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Deutsch-österreichische Freundschaft: Konzerttipps für Dezember

Deutsch-österreichische Freundschaft: Konzerttipps für Dezember

Ohne Schal, Mütze und einer Packung Taschentücher verlässt man nicht mehr das Haus, man steht sich die schneebematschten, halb erfrorenen Beine in den Bauch, weil Bus und Bahn schon bei den ersten weißen Flöckchen grundsätzlich Verspätung haben und der Weihnachtsterror fängt gerade erst an – willkommen im Dezember! Doch bevor ich hier jetzt all die negativen Seiten aufzähle, schwenke ich schnell in die andere Richtung, denn der letzte Monat im Jahr hat auch durchaus seine guten Seiten: Die Welt wird ein bisschen ruhiger, man darf sich ohne schlechtes Gewissen jederzeit auf die Couch oder ins Bett kuscheln, Omas selbst gestrickte Socken werden zum Must Have, überall stehen Kekse rum und einige tolle Bands lassen es sich trotz der vorweihnachtlichen Stimmung nicht nehmen noch auf Tour zu gehen. Ein paar davon habe ich mir herausgepickt, um euch einen Trip nach München durchaus ans Herz zu legen.

Konzerttipps für Dezember

1.12.15

Am Ersten des Monats grüßt ein altbekanntes Gesicht, das überraschenderweise immer noch Musik macht: Sasha. Er hat uns die späten 90er mit Hits wie I feel lonely oder If you believe versüßt, zwischendrin als Dick Brave mit seinen Backbeats und Schmalztolle auf Rock’n’Roll-Sänger à la Elvis gemacht und ist nun wieder als er selbst auf „The One – A Club Night Special Part II“-Tour. Anfang Dezember erscheint das dazugehörige neue Album. Kann man machen, muss man aber nicht. Das Backstage und das Milla locken mit Künstlern, die sich beide der eher ruhigen Musik verschrieben haben, dabei aber unglaublich authentisch klingen. John Allen kommt aus Hamburg und vereint seine raue Stimme mit sanften Gitarren- und Klaviermelodien. Dem Franko-Italiener Charles Pasi gelingt das ähnlich gut, wenn auch hier und da noch ein Hauch französischer Chanson mitschwingt.

Charles Pasi

Charles Pasi (c) Believe Recodings

2.12.15

Tags darauf beehrt uns eine der ältesten noch aktiven Rockbands Englands. The Pretty Things gründeten sich 1963 und blieben vielen Zuschauern vor allem durch ihre exzessiven Bühnenshows und ihr durch und durch wildes Image im Gedächtnis. Als Gründungsmitglieder sind immer noch Phil May und Dick Taylor (zuvor Bassist bei den Rolling Stones) Teil der Band und so wurde im Juli das sage und schreibe zwölfte Studioalbum präsentiert. Mit The Sweet Pretty Thing wird im kleinen Rahmen das Strom gerockt, ob sie allerdings immer noch so agil auf der Bühne sind, bleibt bis dahin nur zu hoffen.

4.12.15

Viele werden Barbarossa unbewusst durch eine bekannte Szene aus der Serie How I Met Your Mother kennen, die als eine der traurigsten Ausschnitte aus der sonst so lustigen Sitcom bekannt ist. Denn genau hierfür hat der Londoner Musiker den passenden Soundtrack geliefert. Wer sich nun aber sein neues Album Imager anhört, merkt schnell, dass es bei ihm eher in die elektronische als herzensbrecherische Richtung geht – wobei das eine ja das andere nicht ausschließen muss, vor allem nicht am 4. Dezember im Milla.

5.12.15

Hart und laut wird es am 5. Dezember – zum einen kommt die Hamburger Hardcoreformation Brothers in Arms im Zuge ihrer „Never Surrender-Tour“ ins Feierwerk. Auf der anderen Seite lässt das Punchfest bereits am Titel erahnen, dass es im Backstage an diesem Abend nicht zimperlich zugehen wird. Headliner ist dort dieses Jahr die Münchner Hardrockband apRon, das Warm-Up davor übernehmen Insane (die ihr Genre selbst als „Fickmetal“ bezeichnen), Narin und Null. Wem das zu bunt ist, kann sich alternativ im Strom einfinden, wo die Briten von Everything Everything einen Tag nach ihrer Wienshow im Flex den bayerischen Süden mit feinstem Indierock unterhalten.

6.12.15

Wenn diese Band zu Gast ist, wird gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe – die Rede ist natürlich von Deez Nuts. Ihre „Word Is Bond Tour“ führt die australische Hardcoretruppe quer durch Europa, mal mit mehr, mal mit weniger Supportbands. In Münchner Backstage darf man auf einen Special Guest gespannt sein. Nebenan gibt es österreichischen Suffsound auf die Ohren: Alkbottle sind mit Turbobier im Vorprogramm auf ihrer diesjährigen „Fett wia a Christkindl“-Tour unterwegs, die passenderweise u.a. von Ottakringer gesponsort wird – na dann prost! Auch im Ampere erklingen heimische Töne, diese stammen von den Oberösterreichern Catastrophe & Cure, die vor zwei Jahren den Amadeus Music Award entgegennehmen durften.

