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Death Cab For Cutie im Wiener Gasometer

Death Cab For Cutie im Wiener Gasometer

Die aus Seattle stammende Indierockband Death Cab For Cutie hat letzten Dienstag ein (fast) ausverkauftes Konzert im Gasometer gegeben und damit sowohl ihre eingefleischten als auch ihre neu gewonnenen Fans zufriedengestellt. (Nur unseren Fotografen nicht, dem in letzter Minute der Zutritt in den Fotograben verwährt wurde, weshalb wir leider keine Bilder liefern können. Immerhin durfte er sich aber das Konzert ansehen…)

Neben Soundtracks für Fernsehserien wie O.C. California und How I Met Your Mother haben sie sich vor allem aber durch ihre Beständigkeit einen Namen gemacht. Seit 1997 machen sie gemeinsam Musik und haben bis heute acht Studioalben veröffentlicht. Was nun neu ist, ist die Tatsache, dass der langjährige Gitarrist, Gründungsmitglied und Songwriter Chris Walla die Band letztes Jahr verlassen hat. Das kompensieren sie allerdings recht gelungen, indem sie für Liveauftritte den Gitarristen Dave Pepper und den (auf der Bühne gut versteckten) Keyboarder Zac Rae einsetzen.

Jetzt aber zum Konzert:

Pünktlich zur Vorband betrete ich die mittelgut gefüllte Konzerthalle und höre mir Chastity Belts an, die der Menge zwar nicht wirklich einheizen, mich aber wegen ihres Namens amüsieren und frage mich, ob da etwas Wahres dran ist. Nach drei Songs vertschüsse ich mich wieder in den Raucherbereich und warte auf den Konzertbeginn, der mit einer lauten Durchsage einmal zehn Minuten und einmal fünf Minuten davor angekündigt wird.

Unten angekommen geht es auch schon los und Death Cab For Cutie starten mit vielen Liedern von ihrem neuen Album Kintsugi, die etwas schwammig dahinplätschern und die erste Stunde füllen. Man muss dazu sagen, das kann durchaus am Sound liegen – man hat nämlich die Stimme sehr schlecht gehört. Ich bewege mich also in dieser ersten Zeit von vorne rechts, über die Mitte nach hinten und nach links vorne, um herauszufinden, wo ich am meisten mitbekomme. Vor der Bühne auf der linken Seite höre ich Ben Gibbards Stimme ausgezeichnet, was allerdings daran liegt, dass ich die Boxen direkt am Ohr kleben habe. Ich gehe also schön langsam weiter Richtung erste Reihe Mitte und mache mich dadurch äußerst unbeliebt, habe aber dafür zu I Will Follow You Into The Dark einen super Platz.

Mehr: Death Cab For Cutie – Kintsugi – CD Review

 

Danach folgt einer meiner Lieblingstitel: I Will Possess Your Heart. Die acht Minuten-Nummer, die zur Hälfte aus einem genial aufgebauten Instrumentalsound besteht, gelingt ihnen ausgezeichnet. Endlich ist die Konzertstimmung bei mir und dem restlichen Publikum deutlich zu sehen und die Band trägt uns gut bis zu ihrem nächsten Hit, Soul Meets Body. Die ausreichende Zugabe schließen sie mit Transatlanticism ab und ich gehe nach über zwei Stunden nach Hause. Gefehlt hat: A Lack Of Color.

Zum Vergleich habe ich mir das Konzert vom Glastonbury Festival angehört. Dort haben sie eine gute Stunde gespielt und das war deutlich besser, weil knackiger. Es ist nämlich so, dass sich viele Songs des neuen Albums sehr ähneln, wodurch sich eben diese erste Stunde im Gasometer ziemlich gezogen hat. Trotzdem war es ein gelungenes Konzert und ich kann Death Cab For Cutie als Liveband durchaus empfehlen.

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