen, vielmehr kann man sich fast schon in Ruhe mit der eigenen Ausrüstung auseinandersetzen.

Spätestens beim ersten Boss erreicht einen dann aber die gewohnte Härte eines Souls-Teils und man liegt vermutlich schneller im Gras, als einem lieb gewesen wäre. Doch in kaum einem anderen Spiel nimmt man den eigenen Tod als so selbstverständlich hin. Es gehört fast schon zur Erwartungshaltung, dass Bosse erst analysiert und gekannt werden müssen, bevor sie das Zeitliche segnet.

Hat man erstmal seine Lieblingswaffe gefunden, geht die Monsterjagd erst richtig los. © From Software 2015

Hat man erstmal seine Lieblingswaffe gefunden, geht die Monsterjagd erst richtig los. © From Software 2015

Von außen betrachtet mag die Hass-Liebe, die die meisten augenscheinlich für diese Serie empfindet, durchaus seltsam anmuten. Würde man Souls-Spieler beim Zocken aufzeichnen, so bestünden wohl 80 Prozent der Aufnahmen auf Fluch- und Schimpftiraden. Mit an Sadismus grenzender Beharrlichkeit folgt ein Tod dem nächsten und gerade bei Boss-Kämpfen lässt sich oft nur wenig Fortschritt zu erkennen.

Doch dann, plötzlich, weicht man ein letztes Mal perfekt aus, gefolgt vom finalen Schlag im richtigen Moment. Das Monster liegt, der Spieler geht als Sieger aus dem Kampf hervor. Exakt in diesem Moment zeigt Bloodborne seine wohl größte Stärke in Form einer Euphorie, die nur wenig andere Spiele zu vermitteln in der Lage sind.

Eine weitere Besonderheit der Souls-Reihe findet sich im Multiplayer. Anstatt einer Lobby, von der aus vorab gebildete Teams losziehen, kann in das eigene oder andere Spiele eingedrungen werden. Dies kann auf freundliche oder feindliche Art geschehen, sodass man sich gerne einmal einem unerwarteten Kontrahenten gegenüber sieht, der einem nach dem Leben trachtet. Diese Dynamik mag vielen Spaß bringen, andere jedoch verschrecken. Glücklicherweise wird niemand dazu gezwungen, Bloodborne lässt sich auch in aller Ruhe und alleine im Offline Modus bewältigen.

Haushohe Bosse schreien geradezu danach, bezwungen zu werden. © From Software 2015

Haushohe Bosse schreien geradezu danach, bezwungen zu werden. © From Software 2015

Seit seinem Release wurde Bloodborne nahezu überall hochgelobt. Als einziger Kritikpunkt wurden lange Ladezeiten genannt, die teilweise um die 40 Sekunden betrugen. Während dieser Zeit erschien das, wenn auch gut gemachte, Logo des Spiels, gegen das so mancher Spieler nach geraumer Zeit Aversionen entwickelte. Oftmals ist der Spieler keine zwei Minuten am Leben, was einer Wartezeit von 50 Prozent entspricht, nur um sich erneut den Tod zu holen.

Die Verantwortlichen bei From Software scheinen jedenfalls den Stimmen der Community gelauscht zu haben und beenden die Tortur mit Patch 1.03, welcher die horrenden Ladezeiten auf 5 bis 15 Sekunden senkt. Ungeachtet der Frage, warum dieses Problem nicht bereits vor dem Release ausgemerzt wurde, erhöht der neueste Patch den Spielspaß um ein Vielfaches.

Fazit

Bloodborne bietet Fans der Serie eine überaus gelungene Fortsetzung, die alle Erwartungen erfüllt: Blut, Herausforderungen und massive Bosse. Mit den ursprünglichen Wartezeiten hätten wir wohl, so exzellent das restliche Spiel auch sein mag, sechs Sterne vergeben, da 40 Sekunden schlichtweg nicht tragbar für einen AAA-Titel sind. Durch die drastische Reduktion der Ladezeiten mit Patch 1.03 bewerten wir jedoch mit Freuden besser! Und zwar mit satten 9 von 10 Gamerpunkten.

Bloodborne

Releasedate: 25.03.2015
Plattform: Playstation 4
Genre: Action RPG
Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwickler: From Software
Ungefähre Spieldauer: 40 Stunden
Für Fans von: Demon’s Souls, Dark Souls
USK: ab 16 Jahren
Preis: gesehen um 58,38 Euro

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