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Deez Nuts in der Wiener Arena 2013

7.12.15

Wer Marsimoto in der der Tonhalle sehen möchte, durfte nicht zu lange überlegen. Die Karten für das Konzert des notorisch kiffenden Marteria-Alter-Egos sind bereits vergriffen, Selbiges gilt leider auch für die Wienshow. Für große Fans, die ihre Chance nicht rechtzeitig genutzt haben, gibt es aber noch in anderen Ecken Deutschlands die Möglichkeit sich Tickets für die „Green Tour“ zu besorgen. Ganz so ernst darf man auch Matthias Schrei alias die Blockflöte des Todes nicht nehmen, der 2009 pünktlich zur Weihnachtszeit mit dem Song Happy Birthday Jesus einen Überraschungserfolg feiern durfte. Im Mai erschien nun sein fünftes Album, das den nicht weniger klingenden Namen Fifty Shades of Earl Grey trägt. Im Volkstheater darf man sich auf neue und alte amüsante Wortspielchen mit der passenden musikalischen Untermalung freuen. Das Londoner Elektro-Soul-Duo Honne schlägt hingegen im Strom auf und hat Songs im Gepäck, die auf jeden Fall zum Mitgrooven einladen. Stopps in Österreich stehen bei ihnen allerdings nicht auf dem Plan.

8.12.15

Ein weiterer Geist aus der Vergangenheit, der wohl noch einige Fans um sich scharen kann – umsonst wurde wohl kaum das Zenith als Veranstaltungsort ausgewählt – ist Tiziano Ferro. Die moderne Version von Eros Ramazzotti erschien irgendwann Mitte der 2000er-Jahre mit Stop! Dimentica auf der Bildfläche und macht allem Anschein nach immer noch erfolgreich Musik. Vielleicht eher ein Nikolausgeschenk für die ein oder andere Mutti.

9.12.15

Dass sich Österreich in Sachen Musik mittlerweile absolut nicht mehr verstecken muss, hat nicht unwesentlich mit der Wiener Band Wanda zu tun. Mit einer Attitüde wie Jim Morrisson machte vor allem Sänger Michael Marco Fitzthum den Wiener Indiepop auch grenzübergreifend salonfähig und so war auch das Konzert in der Münchner Muffathalle (neben einem Großteil der anderen Tourtermine) in kürzester Zeit ausverkauft.

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10.12.15

Nicht weniger exzentrisch tritt Austrofred in der Öffentlichkeit auf – „der wahrhaftigste Popstar Österreichs“. Da er in der Vergangenheit viel auf Lesetouren unterwegs war und daher mehr im Sitzen auftrat, dürfen sich Fans seiner Musik darüber freuen, dass er nun wieder mit Freddy Mercury ähnlicher Eleganz die Bühne im Milla rocken wird. Apropos Rocken – das können Maximo Park auch ganz gut. Anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums tourt die britische Indietruppe durch England und Deutschland und macht dabei unter anderem im Backstage München Halt. Wem es eher nach einer weiblichen Stimme dürstet, der ist eine Tür weiter gut bedient: Stefanie Heinzmann, die Gewinnerin von Stefan Raabs legendären Castingwettbewerbs SSDSDSSWEMUGABRTLAD verlässt ihren Popstars-Jurystuhl und ist mit ihrem aktuellen Album Chance of Rain unterwegs.

11.12.15

Auch die Band Emil Bulls feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag und hat sich aus diesem Grund etwas Besonderes einfallen lassen. Im Januar erscheint mit dem Album XX ein Akustik-Best-of, welches die Münchner nun bereits als Candlelight-Version live präsentieren. Damit es dabei nicht zu langweilig wird, mischen sich dazwischen ein paar Hellfire-Konzerte, bei denen die Jungs gewohnt laut und rockig zu hören sind. In München wird dieser Spagat direkt an zwei Tagen hintereinander (11. und 12.12.) im Backstage vollzogen. Zeitgleich hat man die Möglichkeit einen der frühen Pioniere des Hip-Hop live zu erleben. Der mittlerweile 57-jährige Rapper Grandmaster Flash steht im Crux persönlich hinter dem DJ-Pult und wird einige der üblichen berühmten Auflegetechniken in petto haben, die er Mitte der 70er-Jahre selbst entwickelte.

Emil Bulls

Emil Bulls @ Flex (c) Mario Baumgartner

12.12.15

„Du kannst dumm in der Ecke stehn, ich will lieber tanzen gehen. Wenn bunte Lichter blitzen in einer Disco schwitzen“. Wahre Worte von der Berliner Elektropunkgruppe Egotronic, die sich bei ihrem Konzert am 12. Dezember im Feierwerk auch hoffentlich bewahrheiten werden. Auch wenn sich die Tour „Deutschland, Arschloch, Fick Dich!“ nennt, wird am Abend vorher noch das B72 in Wien besucht. Einen ähnlichen Stil bietet die Kanadierin Peaches, die sich nach sechs Jahren Pause in diesem Jahr mit ihrem neuen Album Rub zurückmeldete. Dass sie nach wie vor gerne aneckt und provoziert dürfte trotz der mehrjährigen Unterbrechung selbstverständlich sein.

13.12.15

Mit erst 19 Jahren hat der Deutschrapper Sierra Kidd bereits bei einem Label unterschrieben, sich dann von diesem wieder getrennt und Anfang des Jahres dann einfach sein eigenes mit dem Namen „Teamfucksleep“ gegründet. Daran angelehnt fand auch sein neues Album den Titel FSDO, was für Fuck Sleep or Die steht. Ob er jetzt besser schlafen, vögeln oder doch vielleicht sogar rappen kann, lässt sich im Backstage herausfinden. Aber auch hier bietet sich natürlich eine mehr als ansprechende Alternative, bei der bei der Nennung des Bandnamens im Grunde schon alles gesagt sein sollte: Bilderbuch sind in der Muffathalle zu sehen, allerdings nur für diejenigen, die früh genug aufgestanden sind und sich Karten besorgt haben. Leider auch hier der Hinweis: ausverkauft!

Bilderbuch Pressebild Niko Ostermann

Bilderbuch © Niko Ostermann

16.12.15

Egal ob durch ihre leuchtend rote Haarmähne, ihre schwerelos wirkenden Kleider oder – und das allem voran – durch ihre unglaubliche Stimme: Florence Welch, Frontfrau von Florence + the Machine, ist und bleibt eine Erscheinung auf der Bühne, der man sich nicht entziehen kann. Wer das noch nicht Live erleben durfte hat am 16. Dezember in der Olympiahalle die Gelegenheit dazu, denn nach Österreich verschlägt es die Britin diesmal nicht.

17.12.15

Die niederösterreichische Singer-Songwriterin Clara Luzia Maria Humpel hat sich bei der Findung ihres Künstlernamens lediglich auf ihre beiden Vornamen beschränkt. Anlässlich des neuen Albums geht sie im November und Dezember auf „Nemesis-Tour“ und spielt neben Terminen in Österreich auch einige in Deutschland und der Schweiz, so beispielsweise im Münchner Milla. Mit der vierfachen Portion an Frauenpower sind Katzenjammer zur gleichen Zeit im Zenith zu sehen, wobei vor allem jedes der Mitglieder durch sein musikalisches Talent überzeugt. Bei einer Show der Norwegerinnen ist man beinahe so darauf fokussiert zu verstehen, wer gerade welches (zum Teil sehr ausgefallenes) Instrument spielt, dass man beinahe vergessen könnte, einfach die Musik zu genießen.

clara-luzia-pressefoto

Clara Luzia (c) Mirjam Unger

19.12.15

Nicht nur Weihnachten, auch der Jahreswechsel steht uns an dieser Stelle bereits kurz bevor. Aus gegeben Anlass geben die Killerpilze zu dieser Zeit regelmäßig ihr Jahresabschlusskonzert. Wer nun bei dem Bandnamen immer noch an die kleinen Jungs denkt, die uns 2006 aufmüpfig Richtig scheiße (auf ’ne schöne Art und Weise) entgegengesungen haben, liegt weit daneben. Die drei Musiker sind selbst und so auch ihr Sound erwachsen geworden und haben es durchaus verdient, ohne dieses veraltete Bild im Kopf wieder gehört zu werden. Um einiges ruhiger wird es im Milla, wenn die Australische Singer-Songwriterin Emily Barker die Bühne betritt. Man darf gespannt sein, und wenn man den Worten auf ihrer Homepage Glauben schenken darf, ist sie es auch: „I’m really pleased to announce this run of headline solo shows where I’ll be performing songs from my latest album, ‚The Toerag Sessions‘, as well as throwing a couple of new ones into the mix”. Etwas eigenwilliger ist da hingegen das musikalische Projekt, dass auf den etwas seltsamen Namen Kofelgschroa hört. Benannt nach dem Hausberg Oberammergaus in Verbindung mit dem Dialektwort für Geschrei trifft Mundart auf Blas- und Volksmusik, die so eigenwillig wie auch unterhaltsam ist.

24.12.15

Ja, es gibt auch Musiker, die selbst am Heiligen Abend nicht ruhen. Zu dieser Fraktion gehört Hans Söllner, der sich sowieso von nichts und niemanden klein kriegen lässt. Dabei handelt es sich bei der Show nicht nur um ein Weihnachts-, sondern auch um das Geburtstagskonzert des bayerischen Liedermachers, der an diesem Abend zusätzlich seinen 60. Feiert! In der Münchner Muffathalle steht ihm dabei seine Begleitband Bayaman’Sissdem treu zur Seite. Na dann: Happy Birthday und frohe Weihnachten!

Hans Söllner

Hans Söllner

 

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